Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- 22 (30.5.1924)
- Date
- 1924-05-30
- Page
- Seite 90 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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90 Das J fl dl sehe Echo Nr. 22 Wissenschaft eröffnet werden. Vorläufig soll für das Gebäude wenig Geld ausgegeben werden, hingegen müssen die oben erwähnten Institute vollkommen ausgestattet werden. In der Frage der verantwortlichen Körperschaft für die Universität kann man heute noch nichts Positives sagen. Es bestehen Universitätskomitees in Amerika, England, Frankreich, die sich in nächster Zeit konstituieren und zusammen mit der Zionistischen Exekutive die ganze Angelegenheit regeln werden. Es steht außer Zweifel, daß die Hebräische Universität für die Juden und für die Menschheit Großes leisten wird.“ „Wird das Legat des Bagdader jüdischen Mäzens Kadoorie für jüdische Unterrichszwecke verwendet werden können?“ „Kadoorie hat sein Legat in der Höhe von 130 000 Pfund Sterling nicht der palästinensischen* sondern der englischen Regierung vermacht mit der Bestimmung, das Geld für Erziehungszwecke in Mesopotamien oder Palästina zu verwenden. So stehen die Dinge und nicht anders. Die palästinensische Regierung kann da gar nicht dreinreden, da sie nicht der Testamentsvollstrecker ist. Immerhin hat die Exekutive alles unternommen, um das Legat für Palästina zu verwenden. Es ist heute fast außer Zweifel, daß die Bemühungen der Exekutive von Erfolg gekrönt sein werden. Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß die Exekutive die Verwendung des Geldes für gemischte Schulen ablehnt und strikte darauf beharrt, daß die zu gründenden Schulen dem jetzigen hebräischen Schulsystem angepaßt werden sollen.“ „Ist es richtig, daß die Thermen von Tiberias in jüdischen Besitz übergehen?“ „Ein syrischer Araber hat die Konzession der Thermen noch vor dem Krieg erworben, was die palästinensische Regierung auch anerkannt hat, mit der Bedingung, daß in den nächsten fünf Jahren alles ausgebaut werden muß. Die Zionistische Exekutive verhandelt jetzt mit dem Besitzer bezw. Pächter, und es ist ein günstiges Resultat zu erwarten. Es soll hervorgehoben werden, daß der Pächter auf eine Kooperation mit der Zionistischen Organisation geradezu drängt, mit der Begründung, daß er ohne diese Mitarbeit nicht in der Lage sei, hier etwas zu schaffen. Es ist Hoffnung vorhanden, daß die Frage geregelt wird.“ „Wann wird die palästinensische Währung errichtet werden?“ „Heute ist Ägypten ein unabhängiger Staat, und es hat gar keinen Sinn, daß wir im Lande ägyptisches Geld haben. Es besteht überdies noch die Gefahr, daß bei einer schlechten ägyptischen Finanzwirtschaft Erez Israel stark in Mitleidenschaft gezogen wird. Außerdem macht die ägyptische Nationalbank an Erez Israel gute Geschäfte; dieser Gewinn würde bei eigenem Gelde dem Lande selbst zufallen. Heute ist die Zeit der Einlösung des ägyptischen Geldes infolge der hohen Notierung des ägyptischen Pfundes sehr günstig. Von allen diesen Erwägungen ausgehend, hat die palästinensische Regierung eine Kommission eingesetzt — es sitzen bekanntlich drei prominente Juden in dieser Körperschaft —, die diese Frage studieren und der Regierung geeignete Vorschläge unterbreiten soll. Die Erledigung dieser Frage wird in der nächsten Zeit erfolgen und bedeutet von unserem nationalen und wirtschaftlichen Standpunkt aus einen Schritt nach vorwärts.“ „Wie läßt sich heute“ — so lautete die letzte Frage — „der Stand der Araberfrage formulieren?“ „In den letzten zwei Jahren haben sich die jüdisch-arabischen Beziehungen absolut gebessert. Der größte Teil der städtischen arabischen Bevölkerung hat sich davon überzeugt, daß die Balfour-Deklaration eine res judicata sei, daß man das Mandat nicht aufheben wird; daher suchen die Araber überall wirtschaftliche Vorteile zu erlangen. So boten sie — wie bereits erwähnt — der Zionistischen Organisation an, die Quellen von Tiberias gemeinsam auszunützen. Freilich gibt es heute noch Extremisten, deren Zahl ist aber absolut im Abnehmen. Was die arabische Landbevölkerung betrifft, so bestand niemals zwischen ihr und den Juden irgendwelche Feindschaft oder wirtschaftliche Konkurrenz. Klar ist es, daß das arabische Volk heute noch auf einer primitiven Kulturstufe steht und Aufhetzungen und Aufwiegelungen leicht zugänglich ist. Würde es von den sogenannten Führern unbehelligt bleiben, dann stünde gewiß nichts einem vollen Einvernehmen mit den Juden im Wege. Die Besserung der jüdisch-arabischen Beziehungen ist auch darauf zurückzuführen, daß König Hussein von Hedschas die Forderungen der arabischen Extremisten ablehnte und die zionistische Delegation sehr freundlich empfing. Andererseits macht die Regierung den Arabern keine Vorschläge mehr und bewahrt eine reservierte Stellung, was die Verhandlungen erleichtert. Bezüglich des Vertrages mit König Hussein stehen die Dinge so, daß er entweder alle Vorschläge der englischen Regierung annehmen wird, oder Palästina wird aus dem Vertragsbereich ganz ausgeschlossen werden. Wird Palästina in den Vertrag einbezogen, dann muß Hussein rückhaltlos die Balfour-Deklaration und das Mandat PORZELLAN-M1EDKBLA«! MVMCKEN THEATINERSTRASSE 3) gn&HM&tr tktr FddhtrmkmHs «•■»** itSWAHl IS «BKSAVeiBMimi.il TÄTLICHE liAIKKBBfiÄIIVIfi