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Das jüdische Echo · 1923-10-19 · 42 (19.10.1923) · p. Seite 486

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
42 (19.10.1923)
Date
1923-10-19
Page
Seite 486 (sequence 4)
Language
German
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486 Das Jfldlsctae Echo Nr. 42 Helligkeit eines wirklichen Lebens, wie der Klang einer höheren Bestimmung. Für den Juden gibt es vor den fatalen Dingen seines Weges keine Rettung durch die Hinwendung zu den Völkern und im Aufgehen unter ihnen. Es gibt für den Juden nur die Hinwendung zum Judentum in seinem umfassenden Leben, in seiner ganzen Nüchternheit; dieses umfassende Leben, diese jüdische Nüchternheit wird auch der Seele der Völker aus ihrem heidnisch-christlichen Gemisch zur Entscheidung helfen können. Den Juden sagte es der Seher, daß zuletzt Fischer sie mit Angeln locken und Jäger sie treiben werden. Der Zionismus, das sind die Fischer, die leisen Dinge der Fremdheit und die lauten Sachen der Feindschaft draußen, das sind die Jäger. Zwischen den Völkern und den Juden bereitet sich eine Begegnung vor, die schrecklich ist, zugleich aber auch eine andere, die jenseits der Schrecken ist. Seht doch, wie Ruth und Boas sich auf dem Boden des gemeinsamen Glaubensgrundes begegnen, des Messias im Reiche Gottes. Es wäre sicherlich für die Völker ein Weg zur Rettung, wenn sie aus dem Judentum, das in seinem Lande die Ganzheit der Seele zurückempfing, die Botschaft noch einmal vernehmen und sie besser hören wollten als bisher. Das Hakenkreuz vor Gericht Am 16. Oktober war der noch in aller Erinnerung stehende antisemitische Überfall auf Herrn Kommerzienrat Sigmund Fränkel mit seinem Sohn Dr. Eugen Fränkel Gegenstand einer Verhandlung vor dem Schöffengericht. Der Hauptangeklagte und Haupthetzer Max Weber war nicht erschienen. Die Einzelheiten des Prozesses kennen unsere Leser aus der Tagespresse und sie sind auch nicht so sehr von Belang, daß es lohnte, sich auch hier ausführlich mit ihnen zu beschäftigen; die angeklagten Personen sind auch verhältnismäßig belanglos. Der ganze Vorfall — und dies hat die Gerichtsverhandlung jedem, der sich darüber noch nicht klar war, schlagend bewiesen — kann nur im Zusammenhang mit den Münchener Verhältnissen und entstanden aus der zu einer ständigen Münchener Einrichtung gewordenen skrupellosen Verhetzung der Bevölkerung gegen die Juden verstanden werden. Sämtliche Beteiligten kommen aus nationalsozialistischen Versammlungen und Zusammenkünften in verschiedenen Stadtteilen und es spricht Bände, wenn einer der Angeklagten, die nicht die geringste Reue über ihre Brutalität zeigten, berichten konnte, es hat sich auch niemand um den am Boden liegenden alten Mann gekümmert „als seine Rassegenossen“. Der Angeklagte sah in diesem Verhalten der angesammelten Menschenmenge eine Rechtfertigung des Geschehenen und der in diesem Verhalten der Menge ausgedrückte Grad der Verhetzung, der hier festgestellt wurde, ist ein Schandmal der in München herrschenden Zustände. Es ist auch bezeichnend, daß der Staatsanwalt ziemlich schüchtern behauptete: „Immerhin haben wir trotz der Angeklagten und ihrer Partei noch einen Ordnungsstaat“. Sehr sicher klang das nicht aus dem Munde des Staatsanwalts und den Zuhörern erschien es zweifelhaft, ob der Staatsanwalt recht an diese Behauptung glaubt. Das Auftreten der Mißhandelten selbst zeigte, wie verängstigt die Juden in unserer Stadt sind und die einzigen Leute, die natürlich und selbstsicher vor dem Gerichtstisch standen, waren die wenigen Nichtjuden, die sich der Überfallenen angenommen hatten: zwei Trambahnschaffner und ein Nachbar der Familie Fränkel. Auf die Psychologie der Angeklagten näher einzugehen, erübrigt sich. Sie sind ein Produkt ihrer Partei und der von dieser ununterbrochen getriebenen Hetze. Wir begnügen uns damit zu registrieren: Die Geschichte der Münchener Judenhetze ist um eine Schandtat reicher und es geschieht immer noch nichts, um dieser Hetze, die das öffentliche Leben beherrscht, Einhalt zu gebieten. Der englische Regierungsbericht über Palästina erstattet auf der britischen Reichskonferenz vom Kolonialminister Auf der jetzt in London tagenden Konferenz der Premierminister des britischen Imperiums, der sogenannten britischen Reichskonferenz, hat der englische Kolonialminister, der Herzog von Devonshire, auf der Sitzung vom 3. Oktober einen Bericht über die Lage der Kolonien sowie in den Schutz- und Mandatsgebieten des britischen Reiches erstattet. Bei Besprechung der Mandate wies der Herzog von Devonshire zunächst daraufhin, daß die britische Politik im Nahen Osten vor allem darauf gerichtet war, die Ausgaben in Mesopotamien und Palästina einzuschränken. So sieht der diesjährige Etat in den beiden erwähnten Ländern an Ausgaben bloß 8 548 000 Pfund vor gegenüber 26 695 364 Pfund im Jahre 1921/22. Bezüglich Palästinas wiederholte der Herzog von Devonshire, daß England seine bisherige Politik fortsetzen und die übernommenen Verpflichtungen erfüllen werde; diesbezüglich dürfen nicht die geringsten Zweifel auftauchen. Der Verwaltung des High Commissioner Sir Herbert Samuel zollte POfimLiN-IimSIHSKMeB MIJWCei&W TH EATIN E RSTRASS& fefenüker der FeldhermhaH* «BftSSTJB AUSWAHL IN «EBIAIICRsriBZELUI TÄfiLlCHE EAflEREKdÄlEBH«

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