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Das jüdische Echo · 1924-06-13 · 24 (13.6.1924) · p. Seite 114

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
24 (13.6.1924)
Date
1924-06-13
Page
Seite 114 (sequence 4)
Language
German
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114 Das Jüdische Echo Nr. 24 lieh verpflichtet fühlen. Sie müssen die ersten sein, die die freiwillige Steuerforderung Palästinas erfüllen. Sie müssen die „Kerntruppe“ des „Mutterlandes“ sein, das die Verpflichtung fühlt, Palästina aufzubauen. Sie haben ihren Beitrag für Palästina abzuführen, indem sie der Maßerforderung nachkommen. Die Maßerforderung ist nicht ein Hirngespinst utopisch denkender Menschen. Sie ergibt sich logisch aus den Notwendigkeiten für den jüdischen Aufbau Palästinas. Wenn Palästina werden soll, so muß diese Forderung erfüllt werden. Die nichtzionistische Öffentlichkeit, die von uns aufgefordert wird, mit uns Palästina zu bauen, verlangt ihrerseits mit Recht, daß nur diejenigen Menschen diesen Appell an sie richten, die dieser Verpflichtung selbst restlos nachgekommen sind. Der Zionismus selbst entscheidet wieder einmal über die Zukunft seiner Idee, über den realen Aufbau Palästinas. Nur derjenige, der den positiven Forderungen, die sich aus dem Aufbauwerk ergeben, nachkommt, ist in Wahrheit Zionist. (Ziko.) Der Solelboneh (jüdische ßaugilde Palästinas) Von David Sw er dl off, Jaffa I. Geschichte Wenn wir von den Baugilden der jüdischen Arbeiter in Palästina sprechen, so ist schon diese Bezeichnung eigentlich eine Übertreibung. Schon an dieser Stelle zeigt sich, wie wenig die palästinensische Volkswirtschaft sich mit irgend einer hochentwickelten Volkswirtschaft Europas vergleichen läßt. Schon die einfachen, realen Bedingungen, unter denen etwa der englische Gildensozialismus entstand, und die, aus denen die Baugilden der jüdischen Arbeiter in Palästina herauswuchsen, sind ganz verschieden. Die englische Gildenbewegung entstand in einer Wirtschaft, die über flüssige Kapitalien, ausgebildete Facharbeiter verfügte, und in denen alle notwendigen technischen Hilfsmittel und Erleichterungen vorhanden waren, die für dieses Gewerbe notwendig sind. Wir besaßen bei der Gründung des Misrad l’awodot ziburiot we binjan (Amt für öffentliche und Bau-Arbeiten), wie der Solelboneh ursprünglich hieß, nichts davon. Der Misrad wurde, wie so vieles in der Geschichte der palästinensischen Arbeiterbewegung aus der Not heraus geboren. Die dritte Alijah kam (1920), und der palästinensischen Arbeiterschaft, die ja der Hauptträger des zionistischen Kolonisationswerkes in Palästina ist, fiel die Aufgabe zu, für die Resorbierung der neuen Einwanderungswelle, für die Unterbringung der neuen Chaluzim Sorge zu tragen. Die Überführung in die Landwirtschaft war objektiv unmöglich, und wir mußten unsere Zuflucht zu Notstandsarbeiten nehmen. Die erste Periode des Misrad ist also charakterisiert durch den Kwisch (Straßenbau). Den Bau von vier Kwischim, Tiberias-Jemak, Tiberias-Tabdo, Afule-Nazareth, Haifa-Dejedah, hatten wir von der Regierung auf eigene Kosten und Gefahr übernommen, um überhaupt Arbeit für die neuen Genossen zu finden. Es fehlte uns an allem; an qualifizierten Arbeitern, an Produktionsmitteln und an Geld. Unsere Arbeiter waren zum Teil Mädels, die auf der Chaussee saßen, um Steine zu klopfen und sich aus Ungeschicklichkeit die Finger blutig schlugen. In mehr als einer Gruppe konnte man sich keine Stiefel kaufen, sondern band Säcke um die Füße. Diese Monate waren die schwerste Zeit des Misrad. Wenn wir sie überstanden haben, so nur durch den heroischen Opfermut der dritten Alijah. Und als diese Periode zu Ende ging, war der Misrad der bei weitem größte Unternehmer des Landes geworden. Er beschäftigte 2000 Arbeiter und diese, durch die härteste Schule gegangen, waren gut ausgebildete Facharbeiter geworden. Doch noch stand uns eine zweite Prüfung bevor. Das war der Übergang zur zweiten Periode unserer Tätigkeit, dem Binjan, der Bauarbeit. Die Arbeit auf dem Bau ist schon sehr viel komplizierter und spezialisierter als der Straßenbau. Die Arbeit im Kwisch war eine Massenarbeit, die Bauarbeit erfordert die Aufteilung der Arbeiten in kleine Gruppen, die jede selbständig arbeiten. Jeder Genosse muß bestimmte fachliche Fähigkeiten besitzen, wenn Defizite vermieden werden sollen. Wieder half uns die Ausdauer und Hingabe der Chaluzim über die Schwierigkeiten hinweg, und in wenigen Monaten wurden aus 2000 Chausseearbeitern 2000 Bauarbeiter. Heute hat sich diese Zahl beträchtlich vermehrt, und wir verfügen heute über beinahe 3000 gut ausgebildete und qualifizierte Bauarbeiter. Doch ist die Lage im Baugewerbe auch in den vergangenen Monaten noch schwer und drückend gewesen. Die übertriebene Steigerung der städtischen Kolonisation, die zunächst zu einer gewaltigen Vermehrung des Baumarktes führte und gestattete, 3000 Arbeiter zu beschäftigen, mußte bald ihren Höhepunkt überschreiten. So kam es, daß wir in der letzten Zeit unter Arbeitslosigkeit litten. Kurzarbeit war häufig die Folge, und viele unserer Chawerim haben im Sommer nur 3 Tage, in der Regenzeit nur einen Tag in der Woche gearbeitet. Heute stehen wir vor einer dritten Periode der „Solelboneh“, wie der Misrad heute heißt, nachdem ihn die Regierung als Genossenschaft auf Aktien bestätigt hat. Eine vierte Alijah muß und wird ins Land kommen. Der Tabakbau gibt die Anregung dazu. Aber wir müssen darauf gefaßt sein, daß der jüdische Arbeiter, sei es, durch arabische Arbeit verdrängt, dauernd, sei es in bestimmten Jahreszeiten in diesem Zweige keine Arbeit findet. Und andererseits wirkt auch bei uns natürlich der Grundsatz, auf dem das ganze DAS HAUS KRELL-UCKO THEATINERSTR.16 TELEFON 27831-32 BIETET BESONDERE PREISVORTEIL.E IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNG MÄDCHEN-KONFEKT ION TEPPICHEN — GARDINEN - DECKEN

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