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Das jüdische Echo · 1923-08-03 · 31 (3.8.1923) · p. Seite 372

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
31 (3.8.1923)
Date
1923-08-03
Page
Seite 372 (sequence 6)
Language
German
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372 Das Jüdische Echo Nr. 31 gekommen, in der die Judenheit einmal zeigen muß, welchen Wert sie noch ihrem heiligsten Gütern beimißt. Es liegt eine fürchterliche Verantwortung auf unseren Gemeinden für Gegenwart und Zukunft. Die Gesamtjudenheit Deutschlands möge sich darüber klar werden, daß diese Verhältnisse auch einmal den breitesten Kreisen der Öffentlichkeit bekannt werden und daß es geradezu ein Förderung des Antisemitismus darstellt, wenn man draußen erfährt, daß jüdische Gemeinden es in Ruhe mit ansehen, wie ihr Kultus, ihr Religionsunterricht und vieles andere zugleich rettungslos zugrunde geht. Will sich die heutige Generation wirklich den Titel der Totengräber der einst blühenden deutschen Judenheit erwerben??. Würzburg. Rabb. B. H a n o v e r. Die antisemitischen Hausagrarier Wir erhalten über die Vorgänge im Grund- und Hausbesitzerverein folgende Zuschrift: Sehr geehrte Redaktion! München. In der Versammlung des Grund- und Hausbesitzervereins für den 5., 6. und 7. Bezirk vom 6. Juni sagte der Versammlungsleiter: „Was Einigkeit vermag, sehen Sie an den Juden. Die erreichen mit Einigkeit alles. Sehen Sie das Steigen des Dollars.“ Und „die jüdischen Hypothekenbanken, um nicht zu sagen Wucherbanken“. Ich berichtete dem 1. Vorstande, Stadtrat Humar am nächsten Tage schriftlich über diese Äußerungen und bat solchen Mißständen für die Zukunft vorzubeugen. Da ich von Humar keine Antwort erhielt, wandte ich mich an ein jüdisches Vorstandsmitglied des Vereins mit der Frage, ob er eingreifen wolle oder mir Austritt aus dem Verein empfehle. Aus dem Umstande, daß ich auf diese Frage ohne Bescheid blieb, glaube ich schließen zu müssen, daß Vermittlungsversuche dieses Vorstandsmitgliedes gescheitert sind, es mir aber zum Austritt nicht raten wollte. Ich habe nun vorige Woche meinen Austritt mit der Begründung erklärt, daß meine Beschwerde wegen antisemitischer Ausführungen in einer Bezirksversammlung keine Beachtung gefunden haben. Auch auf die Austrittserklärung ist eine Äußerung seitens der Vereinsleitung nicht erfolgt. Inwieweit jüdische Mitglieder des Grund- und Hausbesitzervereins diesen Vorfall gleichfalls zum Anlasse ihres Austrittes nehmen wollen, weiß ich nicht. Warnen möchte ich aber die jüdischen Mitglieder, den politischen Kampffonds des Vereins, für welchen eben gesammelt wird, zu stärken. Man hat keine Gewähr, daß die Mittel dieses Fonds nicht auch für antisemitische Zwecke Verwendung finden. Hochachtungsvoll Felix Feuchtwanger. Wir gestatten uns Herrn Stadtrat Justizrat Dr. Straus, der unseres Wissens nach im Grund- und Hausbesitzerverein eine einflußreiche Stellung hat, zu fragen, ob es nicht möglich ist, für einen anständigen Ton in dieser Organisation, der nach unserer Kenntnis eine Anzahl Juden angehört, zu sorgen. Vom bayerischen Kriegsschauplatz Zum Treiben der Völkischen an der Universität München. Zur Kennzeichnung der von der antisemitischen Gruppe der Münchener Studentenschaft gegen die Berufung des Ägyptologen Professor Spiegelberg unternommenen Agitation sei auf die Tatsache hingewiesen, daß dieser in der Eingabe der völkischen Finkenschaft als „Angehöriger eines fremden Volkes“ bezeichnete, übrigens der protestantischen Kirche angehörige Gelehrte zu den vertriebenen deutschen Professoren der Straßburger Universität gehört, an der er fast 25 Jahre (1894 bis 1918) gelehrt hat. Wir werden auf diese Angelegenheit noch zurückkommen. Nach dem Hakenkreuz-Muster Lemberg. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung“.) Die Presse veröffentlicht ein von mehreren polnisch-akademischen Organisationen unterzeichnetes Memorandum an die Regierung, wie auch an beide parlamentarischen Körperschaften (Sejm und Senat) wegen möglichst rascher Erledigung der Numerus clausus-Vorlage, welche die polnische Jugend als auch im Interesse der kulturellen Zukunft der Nation unerläßlich ansehe. Sollte die Vorlage in der bestehenden Sommersession nicht erledigt werden, so könnten die polnisch-akademischen Organisjationen angesichts der unter der Jugend herrschenden Erregung keine Verantwortung für etwaige Ruhestörungen anläßlich der Herbstinskriptionen übernehmen. Es ist mehr als wahrscheinlich, daß diese von den chauvinistischen Akademikern neuerdings in Angriff genommene Aktion von einem Teile der hiesigen Hochschulprofessoren gefördert wird. "Rbulhallmaier München TheaänßrCtr.tÖ. Glaser

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