Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- 41 (12.10.1923)
- Date
- 1923-10-12
- Page
- Seite 479 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 41 Das Jüdische Echo 479 307 Palästina-Einwanderer an einem Tag. Dieser Tage lief in Haifa ein Schiff mit 307 Einwanderern ein. Eine so große Anzahl von Einwanderern' an einem Tage sind seit langer Zeit nicht in Palästina eingeti offen Drahtlose Telegraphie von Palästina nach Europa. Aus Palästina kann nunmehr nach Europa auch drahtlos telegraphiert werden. Der Tarif dafür ist derselbe wie für Kabeltelegraphie, mit Ausnahme der speziellen Tarife für England und Deutschland. Aus der jüdischen Welt Amerika Der jüdische Kongreß in Amerika Der dritte amerikanisch-jüdische Kongreß soll statt, wie ursprünglich geplant in Boston, in New York im Hotel Commodore am 14. Oktober eröffnet werden. Die Verlegung des Kongresses nach New York soll auf besonderen Wunsch von Jsrael Zangwill erfolgt sein, der die Stadt mit der größten jüdischen Bevölkerung, nämlich New York, für den geeignetsten Ort zur Abhaltung des Kongresses erklärte. (Ziko.) Coolidge an die amerikanischen Juden Aus New York meldet JCB.: Der Präsident der Vereinigten Staaten, Calvin Coolidge, hat an die jüdische Erziehungsgesellschaft (Jewish Education Association) einen Brief gerichtet, in dem er in warmen Worten der jüdischen Kultur seine Ehrfurcht bezeugt und die Juden auffordert, ihrer Vergangenheit treu zu bleiben. In dem Brief heißt es unter anderem: „Eine der Gefahren für Amerika ist der Umstand, daß die Juden, die herkommen, mit ihrer Vergangenheit brechen wollen. Die Menschen brauchen immer etwas, woran sie gebunden sind. Sie brauchen eine Disziplin, die der Ehrfurcht entsteigt. Das Gefühl der Ehrfurcht kommt aber nur vom Selbstbewußtsein. Wir haben Raum in unserem Lande für alles, was gut ist. Nur das Böse stößt hier auf Beschränkungen. Diejenigen, die in unser Land kommen, sollen alles Gute, das sie besitzen, mitbringen und nie aufhören, es zu verehren. Macht die Juden vertraut mit der Vergangenheit! Die Lehre und Weisheit, die die alte jüdische Rasse jahrhundertelang bewahrt hat, muß zum Wohle der Menschheit erhalten bleiben. Die Jugend Ihres Volkes soll sich für dieses Ziel sammeln. Es gibt kein Ziel, das patriotischer wäre als dieses.“ Deutschland Außerordentlicher Delegiertentag des deutschen Misrachi Am 14. und 15. Oktober findet in Berlin ein außerordentlicher Delegiertentag des deutschen Misrachi statt. (Ziko.) Die Not der jüdischen Gemeinden in Deutschland Aus Berlin meldet JCB.: Die katastrophale Geldentwertung in Deutschland übt auch auf das jüdische Gemeindeleben in Deutschland seine Wirkung aus. Die Budgets sämtlicher großen jüdischen Gemeinden in Deutschland wurden dadurch in einen chaotischen Zustand versetzt. Die Reichsregierung hat nun auf Grund des Finanzausgleichsgesetzes erhebliche Zuschüsse an die größeren Gemeinden bewilligt, dank deren die Gemeindeanstalten sowie das Gemeindepersonal auf dem bestehenden Niveau gehalten werden konnten. Die weitere Existenz der Gemeindeinstitutionen hängt völlig davon ab, ob die Reichsregierung auch in den nächsten Monaten die Zuschüsse gewähren wird. In Zürich ist ein jüdisches Komitee in Bildung begriffen, welches eine Hilfsorganisation für die notleidende deutsche Judenschaft und die bedrohten jüdischen Institutionen in Deutschland schaffen will. Eine hebräische Schauspielerschulc In Berlin ist von mehreren palästinensischjüdischen Schauspielern, die gegenwärtig in Berlin weilen, eine „Hebräische Schauspielerschule“ eingerichtet worden, die ihre Tätigkeit am 15. September begonnen hat. Als literarische Berater walten die Schriftsteller W. Jabotinsky, Dr. Perlmann und Ch. Grünberg, als künstlerischer Beirat der Regisseur Heinz Herald von den Berliner Reinhardt-Bühnen. In Beuthen kam es zu antisemitischen Ausschreitungen schwerster Art. Alle jüdisch aussehenden Personen wurden auf den Straßen überfallen und mißhandelt. Beteiligt waren etwa büO Mitglieder antisemitischer Kampfverbände. 15 bis 20 Personen wurden teilweise schwer verletzt. Die Nachricht von einer Ausweisung der Ostjuden durch den Generalstaatskommissar ist unrichtig. Es ist lediglich für eine Reihe von Sowjetrussen, die teilweise schon seit längerer Zeit in Bayern Aufenthalt genommen haben, die nachgesuchte abermalige Verlängerung ihrer Aufenthaltserlaubnis verweigert worden. T?auThallmcuer München JheaCiner&r.ld. ..'SAgs]