Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- 51 (21.12.1923)
- Date
- 1923-12-21
- Page
- Seite 517 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/9072829-9103029-9148106--05932-9078623- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 51 Das Jüdische Echo 517 wie auch bei vielen arabischen Führern in Palästina besitzt, so knüpfen sie an seine Wahl die Hoffnung, daß er viel wird beitragen können, die in Palästina zwischen den Arabern und Juden bestehende Spannung zu lindern. (Ziko.) Eine kommunale Hypothekenbank in Tel Awiw Demnächst soll in Tel Awiw eine kommunale Hypothekenbank mit einem Gründungskapital von 20 000 ägypt. Pfund eröffnet werden, von welcher Summe die Stadtgemeinde von Tel Awiw ein Viertel übernehmen soll. (Ziko.) Eine Landwirtschaftsbank „Bne Benjamin“ in Jaffa Binnen kurzem soll auf Initiative von Captain Alexander Aaronson und Frau Mary Fels in Jaffa eine landwirtschaftliche Bak „Bne Benjamin“ mit einem Aktienkapital von 20 000 ägypt. Pfund eröffnet werden zum Zwecke der Gewährung von landwirtschaftlichen Darlehen an die der Bne Benjamin-Organisation angehörenden Kolonisten. (Ziko.) Ein neues Immigrantenheim in Haifa In Haifa wurde bei großer Beteiligung der Grundstein zu einem Immigrantenheim gelegt, das von der Zionistischen Organisation im Beth-Galim- Viertel erbaut wird. An der Feier nahm neben dem Vertreter der Zionistischen Exekutive, Prof. Pick, Ussischkin u. a. m. auch der Gouverneur für Nordpalästina teil, der in seiner Rede die Errichtung dieser notwendigen Institution wärmstens begrüßte. (Ziko.) Eine neue Siedlung in Jerusalem Bald nach den Pessachtagen soll in Jerusalem mit dem Bau einer neuen Siedlung unter dem Namen „Montefiore“, auf dem Wege nach Jaffa, in der Nähe der Siedlung Beth Hakerem begonnen werden. Die neue Siedlung soll zunächst 90 Häuser umfassen. Die Erbauer erhalten Anleihen von je 450 Pfund, die im Verlauf von 17 Jahren zu tilgen sind. (Ziko.) Die Beschlüsse des XIII. Zionistenkongresses Soeben ist eine 40 Seiten starke deutsche Broschüre, herausgegeben vom Londoner Zentralbüro der Zionistischen Organisation, „Beschlüsse des XIII. Zionistenkongresses“ erschienen. Die besonders schön ausgestattete, auf dickem, satiniertem Papier gedruckte Broschüre enthält neben einer kurzen Einleitung über den Verlauf des Kongresses eine Zusammenstellung aller von diesem gefaßten Beschlüsse in systematischer Anordnung und dürfte so bis zum Erscheinen des stenographischen Protokolls, das bereits in Vorbereitung ist, als erste authentische Quelle sich speziell zu Nachschlagszwecken eignen. Diese wertvolle Publikation wird sicherlich von allen, die sich für zionistische Fragen interessieren, wärmstens begrüßt werden. (Ziko.) Die Einwanderung nach Palästina im November Jerusalem. (JTA.) Nach den Informationen des JTA.-Vertreters sind während des Monats November 600 Einwanderer in Palästina eingetroffen. Amerika Henry Ford bestreitet die Unterstützung des europäischen Antisemitismus Mr. Cordeil, der Sekretär Fords, sandte der New Yorker Jüdischen Telegraphen-Agentur eine Erklärung zu, in der gesagt wird, Henry Ford habe niemals die antisemitische Bewegung in Europa unterstützt. Den im Zusammenhang mit dem ungarischen Komplott verhafteten Titus de Bobula, der als Schwager Fords genannt wurde, kennt Ford gar nicht. Mr. Cordell schreibt dann weiter: „Es werden ungewöhnliche Anstrengungen gemacht, und die JTA. ist darin besonders eifrig, Fords Interesse an der antisemitischen Propaganda in Europa darzutun. Wir sind im Besitze von nicht wenig Beweisen über ihre Tätigkeit auf diesem Gebiet. Wir erklären demgegenüber, daß Ford niemals antisemitischen Programmen und Aktionen in Europa zugestimmt oder sie unterstützt hat. Die Behauptungen, daß Ford irgendwelchen revolutionären Aufstand, sei es in welchem Lande Europas immer, unterstützt, sind nichts als Mache.“ Deutschland Martin Buber an die Frankfurter Universität berufen Aus Frankfurt a. M. wird gemeldet: Der bekannte jüdische Denker Dr. Martin Buber hat den Auftrag erhalten, an der Universität Frankfurt am Main die jüdische Religionswissenschaft und die jüdische Ethik in Vorlesungen und Seminarübungen zu vertreten. Völkische Verleumdungen gegen jüdische Beamte In der letzten Sitzung des preußischen Staatsrates kamen die Angriffe zur Sprache, die der völkische Schriftsteller von Freytagh-Loringhoven in der „Deutschen Zeitung“ gegen den Ministerialrat im Innenministerium, Dr. Badt, gerichtet hatte. Bekanntlich wird gegen Dr. Badt sowie gegen Dr. Hans Goslar und andere jüdische Beamte im preußischen Innenministerium seit Jahr und Tag in der antisemitischen Presse der Vorwurf erhoben, sie nützten ihren Einfluß in der preußischen Regierung und auf die Person des Ministers Severing für alljüdische und zionistische Zwecke aus. In der letzten Staatsratssitzung erklärte nun Staatssekretär Frey im Namen des Innenministers Severing, der Minister selbst habe die Amtstätigkeit des Ministerialrates Dr. Badt genau geprüft und feststellen müssen, daß Dr. Badt stets gewissenhaft, unparteiisch und pflichttreu gehandelt hat. Das völkische Staatsratsmitglied, Freiherr von Maltzahn, rückte von der „Deutschen Zeitung“ ab und erklärte, seine Fraktion habe mit den Angriffen nichts zu tun. England Die neugewählten jüdischen Mitglieder des englischen Unterhauses Aus London wird uns gemeldet: Die bisherigen Abgeordneten Sir Philipp Sassoon und Major Brunei Cohen sind ohne Gegenkandidaten wiedergewählt worden. Außerdem wurden gewählt: Mr. Percy A. Harris (liberale Partei), Mr. L. B. Franklin, der Schwager Sir Herbert Samuels (liberal), Sir Walter de Frece (konservative Partei), Dr. L. Haden Guest (Labour Party, Schwiegersohn des verstorbenen Colonel Sir Julian Goldsmid), ferner Major L. Höre Belisha (liberal) und Mr. W. Samuel (Labour Party). Mr. Samuel siegte über Sir Alfred Mond mit einer Mehrheit von 115 Stimmen. Dr. Haden Guest schlug das bisherige liberale Mitglied Mr. E. A. Strauß, der ebenfalls ein Jude ist. Weiters wurden gewählt: der einzige Sohn Sir Alfred Monds, Leutnant Henry Ludwig Mond (liberale Partei), Dr. G. E. Spere (liberale Partei), Samuel Samuel (konservative Partei), Artur Michael Samuel (konservative Partei), Emanuel Shinwell (Labour Party) und P. C. Hoffmann (Labour Party). (Von prominenten Freunden der jüdischen Palästina-Sache ist der gewesene Kolonialminister Churchill, ferner der Sekretär der Labour Party Henderson und schließlich der gewesene Minister Sir Alfred Mond unterlegen, der wenige Tage vor den Wahlen im Zionistenverein seines Wahlbezirkes