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Das jüdische Echo · 1923-12-28 · 52 (28.12.1923) · p. Seite 525

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
52 (28.12.1923)
Date
1923-12-28
Page
Seite 525 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 52 Das Jüdische Echo 525 Die Elektrifizierung Palästinas Nach Mitteilungen v. Ing. Rutenberg Ing. Rutenberg weilt derzeit in Wien, um auch dort eine Gesellschaft zur Finanzierung seines palästinensischen Elektrizitätswerkes mit einem Kapital von 50 000 Pfund zu gründen. An der Spitze der österreichischen Aktion steht Ing. Kremenetzki, der bereits eine Anzahl Kapitalisten für das Unternehmen gewonnen hat. Dem Wiener Vertreter der „Jüdischen Rundschau“ machte Ing. Rutenberg folgende Angaben über die von ihm durchzuführende Elektrifizierung Palästinas: Die Elektrifizierungskonzession erstreckt sich auf Palästina, Transjordanien und alle sonstigen Gebiete, die event. einmal unter die Administration des High Comrnissioner von Palästina fallen werden. Sie erstreckt sich auf die Wasserkräfte des Jordan und seiner sämtlichen Nebenflüsse, sowie auf die Wasserkräfte im französischen Mandatsgebiet, die nach der französisch-englischen Konvention für Palästina nutzbar gemacht werden können. Ihre Dauer ist 70 Jahre. Sie gilt auch für die Erzeugung von Elektrizität durch andere Mittel als durch Wasserkraft, ferner gibt sie ein ausschließliches Recht für Anlage elektrischer Straßenbahnen und elektrischer Vollbahnen. Die Tarife sind so zu erstellen, daß die Dividende in den ersten zehn Jahren nach Rücklage von 20% vom Gewinn 8% erreichen darf. Die Rutenberg-Gesellschaft genießt die Stellung einer Körperschaft öffentlichen Nutzens (Public utility body) und hat, solange die Dividende nicht 8% beträgt, kein Einfuhrzölle auf die von ihr importierten Materialien zu zahlen. Für die Gesellschaft, die „Palestine Electric Company“, sind bereits 250 000 Pfund eingezahlt und weitere 150 000 Pfund gesichert. Das noch fehlende Kapital wird zurzeit durch Aktienwerbung aufzubringen versucht. Der größte Vorzug des Projektes ist es, daß der wichtigste und kostspieligste Teil einer derartigen Anlage, das Staubecken, schon von Natur vorhanden ist: Der Tiberiassee mit 170 qkm Fläche. Dieses Becken reicht für allen erdenkbaren Bedarf, doch wäre außerdem noch der Meromsee als Staubecken verwendbar. Das große Wassergefälle des Jordan wird in der Weise ausgenützt, daß das Wasser des Tiberiassees bis auf 2Vs m von der Oberfläche hinab benutzt wird; als Wasserrinne dient zunächst auf 1 km der Jordan selbst, dessen Bett ausgebaggert wird. Nach dieser 1 km langen Strecke wird das Wasser in einen Oberwassergraben von 2,2 km Länge geführt, um sich am Ende der Strecke mit einem Gefälle von 24 m mit dem Jordanwasser zu ergießen. Vorher wird es durch Röhren in das Maschinenhaus geführt. Die erste Stufe, die ausgebaut wird, kann 6000 PS-Stunden leisten, sie ist auf 18 000 PS erweiterungsfähig. Vom Kraftwerk fließt der Strom in einer Hochspannung von 66 000 Volt zu den Verbrauchsstellen, wo er auf niedrige Spannung transformiert wird. Ein großer Absatz ist schon jetzt gesichert, und zwar durch den Kraftbedarf der bestehenden Industrie, der Eisenbahnen — die Strecke Jaffa-Jerusalem wird sofort nach Fertigstellung des Werkes elektrifiziert werden —, ferner durch den Bedarf der zu bauenden Hafenanlagen, der Pumpen in Wasserwerken, Orangerien usw., ferner durch den Bedarf der Städte an Straßenbahnen, Licht usw. Da der Strom billig sein wird, indes alles Heizmaterial importiert werden muß und sehr teuer ist, werden auch Kochen und Heizen in Städten und Kolonien durch elektrischen Strom vorteilhaft betrieben werden können. Man kann sagen, daß dadurch eine große Verbilligung der Lebenskosten — auch in den Kolonien — eintreten wird. In Tel-Awiw besteht schon eine Station, die vorläufig durch zwei Diesel-Motoren zu je 500 PS betrieben wird, in Haifa soll eine zweite gebaut werden. Nach Ausbau der Wasserkräfte werden diese Anlagen als Reservestationen dienen.— Die Bedeutung des Rutenbergwerkes, das vom Frühjahr an zahlreiche Arbeiter beschäftigen wird, für die Kolonisation Palästinas kann nicht hoch genug veranschlagt werden. Erst nachdem billiger Strom vorhanden sein wird, werden Industrie, Landwirtschaft, Gewerbe usw. einen mächtigen Aufschwung erfahren können. Da die Konzession so umfassend wie nur möglich ist, die Gesellschaft überdies auch die elektrischen Installationen und die Lieferung der Elektromaterialien und Maschinen für alle Anlagen übernehmen wird, kann sie als erstklassiges Geschäftsunternehmen mit vollkommen gesicherter Rentabilität angesehen werden. Es ist daher kein Zweifel, daß Rutenberg die nötigen großen Kapitalien finden wird. (Ziko.) Die Palästinareise der „Hakoah“ Bekanntlich tritt die berühmte Wiener jüdische Fußballmannschaft der „Hakoah“, begleitet von einer größeren Zahl von Sport- und Palästinafreunden, dieser Tage ihre Sportfahrt nach Palästina an. Nicht nur in Palästina selbst, sondern auch in Ägypten werden, und zwar nicht nur von jüdischer Seite, die größten Vorbereitungen für einen würdigen Empfang getroffen. Von welch großer propagandistischer Bedeutung diese Fahrt ist, bezeugt ein Schreiben des Tel-Awiwer Bürgermeisters Dr. Diesengoff, das hier im Auszuge wiedergegeben sei: „... .Der Präsident des Alexandrinischen Empfangs- und Vorbereitungskomitees, de Piciotto, hat Auftrag, die Grüße des Protektors der Wettspiele in Alexandrien, Prinz Omar, der „Hakoah“ zu übermitteln. In Jaffa sammeln sich zum Empfange unter Leitung des Vertreters der Zionistischen Exekutive, Col. Kisch, die Räte von Jaffa und Tel- Awiw, sämtliche jüdische Schulen und der Sportklub „Makkabi“. Überdies veranstaltet die Stadtverwaltung ein Orchesterkonzert. In Haifa wird die „Hakoah“ vom Empfangskomitee, zum ersten Male Araber und Juden vereint, begrüßt. Das Wettspiel findet gegen ein Team aus Juden und Arabern statt. Was bisher keiner diplomatischen Arbeit gelungen ist, verwirklicht hier die „Hakoah“. In Jerusalem seid Ihr Gäste des Protektors des Empfangskomitees, des High Comrnissioner Sir Herbert Samuel... In Kairo ist es dem Präsidenten des Empfangskomitees, unserem wackeren Gesinnungsgenossen Salvatore Cicurel, gelungen, den König zur Übernahme des Protektorats über alle Euch zu Ehren geplanten Veranstaltungen zu bewegen.... Es ist in der Tat zum ersten Male seit der Einsetzung der britischen Zivilverwaltung in Palästina, daß eine größere jüdische Turistengruppe aus einem europäischen Staate mit dem ausgesprochenen Zweck nach Palästina kommt, die Erfolge der jüdischen Besiedlungsarbeit an Ort und Stelle zu besichtigen ... Daß die „Hakoah“ als erste die hohe Wichtigkeit derartiger Turistenfahrten nicht nur eingesehen, sondern in die Wirklichkeit umgesetzt hat, ist eine zionistische Tat, deren Bedeutung Ihr gar nicht ermessen könnt.“ Dr. de Haan verabschiedet Aus Jerusalem meldet JTA.: Dr. Jacob de Haan, der als Lektor der Rechtsschule der Regierung tätig war, ist jetzt von seinem Posten verabschiedet worden. Die jüdischen Studenten der genannten Schule waren in den letzten Monaten

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