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Das jüdische Echo · 1923-09-07 · 36 (7.9.1923) · p. Seite 429

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
36 (7.9.1923)
Date
1923-09-07
Page
Seite 429 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 36 Das Jüdische £efeo 429 So das Ergebnis der* Abstimmungen in dieser zentralen Frage des zweiten Abschnittes der Kongreßverhandlungen. Und nun die Frage: War es gut so? Hat der Kongreß die richtige Entscheidung getroffen? Das Endurteil über diese Frage kann, so haben wir schon oben ausgeführt, von uns und in diesen Tagen nicht gesprochen werden. Soweit wir, die wir mitten in den Ereignissen stehen, zur Meinungsbildung berechtigt sind, soweit jedoch kann man getrost sagen, daß die Entscheidung des Kongresses eine glückliche war, daß sie gute Gründe zu der Annahme gibt, daß von den Beschlüssen dieses Kongresses eine kräftige Stärkung des Palästinagedankens in der Welt ausgehen wird. Wir halten die Furcht vor einem etwaigen hemmenden Einflüße der „Notabein“ für unbegründet, nicht etwa deshalb, weil wir glauben, daß der Kongreß statutenmäßig hierfür unüberschreitbare Grenzen gesetzt hätte, sondern weil wir an die Kraft dessen, der arbeitet, glauben. Arbeit aber für Palästina ist nichts einfaches für den, der nicht willens ist, sich dieser Sache ganz hinzugeben, der nicht bereit ist, Konsequenzen einschneidenster Art zu ziehen. Wir sind nicht optimistisch genug, derartige Mitarbeiter in den von Weizmann zu gewinnenden Männern zu erwarten, — solche Menschen würden wir als Führer ja mit ganzem Herzen anerkennen können — wir brauchen dann aber auch nicht so pessimistisch zu sein, zu glauben, daß irgend jemand allein durch seine Stimme in unserem Rate in der Lage sein sollte, uns unseren Idealen abspenstig zu machen und wenn es ein zweiter Krösus wäre. Wir vertrauen zudem, daß unsere Führer, Männer, die aus der Schule der Organisation hervorgegangen sind, von denen wir wissen, daß sie ausschließlich und allein für Palästina leben, eine ihnen übertragene Vollmacht nicht für eigenmächtige, von Ehrgeiz diktierte Handlungen ausnützen werden, daß sie vielmehr wie bei allen ihren Handlungen, so auch bei der Wahl der Männer, die mit ihnen zusammen die Jewish agency formieren sollen, die richtigen Maßstäbe anlegen werden. Bei aller Anerkennung der großen Verdienste Ussischkins um die jüdische Sache haben wir aber auch den Eindruck, daß bei einer Stichwahl zwischen ihm und Weizmann das Ergebnis nicht anders ausfallen dürfte, als es gekommen ist. Wir können Weizmann einfach nicht entbehren, der gerade wieder auf diesem Kongresse seine alles überragende Führernatur erwiesen hat. Durch das Ausscheiden Ussischkins ist die oberste zionistische Leitung im wesentlichen homogen geworden. Weizmann hat jetzt ein Kabinett bekommen, das seinen Wünschen entspricht. Wir glauben, daß auch hierin ein großer Fortschritt zugunsten der zukünftigen Arbeit liegen wird. So scheint es, als ob die Schlußworte Sokolows: „Es war ein schwerer, aber wie ich glaube, ein guter Kongreß“ zu Recht gesprochen waren. Der Kongreß des Jahres 1925 wird der Welt zeigen, ob diese Vermutung eine richtige ist. Li-r. Zukunft von Handel und Industrie in Palästina Erfahrungen aus der Vergangenheit und ihre Lehren für die Zukunft Von A. S. H o o f i e n , Leiter der Anglo-Palestine Company Vor dem Kriege lag Palästina wie die ganze asiatische Türkei in einer Lethargie. Wahr ist es, daß die jüdische Kolonisation in einem gewissen Grade vorwärts ging, und wahr ist es ebenso, daß der jüdische Handel in den Städten von Jahr zu Jahr vorwärtsschritt, — aber im großen und ganzen blieb dieses Land ein ziemlich verschlafener und zurückgebliebener kleiner Teil der Türkei. Der Krieg brachte eine vollständige Stagnation, ja er wirkte sogar bis zu einem gewissen Grade zerstörend. Nach dem Kriege jedoch erhielten Handel und Industrie einen neuen Impuls. Die Faktoren, die den Aufschwung im Jahre 1919 herbeigeführt hatten, sind leicht genannt: 1. Die Notwendigkeit, einem Lande wieder Waren zuzuführen, das fünf Jahre lang praktisch nichts aus dem Auslande eingeführt hatte und das, weil es ja ein landwirtschaftliches Land ist, während des Krieges nicht zu schlecht gefahren war und darum für die Wiederauffüllung seiner Lager gut zahlen konnte. 2. Die plötzlich einsetzende jüdische Einwanderung. 3. Die Nachfrage, die von einer ansehnlichen Okkupationsarmee ausging. 4. Der allgemeine Handelsaufschwung der ersten anderthalb Jahre nach dem Waffenstillstand. 5. Einführung einer fortschrittlichen Administration. Man braucht sich daher nicht zu wundern, daß die Handelsziffern sprunghaft in die Höhe schnellten, daß zahlreiche Firmen gegründet wurden und daß sogar die Industrie zum ersten Male in diesem Land auf der Bildfläche erschien, das bis vor dem Kriege keine nennenswerten Fabriken hatte und nur das primitivste Handwerk kannte. Seit jenen glücklichen Tagen sind von den fünf genannten Faktoren vier verschwunden und noch heute wundert man sich, daß mit ihnen zugleich der größte Teil ihrer Wirkung verschwunden ist. Es ist lange her, daß das Land sich mit Ware ein- POBZELLAN-NIEDESLA6I MÜNCHEN THEA TINER STR A SSE ftgtnSbtr Atr FtldhtrrnktRi BftSSTI itSWAIL IM OBBBABCIBPIIZIKIiAl VifiLICBE Ufl»EB6A»VIfi

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