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Das jüdische Echo · 1924-04-04 · 1-14 (4.4.1924) · p. Seite 12

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
1-14 (4.4.1924)
Date
1924-04-04
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 Das Jüdische Echo Nr. 1-14 sehen Juden ausgesprochen hat. Nur parteipolitische Leidenschaft hat den militärisch verantwortlichen Führer des deutschen Feldheeres zu Ve: dächtigungen verleitet, wie sie ungerechtfertigter und ehrenkränkender kaum jemals ausgesprochen worden sind. Im Namen der jüdischen Frontsoldaten, die wir alle in uns das Bewußtsein tragen, mit Opferwilligkeit und Hingabe unserer Kraft dem Vaterland gedient zu haben, im Namen der vielen Tausende jüdischer Männer, die ihre Treue mit dauerndem Siechtum bezahlt haben, im Namen der 12 000 jüdischen Soldaten, die unter Führung General Ludendorffs gefallen sind, im Namen der trauernden Witwen und Waisen, Väter und Mütter, weisen wir die uns zugefügten Beleidigungen zurück und sind uns gewiß, daß die erdrückende Mehrheit des deutschen Volkes von diesen ungeheuerlichen Verdächtigungen nichts wissen will. I. A.: Dr. Löwenstein, Hauptmann d. R., Bundesvorsitzender.“ PesSach in Palästina. Im Rahmen der vom Wiener Palästina-Amte veranstalteten Gesellschaftsreisen nach Palästina wird bei genügender Teilnehmerzahl eine Gesellschaftsgruppe mit dem am 11. April d. J. von Triest auslaufenden Eildampfer des Lloyd Triestiino abreisen. Die Reiseteülnehmer werden einen siebzehntägigen Aufenthalt in Palästina nehmen, während der PessachrFeiertage den nationalen Festlichkeiten in Jerusalem beiwohnen und sämtliche Sehenswürdigkeiten des Landes besichtigen können. Die Reisegesellschaft wird Palästina am 1. Mai verlassen, um sich mit dem am Freitag, den 2. Mai von Alexandrien abgehenden Eildampfer einzuschiffen. Die Ankunft in Wien erfolgt Dienstag, den 6. Mai früh. Infolge einer von der Schiffahrtsgesellschaft gewährten Ermäßigung stellen sich die Gesamtkosten pro Person (Bahn und Schiff tour und retour, Aufenthalt im Lande, inklusive Exkursionen, Führungen usw.), wie folgt: 1. Klasse 110 Pfund Sterling, 2. Klasse 78 Pfund Sterling, 3. Klasse 48 Pfund Sterling, für Deckreisende 29 Pfund Sterling. .Anmeldungen werden noch bis spätestens 3. April beim Palästina-Amte;, Wiien, 1. Bez., Bauernmarkt 24 (Tel. 63 1 27), entgegengenommen. Gleichzeitig mit der Anmeldung ist der entfallende Gesamtbetrag beim Palästina-Amte zu erlegen. Kleines Feuilleton Vivisektion an Juden Aus Gorkis Tagebuch. Die vornehme englische Zeitschrift „Nation“ veröffentlicht seit einiger Zeit unter dem Titel: „Fragments from my Diary“ (Fragmente aus meinem Tagebuch) die Tagebuchiblätter Maxim Gorkis. In der letzten Nummer der „Nation“ erzählt Gorki die folgende Geschichte, die ihm von dem berühmten Bakteriologen Prof. Z. vor kurzem mitgeteilt wurde. Der Professor war mit dem General B. sehr gut bekannt. Während des Krieges sprachen sie einmal über die verschiedensten Dinge und im Verlaufe des Gespräches erwähnte der Professor, daß er eine Anzahl Affen für Experimentierzwecke benötige. Der General warf seinen Kopf zurück und sprach im ernstesten Ton: „Sagen Sie, Herr Professor, könnten Sie für Ihre Experimente nicht . . . Juden verwenden?“ Da der Professor den General erstaunt ansah, fügt dieser erklärend hinzu: „Ich habe hier nämlich jetzt einige Juden, die als Spione eingefangen wurden. Diese werden, ob so oder so, gehenkt werden, und so überlasse ich sie Ihnen, wenn Sie sie für Ihre Experimente verwenden wollten, sehr gerne.“ Der Gelehrte war so verblüfft über dieses seltsame Angebot, daß er kein Wort der Erwiderung fand. Der General kümmerte sich jedoch nicht um das Erstaunen seines Gastes, sondern klingelte seinen Adjutanten herein, dem er den Befehl erteilte: „Wollen Sie sofort feststellen, wie viele Spione zum Tode verurteilt wurden und wie viele unter ihnen Juden sind?“ Der Adjutant salutierte und enfernte sich. Während dieser sich seiner Aufgabe entledigte, bemühte sich der Gelehrte, den General darüber aufzuklären, daß man an Menschen denn doch nicht solche Experimente ausführen könne, da man doch nicht wisse, wie die Experimente ausgehen. Mit weit aufgesperrten Augen sah er den Professor an und sprach: „Aber, mein Herr, der Mensch ist doch immerhin verständnisvoller als der Affe.“ „Das stimmt —“ bestätigte der Professor. „Wenn Sie nun“, fuhr der General triumphierend! fort, „einem Menschen irgend ein Gift einspritzen, so wird dieser in der Lage sein. Ihnen zu sagen, wann seine Schmerzen beginnen, und wird überhaupt über jede Phase der Wirkung des Giftes genau berichten können. Bei den Affen ist das ausgeschlossen,“ Der Bakteriologe wollte eben antworten, als der Adjutant wieder eintrat. Er salutierte stramm und meldete: „Exzellenz, melde gehorsamst, unter den zum Tode durch den Strang verurteilten Spionen ist kein einziger Jude! Es sind nur Rumänen und T schechen.“ Der General zog ärgerlich die Stirne in Falten und brummte vor sich hin: „Schade . . . wirklich schade ... ich dachte, daß . . . zum Teufel, wirklich schade . . .“ Literarisches Echo Eine nationaljüdische Doktordissertation In der staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen promovierte vor kurzer Zeit ein junger Berliner Zionist, Alfred Kantorowicz, mit einer Dissertation über das Problem der jüdischen Nationalität zum Doktor der Philosophie. Die Arbeit fand eine sehr günstige Beurteilung. (Ziko.) Personalia München. Während der unfreiwilligen Ferien des „Jüd. Echo“ hatte die Münchener Israelische Gemeinde Gelegenheit, einige Männer zu feiern, welche es verdient haben, auch noch nachträglich in diesem Blatte hervorgehoben zu werden. Anfangs März beging Herr Rabbiner Dr. Ehrentreu seinen 70. Geburtstag, aus welchem Anlaß die Isr. Religionsgesellschaft „Ohel 999999999999

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