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Das jüdische Echo · 1924-04-04 · 1-14 (4.4.1924) · p. Seite 11

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
1-14 (4.4.1924)
Date
1924-04-04
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nr. 1-14 Das Jüdische Echo 11 Wicklung seines Volkes in Gegensatz stellt zum Aufstieg der anderen. Als die zionistische Bewegung auf ihrer ersten Etappe mit dem Traume von einem jüdischen Reiche ins Leben trat, da habe er sie als reaktionär und rückschrittlich gewertet. Anders jetzt, wo im Brennpunkte der Bewegung die palästinensische Arbeiterschaft steht. Diese verbindet ihre nationalen Erfolge mit den internationalen Bestrebungen und schmiedet so ein starkes Glied in die Kette der Menschheit. Er, Bernstein, selbst könne kein Zionist sein, da er in einem zu sehr assimilierten Kreise lebte. Aber ihm sei das warme Licht nahe, das von dieser Bewegung ausstrahlt, und er anerkenne voll und ganz ihren hohen ethischen Wert. In der Zeit der Beschränkung der Horizonte, der Eintrocknung der Ideale und des überwuchernden Nationalismus, der sich in der Form des Chauvinismus austobt — müssen alle eine Bewegung, die den Stempel der Gerechtigkeit trägt, von Herzen begrüßen. Es ist die heiligste Pflicht aller, eine Bewegung zu unterstützen, deren Streben es ist, aus einem Maklervolke ein Arbeitervolk innerhalb einer auf Gleichheit und Gerechtigkeit basierenden Welt zu machen. Palästlna^Nachrtchten „König Hussein hat kein Interesse an Palästina“ Über Sir Herbert Samuels Besuch bei König Hussein in Amman schreibt der „Manchester Guardian“: „Politisches scheint sehr wenig diskutiert worden zu sein, und tatsächlich hat die palästinensische Regierung schwerlich die Macht und noch weniger den Wunsch, sich mit König Hussein in längere Verhandlungen über politische Fragen einzulassen. Es scheint, daß das Colonial Office eine dahingehende Entscheidung erreicht hat, daß Transjordanien unter den Einfluß Palästinas gestellt wird, wodurch der britische Vertreter in Amman Beamter der palästinensischen Regierung würde und dem High Commissioner von Palästina unterstellt würde. Es wird verstanden, daß dieses Arrangement den Anlaß zur Resignation Mr. Philbys, des britischen Vertreters in Amman, bildete. Mr. Philby ist ein Gegner aller Mandate über arabische Territorien und verlangt auf jeden Fall, daß der britische Vertreter in Amman nur dem Staatssekretär der Kolonien direkt verantwortlich ist.“ Das Blatt fährt weiter fort: „Es ist klar, daß König Hussein kein besonderes Interesse an Palästina nimmt, und daß er, wenn die Parteiführer in Palästina es ihm nur erlauben würden, sich beeilen würde, in dieser Beziehung allen Wünschen der britischen Regierung entgegenzukommen.“ (Ziko.) Der Papst anerkennt das Palästina-Mandat Jerusalem. (JTA.) In einem Interview mit einem Vertreter der Palästinensischen Telegraphen-Agentur äußerte sich der Bischof von Westminster, Kardinal Bourne, über die gegen ihn in dem „Katholischen Herold“ gerichteten Angriffe, in denen es unter anderem hieß, Kardinal Bourne „verfolge eine chauvinistische Politik, um die britischen Interessen im heiligen Land mit aller Kraft zu befestigen“. Der Kardinal versicherte, er habe keinerlei politische Mission in Palästina zu erfüllen. Im weiteren Verlauf der Unterredung sagte Kardinal Bourne, der eben aus Rom kommt, der Papst anerkenne das Mandat Großbritanniens über Palästina, da er glaubt, Großbritannien werde das Mandat in gerechter Weise ausüben. Die Lage in Palästina, fuhr er fort, hat sich seit 1919 außerordentlich verbessert. Er glaube an eine arabisch-jüdische Verständigung auf Grund des Mandats und meint, die Errichtung eines jüdischen Nationalheimes in Palästina sei sehr wohl möglich, wenn alle Beteiligten vernünftig handeln und die „extremen Zionisten“ nicht die Oberhand gewinnen. Felix Warburgs Befriedigung über die Fortschritte in Palästina Felix Warburg, Präsident des Joint Distribution Committee, der soeben Palästina besucht hat, gab in einem Interview seiner Befriedigung über das dort Geleistete Ausdruck. Er erklärte, er sei davon direkt überrascht. In einem Schreiben an Baron Edmond Rothschild spricht er diesem seinen Dank aus für seine durch die Gründung jüdischer Kolonien getane große Arbeit für Palästina. Warburg erklärte, es sei Pflicht eines jeden Juden, an der Aufbauarbeit für Palästina mitzuhelfen. (Ziko.) Auch die neue englische Regierung legt sich auf die Balfour-Deklaration fest Auf eine Anfrage im Unterhause des Abg. Charleton über die Politik der Regierung mit Bezug auf die Zukunft Palästinas gab der Staatssekretär der Kolonien, Thomas, die schriftliche Antwort, die Regierung habe nach sorgfältiger Erwägung aller Umstände beschlossen, an der Politik der Verwirklichung der Balfour-Deklaration vom Jahre 1917 festzuhalten, in der sich Großbritannien verpflichtete, die Schaffung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina zu fördern, wobei vorausgesetzt werde, daß nichts getan werden soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte anderer Gemeinschaften im Lande beeinträchtigen würde. Wie das Haus wisse, sei diese Politik in dem Mandat für Palästina enthalten, das vom Völkerbund bestätigt worden sei. Die Londoner „Jewish Times“ lenkt die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, daß in dieser Erklärung der neuen englischen Regierung nur auf die Balfour-Deklaration und das Mandat verwiesen wird, während das Churchill’sche White Paper und die darin zum Ausdruck gebrachte Auslegung der Balfour-Deklaration und der Mandatsbestimmungen unerwähnt geblieben ist. (Ziko.) Metullah wird endlich Palästina einverleibt Auf Grund des noch im März vergangenen Jahres getroffenen Abkommens zwischen der englischen und französischen Regierung bezüglich der Grenzlinie zwischen Syrien und Palästina wird nunmehr, wie offiziell mitgeteilt wird, von April ab die Kolonie Metullah, die nördlichste jüdische Siedlung des Landes, Palästina einverleibt. (Ziko.) Aus der Jüdischen Welt Im Namen von 12 000 gefallenen jüdischen Soldaten. Die in Berlin stattgefundene Tagung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten hat die folgende Entschließung gefaßt: „Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten hat mit Entrüstung von den Beschuldigungen und Verdächtigungen Kenntnis genommen, die General Ludendorff im Münchner Prozeß gegen die deut-

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