Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 23 (6.6.1924)
- Date
- 1924-06-06
- Page
- Seite 104 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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104 Das Jüdische Echo Nr. 23 Verstoß gegen die Minoritätenrechte bedeutet, dies das Ende des Numerus clausus bedeuten wird. Die Bestimmungen der Minoritätenverträge haben eine große Macht. In Wien wurde mir z. B. versichert, daß die Regierung nicht nur entschlossen ist, die Agitation für den Numerus clausus zu untersagen, sondern auch die Propaganda für die Einschränkung der verfassungsmäßigen Rechte der Juden. Mit der rumänischen Regierung stehe ich wegen der Flüchtlingsfrage in Verbindung. Wir können mit der Haltung der rumänischen Regierung nicht unzufrieden sein. Die jetzige prekäre Lage hängt mit den auf der Wiener russischrumänischen Konferenz entstandenen Schwierigkeiten zusammen. Es ergeben sich auch daraus die Schwierigkeiten betreffs der Repatriierung der Juden. Sobald die Lage sich gebessert haben wird, werden wir versuchen, mit der russischen Regierung wegen der Repatriierung der Juden in Verbindung zu treten. Die Ica wird im gegebenen Augenblick Vorschläge einbringen, und sie ist auch auf materielle Opfer vorbereitet. Über die Kolonisation der Krim durch die Juden, sagte Herr Lucien Wolf, seien die letzten Berichte nicht zufriedenstellend gewesen. Autonome jüdische Kolonien sind ein Traum. Die Juden können sich wohl in der Krim ansiedeln, jedoch ohne politische Vorrechte. Die Ica steht dem Projekt sympathisch gegenüber. Wir sind uns darüber klar, daß die Juden einen Zufluchtsort brauchen, wo sie ruhig leben können. Es ist an ihnen, diesen zu finden. Wir können einen solchen nicht vorschlagen. Von Rom aus wird sich Herr Wolf nach Rumänien begeben. Palästina-Nachrichten Grundsteinlegung der Weberei „Lodzia“ in Tel Awiw Dieser Tage wurde in Tel Awiw der Grundstein für die Webereiwerkstatt „Lodzia“ gelegt, die vofi den Lodzer Kaufleuten Moses, Braun und Gutres gegründet wurde. Es sind dies Fachleute mit großer, vieljähriger Erfahrung auf dem Webereigebiete, denen auch die nötigen Kapitalien zur Verfügung stehen. An der Feier der Grundsteinlegung nahmen namens der Stadtgemeinde Tel Awiw die Herren Disengoff, Mossinson und Blumenfeld wie auch neben anderen die Herren Levontin, Podlischewsky, Tischby und Grasowsky teil. Die Weberei wird vorläufig gegen 100 Arbeitern Beschäftigung geben. (Ziko.) Das nächste Palästina-Budget der zionistischen Organisation. — Nicht Gelder für neue Siedlungen, sondern Stärkung der vorhandenen Jerusalem. Wie die palästinensische Telegrafen-Agentur erfährt, sind die kürzlich zur Festsetzung des nächstjährigen Palästina-Budgets nach Palästina gekommenen Mitglieder des Finanz- und Wirtschaftsrates der zionistischen Organisation Dr. Halpern, Herr Kaplansky und Dr. Arlosoroff der Ansicht, in dem Budget keine Posten für neue Siedlungen aufzustellen, sondern statt dessen Maßnahmen zur Kräftigung der bereits bestehenden Siedlungen zu treffen. Ihr Plan geht dahin, alle bestehenden Siedlungen in Palästina innerhalb dreier Jahre wirtschaftlich selbsttätig zu machen. Eine Sonderkommission, bestehend aus den Herren Dr. Arlosoroff, Ettinger, Vilkansky und Baretz wird alle jüdischen Siedlungen in Palästina besuchen, um festzustellen, welche Maßnahmen notwendig sind, um alle diese Siedlungen wirtschaftlich selbsttätig zu machen. Ein Palästina-Adreßbuch Jerusalem (J.T.A.). Der Verlag „Handel und Industrie“ hat die Veröffentlichung eines Palästina-Adreßbuches in besonderen Ausgaben für jeden Distrikt in Angriff genommen. Das Adreßbuch wird die Namen und Adressen der Einwohner, der Regierungs- und der öffentlichen Institute, der Handelbureaus, Banken usw. enthalten. Das Buch wird sowohl für Palästina als auch für das Ausland hergestellt, und man hofft, daß es ein Hilfsmittel für Handel und Industrie in Palästina sein wird. Bau der Universität Der Bau des chemischen Instituts der Hebräischen Universität am Berge Zefim in Jerusalem schreitet vor. Das Gebäude wird ganz in Stein aus den Steinbrüchen der kooperativen Baugilde Solei Boneh errichtet. Die Qualität der Arbeit, die von den Kwuzoth von Solei Boneh ausgeführt wird, stellt die besten Architekten, die den Bau besichtigen, zufrieden. Außer den Arbeiten bei den Steinbrüchen sind gegenwärtig am Bau zirka 100 Arbeiter beschäftigt. Das alte Gebäude, in welchem jetzt nur noch die Holzarbeiten vollendet werden, wird noch im Laufe dieses Monats der Institutsverwaltung übergeben werden können. An dem neuen Gebäude wird nach Beendigung der Fundamente bereits mit der Errichtung der Steinwände begonnen. (Ziko.) Aus der jüdischen Welt Amerika Annahme der verschärften Immigrationsbill durch den amerikanischen Kongreß Berlin (J.T.A.). Das Vereinigte Komitee für jüdische Auswanderung (Emigdirekt) hat eine telegraphische Nachricht aus New York erhalten, wonach der amerikanische Kongreß die neue Immigrations-Bill, die die Immigration auf 2% nach dem Census von 1890 beschränkt, angenommen hat. Das Gesetz sieht vor, daß Frauen und minderjährige Kinder amerikanischer Bürger in der Quotenzahl nicht eingerechnet werden und außerhalb der Quote einwandern können. Eltern von Bürgern über 55 Jahre, gehören zur ersten Kategorie. Außerdem ist eine neue Klausel angeführt worden, laut welcher Emigranten, die nicht direkt aus ihrem Geburtslande reisen, sich in dem Tran- D A S HAUS KRELL-UCKO THEATINERSTR.16 TELEFON 27831-32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNG MÄDCHEN-KONFEKT ION TEPPICHEN — GARDINEN - DECKEN