Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 23 (6.6.1924)
- Date
- 1924-06-06
- Page
- Seite 103 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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TNr.23 Das Jüdische Echo 103 Vereinigten Komitees für jüdische Auswanderung auf der Internationalen Emigrationskonferenz in Rom, die Herren Dr. Sinovy, Tiomkin, Zevi, Aberson und Dr. Alter haben Schritte unternommen, um die Lage jener Emigranten, die sich in den europäischen Hafenstädten befinden und auf Eröffnung der neuen Quote warten, möglichst zu erleichtern. Es wurde zu diesem Zwecke eine spezielle Sitzung der Vertreter aller gesellschaftlichen Organisationen unter dem Vorsitz des Professors Warle einberufen, die bestimmte Vorschläge zu dieser Frage ausarbeiten wird. Das ausführliche Memorandum des Emigrationsdirektoriums, das zu allen Punkten der Tagesordnung des Kongresses Stellung nimmt, wurde dem Präsidium überreicht und allen Teilnehmern unterbreitet. Die Konferenz wird bis zum 31. Mai dauern. Einladung des Präsidenten der Rom-Konferenz an die jüdischen Delegierten Rom (J.T.A.). Die Vertreter der jüdischen Organisationen in Rom haben von dem Präsidenten der Internationalen Konferenz in Rom, de Michelis, eine Einladung erhalten, den zuständigen Sektionen der Konferenz ihre Wünsche vorzutragen. Das Schicksal der in den Häfen wartenden Emigranten vor der Konferenz in Rom R o m. Der Ausschuß der privaten Gesellschaften zum Schutz der Emigranten, der sich im Bureau international du travail in Genf konstituiert hatte, beschloß auf Antrag der Vertreter des Vereinigten Komitees für jüdische Auswanderung (Emigdirekt), ein Memorandum für die Plenarkonferenz auszuarbeiten und sich an die zuständigen Regierungsstellen zu wenden, damit denjenigen Emigranten, die infolge der Annahme der Johnson-Bill in den europäischen Häfen festsitzen, ohne in ihr Bestimmungsland reisen zu können, Möglichkeiten der Einwanderung beschafft werden. Die jüdische Delegation bei der Rom-Konferenz beiirt Einwanderungskommissar der Vereinigten Staaten Rom (J.T.A.). Der Oberkommissar für Einwanderung in den Vereinigten Staaten, Herr W. W. Husband, hat am 27. Mai die Delegierten des Vereinigten jüdischen Emigrations-Komitees auf der Internationalen Konferenz für Emigration und Immigration in Rom empfangen. Die jüdischen Vertreter unterbreiteten dem Kommissar eine Schrift, in der die ungewöhnliche Lage jener russischen Emigranten geschildert wird, die in großer Anzahl in den Häfen der verschiedenen Transitländer festgehalten sind, und, obgleich im Besitz amerikanischer Visen, ihre Reise wegen der Erschöpfung der russischen Quote nicht fortsetzen können. Kommissar Husband folgte den Ausführungen der jüdischen Vertreter mit großem Interesse. Man besprach die Maßnahmen zur Erleichterung der Lage dieser Emigranten im Hinblick auf die neue Einwanderungs-Beschränkungsbill ln den Vereinigten Staaten. Kommissar Husband erklärte gegenüber der Delegation, daß er binnen kurzem zusammen mit den lokalen amerikanischen Konsuln die europäischen Hafenstädte besuchen wird, um die Lage dieser russischen Emigranten zu studieren. Interview mit Luden Wolf in Rom Die jüdische Sache auf der internationalen' Emigrationskonferenz. — Ein fakultatives Gutachten über den Numerus clausus. — Das Krim-Projekt Rom (J.T.A.). Unter den zur Internationalen Konferenz für Emigration und Immigration in Rom eingetroffenen Vertretern jüdischer Vereinigungen befindet sich auch Herr Lucien Wolf, den der J.T.A.-Vertreter über den Stand der jüdischen Sache auf der Konferenz befragt hat. Herr Lucien Wolf führte aus, daß die Vertreter der jüdischen Organisationen der Konferenz ihre Wünsche in einem vom Internationalen Komitee der privaten Organisationen zum Schutz der Emigranten vorgelegten Memorandum unterbreitet haben. Im übrigen wird alles mögliche getan werden, um Erleichterungen für jüdische Auswanderer zu erlangen, besonders für diejenigen Auswanderer, die, im Besitze ordnungsmäßiger Visen, doch nicht in ihr Bestimmungsland kommen können. Mit der Lage der Juden in den osteuropäischen Ländern, erzählte Herr Wolf, beschäftige sich das englisch-jüdische Foreign Com- Öiittee in einem weiten Maße. Besonders was den Numerus clausus an den Universitäten anbelangt. Man wird darüber ein Gesuch an den permanenten internationalen Gerichtshof richten. Sobald die Dokumente vollständig beisammen sind, werden wir uns an den Völkerbund wenden, daß er den Gerichtshof um einen konsultativen Bescheid bezüglich der Gesetzlichkeit des Numerus clausus ersucht. Nach Rücksprache mit Rechtssachverständigen in Wien habe ich den Eindruck, daß wir die Sympathie des Völkerbundes auf unserer Seite haben. Es ist klar, daß, wenn wir eine Entscheidung des permanenten Gerichtshofes darüber erhalten, daß der Numerus clausus ein1 "KbuThallmaier München Theatmerür.lö. ^bnzollanjQ. >4\ ,7 - \