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Das jüdische Echo · 1923-09-14 · 37 (14.9.1923) · p. Seite 443

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
37 (14.9.1923)
Date
1923-09-14
Page
Seite 443 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 37 Das Jüdische Echo 443 1 fern, die offenbar von der Malaria weggewischt worden sind. Alle neuen Siedlungen waren dieser Gefahr ausgesetzt und, hätte man nicht unmittelbar Drainagearbeiten durchgeführt, wären sie sicherlich zugrunde gegangen. Durch die Drainage werden diese Plätze allmählich saniert und bewohnbar. Der Effekt dieser Arbeiten ist noch nicht ganz erreicht, da die Drainage noch nicht zu Ende geführt worden Ist. Es ist jedoch so gut wie sicher, daß, sobald das Werk vollendet ist, diese neuen Siedlungen zu den gesündesten in Palästina gehören werden. Man darf das Haus nicht ohne Dach lassen, da sonst das Geld und die Energie, die bisher aufgewendet wurde, von geringem Nutzen sein würden. Im nachstehenden geben wir eine kurze Zusammenfassung der an verschiedenen Plätzen durchgeführten und noch durchzuführenden Arbeiten. In Nahalal wurden große Sumpfflächen trockengelegt; es ist aber noch ein Rest in Wadi Mitwehen-Beda, dicht bei der Kolonie, geblieben, der, soll die Gesundheit der Siedlung gesichert sein, fortgeschafft werden muß. Gänzlich trockengelegt sind folgende Sümpfe: En Samune, 2 Kilometer nördlich von der Siedlung. Dieser Sumpf zog sich über eine längere Fläche hin und wurde von den Arabern „Die Quelle des Todes“ genannt. Nunmehr aber ist er durch unterirdische Tonröhren-Drains trockengelegt. En Sheikh, 1,5—1,75 Kilometer von der Kolonie entfernt. Dieser Sumpf, der sich ebenfalls über eine größere Fläche erstreckte, ist gegenwärtig ganz trocken, wobei man sich ebenfalls des Systems der unterirdischen Tonröhren-Drains bediente. En Madora, ungefähr 0,75 Kilometer von der Kolonie. Hier handelt es sich um eine Reihe von Quellen, die sich über eine größere Fläche ergossen und dieselbe sumpfig machten. Das Quellenwasser wurde in unterirdischen Tonröhren aufgefangen, durch welche es in eine Zentralröhre und schließlich in einen großen Sammelkanal abläuft. Demzufolge sind hier die Sümpfe vollständig trockengelegt. Es bleiben nur noch: Der Sumpf Wadi Mitweh, der von der Landstraße Nazareth-Haifa bis Wadi Shaman von Norden nach Süden läuft und etwa 500 Meter westlich von der Kolonie sich befindet. (Inzwischen wurde auch hier die Drainage in Angriff genommen.) En Beda, 1,5—1,75 Kilometer südwestlich von der Siedlung. Diese Quellen befinden sich an der Gemarkung, und es fiel schwer, die Eigentümer zu gemeinsamer Vornahme der Entsumpfungsarbeiten zu bewegen. Infolgedessen ist nur die Drainage derjenigen Sumpffläche, die sich auf jüdischer Seite befindet, in Angriff genommen worden. Der Widerstand der Araber verursachte eine Verzögerung in der Durchführung der Drainage. (Da kein Widerstand mehr besteht, wird die Arbeit fortgesetzt werden.) In Nuris gab es in der Nähe jeder Siedlung eine Reihe ausgedehnter Sümpfe. Manche sind nunmehr ganz verschwunden. Eine Anzahl größerer Sümpfe ist aber nur teilweise drainiert und bedarf dringend der Vollendung. In En Harod ist der. große Sumpf nächst der Quelle Gideons trockengelegt. Der Wadi Zarain: derjenige Teil dieses Wadi, der sich auf jüdischem Boden befindet, ist durch einen Entwässerungskanal drainiert. Das Resultat ist: vollständige Beseitigung des Sumpfes auf der Fläche, die zur Siedlung En Harod gehört. Tel-Joseph. Nächst Tel-Joseph ist nur ein Teil der Drainage fertig und die Lage, solange das Werk unvollendet vorliegt, ernst. (Die Arbeit wird nunmehr beendet.) Der Sumpf östlich der Siedlung, der vom Wasser des Wadi Rehania herrührt, wie auch ein Bewässerungskanal vom Wadi Geloud sind trockengelegt. Der Sumpf nächst der Quelle Rehania bedroht noch die Siedlung, daher baldige Drainage dringend nötig. (Bereits beendet.) Kfar Jechezkel und Gewa. Diese Siedlungen befinden sich auf der Anhöhe nördlich der Bahnstation En Harod. Die die Siedlung gefährdenden Sümpfe sind: die Quellen En Tahun und der Wadi. Die Quellen En Tahun befinden sich an der Grenze der Kolonie, etwa 700 Meter südlich von Gewa. Der vom Keren Kajemeth unternommene Versuch, dieses Gebiet zu drainieren, wurde durch gerichtliches Verfahren des Eigentümers des angrenzenden Bodens unterbrochen. (Die Arbeit wird nunmehr fortgesetzt.) Der Teil des Wadi, der sich auf dem Boden der Siedlung befindet, ist durch einen Entwässerungsgraben trockengelegt. Die Quellen können aber mit demselben mit verbunden werden und infolgedessen sind die Sümpfe in der Nähe der Siedlung noch nicht ganz weg. Beth Alpha. Dies ist der am weitesten nach Osten vorgerückte Punkt des Nuriskomplexes. Die Sümpfe westlich der Siedlung sind durch einen Betonkanal, der sich von Tel-Joseph bis zum Fluß Harod hinzieht, ganz beseitigt. Es bleiben noch der Wadi und der Bewässerungsgraben rund um die Quelle von Sachne, die, da sie sich auf nichtjüdischem Boden befinden, noch nicht drainiert worden sind. (Dies geschieht bereits.) Im allgemeinen ist es klar, daß ungefähr drei Viertel der zur vollständigen Beseitigung der Sumpflage auf den K. K. L.-Besitzungen erforderlichen Arbeit duchgeführt worden ist. Belgien Eine jüdische Abteilung im Brüsseler Weltpalast In dem als Symbol des Friedens und der Solidarität unter den Völkern eingerichteten „Weltpalast“ zu Brüssel ist jetzt auch eine eigene jüdische Abteilung eröffnet worden. Diese Abteilung besteht aus einem Museum und einer reichhaltigen Bibliothek. Zur Schau gestellt sind Dokumente aus jüdischer Geschichte, von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart. Der neuen Universität Jerusalem ist ein besonderer Platz eingeräumt. Material über die zionistische wie auch über die antisemitische Bewegung ist reichlich vorhanden. Rußland Ein jüdisches technisch-landwirtschaftliches Institut in Odessa In Odessa wurde ein jüdisches technisch-landwirtschaftliches Institut, das erste in Rußland, mit Jiddisch als Vortragssprache, gegründet, mit der Aufgabe, landwirtschaftliche Kenntnisse unter den jüdischen Kolonisten in Südrußland und der Ukraine zu fördern. Rumänien Kampagne der rumänischen Geistlichkeit gegen den Antisemitismus Aus Bukarest wird uns berichtet: Schon bisher haben die Repräsentanten des rumänischen geistigen Lebens es sich angelegen sein lassen, gegen das Kesseltreiben der nationalen Chauvinisten und der Antisemiten in Wort und Schrift aufzutreten. Prof. Dusti, der auch außerhalb Rumäniens bekannte Historiker Prof. Jorga, der Landesmetropolit Kardinal Miron Christea, haben in zahlreichen öffentlichen Erklärungen, Versammlungen und Kanzelreden offen und eindeutig gegen die immer mehr um sich greifende antisemitische Agitation Stellung genommen. Aber auch andere hervorragende Persönlichkeiten der Universitäten sowie angesehene Publizisten der Bukarester Presse,

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