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Das jüdische Echo · 1923-09-14 · 37 (14.9.1923) · p. Seite 442

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
37 (14.9.1923)
Date
1923-09-14
Page
Seite 442 (sequence 6)
Language
German
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442 Das Jüdische Echo Nr. 37 124 000 £ für Kredite und Investitionen bewilligte. Von diesen Krediten und Investitionen sind die ersten 5 und zwar die vorstädtische Heimstättensiedlung, die kooperative Baugesellschaft, der Industriefonds, die zu schaffende Industriebank und die Palestine Electric Company mit dem Vorrang bedacht. Das Schwergewicht dieser Kredite und Investitionen wurde also auf die industrielle Arbeit in Palästina gelegt und auf die vorstädtische Heimstättensiedlung, welche in der Nähe der größeren Zentren die gartenstädtische Ansiedlung vor allem von städtischen Arbeitern ermöglichen soll. Weiterhin aber ist auch eine Beteiligung der Organisation mit größeren Beträgen an der Hypothekenbank und der P.L.D.C. vorgesehen, an jenen beiden Instituten also, welche für den Bodenkauf und für den Häuserbau von besonderer Bedeutung sind. Das von diesem Kongreß aufgestellte Budget hat in der Verwendung der Gelder schließlich auch Klarheit geschaffen im Verhältnis zwischen Keren Hajessod und Keren Kajemeth. Der Keren Hajessod wird sich in seiner Arbeit in Palästina fast ausschließlich auf unmittelbar produktive Ausgaben beschränken können, während der Keren Kajemeth jenes Organ ist, welches allein (neben der P.L.D.C. als der rein geschäftlichen Bodenkaufsstelle natürlich) für den Bodenkauf in Betracht kommt. Insoweit hat der Kongreß wirklich sachliche Arbeit geleistet. Nunmehr handelt es sich darum, die Beschlüsse des Kongresses in Wirklichkeit umzusetzen und nicht mehr wie bisher auf dem Standpunkte zu verharren: „was ich versprecli’, versprech’ ich und was ich halt’, das halt’ ich“. Es muß immer wieder auf die Krise hingewiesen werden, welche der Jischuw zu Anfang dieses Jahres durchgemacht und die ihn tief erschüttert hat. Der ganze Sinn der politischen Beschlüsse, insbesondere der Jewish Agency, ist mehr prophylaktischer Natur. Es soll solchen Krisen ein für allemal vorgebeugt werden. Das Budget, das der Kongreß aufgestellt hat, ist wahrhaftig nicht groß und es kann ohne Vervielfachung der Anstrengungen durchaus erreicht werden. Aber es muß aufgebracht werden; das ist die nächste und wichtigste Aufgabe der Zionistischen Organisation. Der Kongreß hat das passive Wahlrecht an den Nachweis der Erfüllung der Verpflichtung gegenüber dem Keren Hajessod gebunden. Wenn dieser Beschluß nicht wie viele andere Kongreßbeschlüsse unter den Tisch fallen, wenn man ihn in die Praxis, und zwar so rigoros als nur irgend möglich, umsetzen wird, so wird damit eine Reinigung der Atmosphäre in der Organisation erreicht und jedem Einzelnen seine unmittelbare persönliche Verantwortung für das Gelingen des Aufbauwerkes ganz nahegebracht werden. Dieses persönliche Verantwortungsgefühl muß in der ganzen Organisation vorwiegen und der Arbeit im nächsten Jahre den Stempel geben. Die Zionistische Organisation hat in allen ihren Teilen nunmehr keine andere Politik zu betreiben als: Politik der Leistung. (Ziko) Aus der indischen Weift Palästina Oberrabbiner Kuk fordert zu Nationalfonds- Spenden auf Anläßlich der Rosch-Haschanah-Aktion des Keren Kajemeth in Deutschland hat der palästinensische Oberrabbiner Kuk folgenden Aufruf dem K.K. L. in Deutschland übersandt: „Schon öfter habe ich von der großen Mizwah der Auslösung unseres eigenen Landes gesprochen. Zu dieser Aufgabe sind alle unsere Brüder verpflichtet. Da der Keren Kajemeth diesem heiligen Zweck der Geulath Haarez gewidmet ist, rufe ich allen, die auf meine Stimme hören, zu: Unterstützet und stärket den Keren Kajemeth, damit das Heilige Land möglichst schnell ausgelöst wird; denn das ist das Fundament des jüdischen Volkes und seines Heiligen Landes. Ich unterzeichne mit treuem Segen vom Heiligen Berge in Jerusalem, gez. Gaon Abraham Jsaak Hacohen Kuk.“ (Ziko.) Ein modernes Sanatorium in Jerusalem Der unlängst in Jerusalem eingetroffene Hamburger Chirurg und Gynaekolog Dr. Danziger soll binnen kurzem im Verein mit den Ärzten Dr. Sachs und Dr. Rokach das erste moderne Sanatorium in Jerusalem eröffnen. (Ziko.) Jüdische Beamte werden für Syrien gesucht Wie JCB. meldet, hat das Oberrabbinat von Palästina ein Schreiben von der französischen Administration in Syrien erhalten, worin es ersucht wird, 30 Juden anzuempfehlen, die geeignet wären, offizielle Posten in den verschiedenen Regierungsdepartements von Syrien zu übernehmen. (Ziko.) Ein Vermächtnis für jüdische Institutionen in Palästina Der jüdische Bankier Valero, ein Sepharde, der vor kurzem in Jerusalem gestorben ist, hat ein Vermächtnis von 15 000 Pfd. für jüdische Institutionen in Palästina hinterlassen. (Ziko.) Die Jaffaer elektrische Kraftstation Die Arbeit schreitet befriedigend vorwärts. Die Pfeiler wie auch die Verbindungsleitung mit der Tel Awiwer Kraftstation sind errichtet und wird bereits für die Straßenbeleuchtung von Tel Awiw und für einige Geschäftshäuser Strom geliefert. Die Einwohner von Tel Awiw und Jaffa richten bereits Anlagen und Verbindungsleitungen ein und werden auf Gesuche hin mit Strom versorgt. (Ziko.) Einwandererzahl im Juni 1923 Im Juni 1923 sind 700 Immigranten in Palästina eingetroffen, darunter 33 Christen und ein Mohammedaner. Ferner befanden sich darunter noch 19 Juden und 3 Christen, die als Einreisende ins Land kamen und denen die dauernde Aufenthaltsbewilligung erteilt wurde. 11 Immigranten, die gegen die palästinensischen Immigrationsvorschriften verstießen, wurden zurückgewiesen. (Ziko.) Produktive Anleihe für Tel Awiw Durch die in Amerika placierte Anleihe von 75 000 £ ist die Stadtgemeinde von Tel Awiw jetzt in der Lage, ihre Pläne eines modernen Wasserleitungs- und Drainage-Systems durchzuftihren wie auch die elektrische Lichtversorgung zu verbessern. Mit den Drainage-Arbeiten, die gegen 40 000 Pfund erfordern, soll schon in diesem Herbst begonnen werden. (Ziko.) Der Kampf gegen die Malaria in Palästina Im folgenden veröffentlichen wir einen Auszug aus dem Bericht, welchen die aus den Herren L. K a n t o r, Regierungs-Sanitäts-Ingenieur, und M. K1 i g 1 e r, Leiter der Malariaforschungsstation der Regierung, zusammengesetzte Kommission, die die im Emek Jesreel durchgeführten Ameliorationsarbeiten untersucht hat, an den Jüdischen Nationalfonds erstattet hat. Die Drainagearbeiten in Nuris und Nahalal sind in ihrer Art die bedeutendsten Unternehmungen in Palästina. Beide Komplexe waren ganz malariaverseucht. Auf beiden findet man Spuren von Dör-

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