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Das jüdische Echo · 1923-07-27 · 30 (27.7.1923) · p. Seite 360

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
30 (27.7.1923)
Date
1923-07-27
Page
Seite 360 (sequence 6)
Language
German
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360 _ P___ ___ _NL50 Alexänder HaVkäwi, A/S. Satz, Marmor'und Menächem. Mehrere Redner betonten in ihrem Nathruf, daß das jüdische Publikum sich dem verstorbenen Dichter gegenüber nicht in dem Maße dankbar zeigte, als er es verdient hätte. In den letzten Jahren seines Lebens hatte sich fast keiner um sein Schicksal, das mitunter ein sehr trauriges war, gekümmert. Erschütternd war der Nachruf des Dichters Abraham Reisen, der schluchzend Abschied nahm von seinem besten Freund und Kollegen, mit dem er manche Schicksalsgemeinschaft hatte. Dann wurde der Sarg auf den Friedhof gebracht, wo bereits Hunderte Menschen, die mit der Straßenbahn vorgefahren waren, auf die Ankunft der Leiche warteten. Das Grab Rosenfelds befindet sich in unmittelbarer Nähe der Grabstätten von Scholem Alejchem, Philipp Krantz und dem erst vor kurzem verstorbenen jüdischen Journalisten Meden. Am offenen Grab sprachen S. Niger, M. Spektor, der Publizist Bublik und P. Wiernik. Namens des Kantorenverbandes sprach Jasynowski und schloß seine Rede mit der Rezitierung eines Psalms. Kantor Rotmann hielt die Haskara. Den mächtigsten Eindruck riefen die Abschiedsworte der Witwe Morris Rosenfelds hervor. Unter Tränen schilderte sie in großen Strichen den Lebenslauf Rosenfelds und schätzte sich glücklich, von sich am offenen Grabe ihres Gatten sagen zu können, daß sie ihm eine Aufmunterung in seiner Arbeit und eine Stärkung in den schwersten Momenten seines Lebens gewesen sei. Rußland Der jüdische Pavillon auf der russischen landwirtschaftlichen Ausstellung Riga. (JCB.) Wie die jüdisch-kommunistische Zeitung „Emes“ mitteilt, beschäftigt sich das jüdische Kommissariat mit den Vorbereitungen für die Teilnahme an der allrussischen landwirtschaftlichen Ausstellung. In einem jüdischen Pavillon wird alles konzentriert werden, was den Zustand der Landwirtschaft unter den Juden vor der Revolution und jetzt charakterisiert und die Aussichten für die Zukunft anzeigt. Dr. W e i z m a n n weilt gegenwärtig zum Kuraufenthalt in Schuls-Tarasp (Schweiz); wo er bis zum Beginn des Karlsbader Kongresses verbleiben wird. Der bekannte Wiener Philosoph Prof. Wilhelm Jerusalem, der erst vor wenigen Tagen zum ordentlichen Professor an der Wiener Universität ernannt wurde, ist im Alter von 69 Jahren infolge Herzschlages plötzlich gestorben. Bei einer geheimen Abstimmung im lettischen Sejm über das Budget-des Erziehuhg’sdeparte-' mehts“ .stimmten *48 Abgeordnete g e g fe n und 4L für den Minister Gäjlit:. Gäjlit hat ‘däräuf seiri Amt n i e d e r g e 1 e g t. Der amerikanische Bne Brith-Orden schickt eine Sonderkommission nach Mexiko, um die Erfolge der jüdischen Einwanderung in diesem Lande zu studieren. Der Vertreter der Wiener Versicherungsgesellschaft „Phönix“ ist eben aus Palästina zurückgekehrt, wo er die Versicherungsgesellschaft „Phönix“ eingetragen hat. Ein neuer Palästinafilm Der 1921 vom Keren Kajemeth Lejisrael erworbene Film „Das neue Palästina“ hat sich in den 26 Ländern, in welchen er bisher vorgeführt wurde, als ein in jeder Hinsicht glänzendes Propagandamittel für das gesamte Palästina-Aufbauwerk bewährt. Vielfachen Anregungen folgend, hat nun das Hauptbüro des KKL. von Herrn Bendow in Jerusalem einen neuen Film hersteilen lassen, der auf dem Kongreß in Karlsbad zum ersten Male gezeigt werden soll. Dieser Film bringt, unter dem Titel „Eine Entdeckungsfahrt durch KKL.-Land“ die Leistungen der letzten beiden Jahre, insbesonders die Aufschließungsarbeiten im Emek, zur Darstellung. Die lange Reihe packender Bilder ist in den Rahmen einer kleinen Handlung gespannt. Ein jüdischer Tourist aus Amerika, der zufällig in Jaffa landet, wird von einem jüdischen Fremdenführer zu einer Rundfahrt durch das Land und hiermit für die Palästinasache gewonnen. Die Reise führt zunächst nach Tel Awiw mit dem neuen KKL.-Viertel „Nordia“, dann in die landschaftlichen Siedlungsgebiete. Nach einem Aufenthalt in der malerischen Hafenstadt Haifa geht die Fahrt zu den neuen Siedlungen im Tale Jesreel. Sie findet in Jerusalem ihren Abschluß. Palästinareisen. Dr. Hans Kohn hat sich zu mehrwöchentlicher Studienreise nach Palästina begeben. Hans Kohn, ist der Autor der beiden kürzlich erschienenen Schriften „Nationalismus“ und der „Sinn der jüdischen Revolution“, die in weitesten Kreisen rühmlichste Anerkennung fanden. Wie aus Wien gemeldet wird, begibt sich der bekannte Schriftsteller Felix Salten demnächst nach Palästina. — Auch Gerhart Hauptmann plant angeblich eine Palästinareise. Der bekannte indische Philosoph und Dichter Rabindranath Tagore ist in Haifa gelandet. Wie verlautet, will Tagore in Palästina eine Reihe von Vorträgen halten. PORZELCA.N-NIEI>EBL.A€IE MÜNCHEN THE ATI NBR STR AS SB V pgenüitr dtr FtUktrrmhmlU «BASSTE AU8WABI IH OllltBAiJOSPBIZEliI.AI TÄTLICHE IAHEKEB6ÄI2«TM«

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