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Das jüdische Echo · 1924-04-04 · 1-14 (4.4.1924) · p. Seite 13

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
11 (1924)
Issue
1-14 (4.4.1924)
Date
1924-04-04
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Nr„ 1 — 14 Das Jüdische Echo 13 Jakob“ einen Festgottesdienst in ihrer Synagoge veranstaltete. Nach den üblichen Freitagabendgebeten würdigte der Vorsitzende von „Ohel Jakob“, Hr. Kommerzienrat Sigmund Fraenk e 1, in äußerst gehaltvoller Rede die Verdienste des Jubilars nicht nur um seine engere Gemeinde, sondern auch um die Großgemeinde, wo er sich durch seine Friedensliebe in allen Kreisen viele Freunde, geschaffen hat. Ganz besonders aber muß auf die Tätigkeit des Herrn Rabbiners Dr. Ehrentreu auf wissenschaftlichem Gebiet hingewiesen werden. Nach dem Tode des Rektors Hoffmann erging an ihn der Ruf als dessen Nachfolger beim Rabbinerseminar in Berlin zu fungieren. Er konnte sich jedoch nicht entschließen, diesem ehrenvollen Rufe Folge zu leisten und seine ihm so lieb gewordene Gemeinde verlassen. Ein weiterer Jubilar in der hiesigen Gemeinde, der am 2. März seinen 75. Geburtstag beging, Herr Albert Landauer, ist seit 38 Jahren in unermüdlicher Weise im Vorstand der Israel. Kultusgemeinde München tätig. Neben dieser ersprießlichen Arbeit widmete Herr Landauer seine Tätigkeit vielen Wohltätigkeitsvereinen und es sei besonders hervorgehoben, daß derselbe seit vielen Jahren bei fast keiner Beerdigung fehlt. Ganz besonderen Dank verdient derselbe für die Schaffung des Isr. Altersheims in der Kaulbachstraße, das er im Verein mit seinem Kollegen Michael Nußbaum unter großen Mühen ins Leben rief. Die Vorstandschaft der Isr. Kultusgemeinde München feierte die Herren Rabbiner Dr. Ehrentreu und Albert Landauer in einer Festsitzung, die sehr zahlreich besucht war. Bei dieser Gelegenheit wurde den beiden Herren das Ehrendiplom der Gemeinde überreicht. Die Isr. Religionsgesellschaft „Ohel Jakob“ konnte im abgelaufenen Monat einen weiteren Jubilar feiern. Herr Kantor und Religionslehrer Leopold Rotte r, der seit 25 Jahren in der Gemeinde in mustergültiger Weise tätig ist, wurde ebenfalls anläßlich eines Festgottesdienstes in entsprechender Weise gefeiert. Herr Hauptlehrer Heinrich Friedmann konnte in der letzten Woche seinen 75. Geburtstag feiern und wurde in vielfacher Weise geehrt. Von Seite der Regierung wurde ihm der Oberlehrertitel verliehen. Herr Hauptlehrer S. Dingfelder wurde zum Oberlehrer ernannt. Frankfurt a. M., 15. Febr. Aus dem Büro der Stellenvermittlungszentrale der Agudas Jisroel Jugendorganisation in Frankfurt a. M., Röderbergweg 71/11, wird geschrieben: Durch die Ungunst der wirtschaftlichen Verhältnisse wurden in den letzten Tagen zahlreichen Angestellten aller Branchen gekündigt. Bei uns laufen täglich zahlreiche Stellengesuche ein. Wir bitten hierdurch alle gesetzestreuen Geschäftsinhaber, uns vorkommenden Falles sofort die in ihrem Hause vakante Stelle aufzugeben. — Es sei bemerkt, daß die Vermittlung von Stellen für beide Teile —■ Arbeitnehmer wie Arbeitgeber — kostenlos erfolgt. Gemelnden-u.Verelns-lcho Mit dem zu Ende gehenden Schuljahre tritt an viele jüdische Eltern die schwierige Frage der Berufswahl für die auf wachsenden Söhne heran. Ob es sich nun um den 10jährigen Jungen und seinen beabsichtigten Eintritt in eine Mittelschule handelt oder um den Dreizehnjährigen, der die Volksschule verläßt um den Absolventen der sechsklassigen oder der neunklassigen Mittelschule, immer ist das Problem ein äußerst heikles. Die akademischen Berufe sind weitaus zum größten Teil überfüllt. Die wirtschaftliche Depression zwingt nicht nur den Staat sondern auch Privatbetriebe zum Personalabbau. Handel und Industrie stagnieren. Alle Aussichten sind trübe. Da dürfte es qicht unangebracht erscheinen, auf eine Berufssphäre hinzuweisen, die aus berechtigten materiellen Erwägungen in den letzten Jahren keine Gegenliebe finden konnte, deren Verhältnisse sich aber doch wesentlich gebessert haben und weiter zu bessern versprechen: der Beruf des jüdischen Lehrer und Kultusbeamtem. Durch das Eingreifen der Berufsvereine und Gemeindeverbände, sowie durch die Zuschüsse des Staates, ist doch in sehr vielen, vielleicht den meisten Gemeinden eine Eingruppierung nach staatlichen Sätzen erfolgt und auf die Dauer werden auch die noch widerstrebenden Gemeinden nicht gegen den Strom zu schwimmen vermögen. Die jetzt von Woche zu Woche sich mehrenden Stellenausschreibungen jüdischer Gemeinden drängen den Schluß auf, daß heute zahlreiche offene Stellen, deren Bezahlung nach staatlichen Normen geregelt ist schon keinen Bewerber mehr finden. Der jüdische Lehrerstand ist durch das Fehlen des Nachwuchses bereits soweit dezimiert, diaß jüdische Gemeinden, welche in der Vergangenheit geglaubt haben, unter Tarif bezahlen zu dürfen, in Zukunft über Tarif werden zahlen müssen, um bei dem mangelnden Angebot der Stellensuchenden berücksichtigt zu werden. Daß anderseits der beregte Beruf hohe ideale Befriedigung zu geben vermag, ist nie bestritten worden. Eine Überproduktion an jüdischen Lehrern ist auch kaum zu befürchten, denn ein großer Teil der jüdischen Lehrerseminare ist in den letzten Jahren eingegangen. Wer die Verhältnisse überblickt, kann sich der Erkenntnis nicht verschließen, daß die Frage des Lehrernachwuchses für das deutsche Judentum in den nächsten Jahren eine ernste Sorge bilden wird. Allen, denen es um die Erhaltung des deutschen Judentums ernst ist, sollten heute schon zu der Frage Stellung nehmen, wie dem durch Lehrermangel drohenden Zerfall der jüdischen Gemeinden vorgebeugt werden kann. Jedenfalls dürften aus dieser Sachlage heraus die Aussichten des jüdischen Lehrerberufs nach der wirtschaftlichen Seite hin günstiger beurteilt werden, als es in der Vergangenheit der Fall war. Die israelitische Lehrerbildungsanstalt Würzburg hat in nun öOjährigem Bestehen ihre Lebenskraft erwiesen und die schwere Zeit der Not überdauert. Sie marschiert, obgleich auch bei ihr die Frequenz auf kaum die Hälfte der früheren Besuchsziffer herabgesunken ist. hinsichtlich der Schülerzahl an der Spitze ihrer Schwesteranstalten. 7 Schüler der Oberklasse werden sich der am 17. März d. J. beginnenden Abschlußprüfung unterziehen und voraussichtlich in die Schulpraxis entlassen. Ähnlich liegen die Verhältnisse bei der einzigen in Deutschland noch existierenden jüd. Präparandenschule in Höchberg. Zum 1. Mai finden Neuaufnahmen statt. Außer den regulär aus den Präparandenklassen ins Seminar Übertretenden können auch Schüler anderer höherer Schulen Aufnahme finden. Die Reife für Obersecunda (7, Klasse) berechtigt zum Eintritt in die unterste (1), die Absolutorialreife (9. Klasse) zum Eintritt in die oberste (3.) Semimarklasse. Es ist zu erhoffen, daß recht viele diesbezügl. Anmeldungen erfolgen. Der Fortbestand der Semimarklassen ist durch das Aufrücken der zur Zeit in dier Präparandie befind** liehen, wenn auch geringen Zahl von Zöglingen,

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