Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- 26 (29.6.1923)
- Date
- 1923-06-29
- Page
- Seite 313 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 26 Das Jüdische Echo 313 BERNHARD BAUCH Schäfflerstr. 3/5 Briennerstr. 8 Telephon 21540 Telephon 21541 ELEGANTE PELZE Städtebilder, Porträts, Ex-Libris zu nennen. Ein farbig gut wirkender Linoleumschnitt leitet zu den Zeichnungen über, die in ihren besten Exemplaren sich mit Erfolg am Interieur, als am Portrait des Landschaftlichen versuchen. Die Ausstellung wird jeden wahren Kenner und Freund junger, heranreifender Kunst Freude bereiten, zumal Gelegenheit geboten ist, sich solche Schöpfungen des Künstlers, dessen Namen uns sicher oft noch begegnen wird, zu erwerben. Dem von uns Scheidenden wünschen wir Gelingen zu seinem Werke, das mitaufbauen soll zu einer jüdischen Kunst, einer jüdischen Kultur. Theo Harburger. Zentralwohlfahrts-Stelle der deutschen Juden Jüdische Erziehungskonferenz vom 8.—10. Oktober 1923 in Fr a n k f u r t a. M. veranstaltet von der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden gemeinsam mit dem Jüdischen Frauenbund. Montag, den 8. Oktober, abends 8 Uhr: Einleitung: Grundgedanken der Erziehungskonferenz; Vortrag: Religion und Erziehung. — Dienstag, den 9. Oktober vormittags: Vortrag: Die soziologischen Verhältnisse der Juden in Deutschland; Vortrag: Elternhaus und Erziehung; nachmittags Gruppenbesprechung: Berufsberatung a) für die männliche Jugend, b) für die weibliche Jugend; Gruppenbesprechung: Schule und Erziehung; abends 6 Uhr Vortrag: Die Bedeutung der Jugendbewegung, a) Führerfrage, b) Bewegungsfrage. Mittwoch, 10. Oktober vormittags: Gruppenbesprechungen: Anstalt und Erziehung: 1. Stand des Anstaltwesens, 2. Führung durch das Fleim des Jüdischen Neu-Isenburg; nachmittags: Sonderberatungen im Kreise der Anstaltskuratoren und beamteten Mitarbeiter; abends 7 Uhr: Gruppenbesprechungen: 1. Reform der Aufnahmebedingungen, 2. Reform der Wirtschaftsführung, 3. Reform der Erziehungsmethoden, 4. Ausbildung der Erzieher. Gemelnden-u.Vereins-EcVto Die Chaluzim-Fürsorgestelle teilt uns mit, daß im Monat Juni wöchentlich jeden Mittwoch Gruppen von Palästina-Wanderern München passierten und bis 7.25 Uhr abends hier Aufenthalt nahmen. Dank der Fürsorge seitens unserer Münchener Freunde ist alles gut vonstatten gegangen und gebührt ihnen auch im Namen der Palästinafahrer herzlicher Dank. Ebenso wird an dieser Stelle für nachstehend ansgewiesene Spenden bestens gedankt: durch Orliansky bei Verlobung Heilmann- Faktorowitsch 20000.—; durch Saposchnik bei Brith Milo Greif 50000.—; Leo Gerstle 50000.—. Bar Kochba, München. Am Sonntag, den 24. spielte die 2. Mannschaft der F.A. d. B.K. gegen eine Auswahlelf der Darmstädter Bank und verlor 0:3. Trotz gutem Einzelkönnen der Spieler, spielten diese doch zu zerfahren, um Erfolge zu erzielen und Chancen ausnützen zu können. Es fehlte noch an der Gesamtaktion, am Eingespieltsein. Die gegnerische Elf stellte sich aus bekannten Spielern sämtlicher größeren Vereine Münchens zusammen und ist deshalb das Ergebnis immerhin für die Zukunft der 2. Mannschaft sehr ansprechend. Ossy. Jugendabteilung der LA. Am 8. Juli veranstaltet die Jugendabteilung des Bar Kochba München ein Jugendsportfest, zu dem alle jüdischen Jugendorganisationen Münchens herzlichst eingeladen sind. Das Sportfest soll Zeugnis ablegen von dem machtvollen Aufschwung der jüdischen Sportbewegung und die nationaljüdische Jugend Münchens zu edlem Wettstreit zusammenführen. Das Sportfest findet am eigenen Platz an der Ganghoferstraße (früher von 1880) statt, der von der Jugendabteilung hergerichtet wird. Die Ausschreibungen werden im nächsten Echo bekanntgegeben und den Vereinen zugestellt. Es werden leichtathletische Wettkämpfe (Dreikampf), Staffeln und Spiele abgehalten. Voraussichtlich kommen die Nürnberger und Innsbrucker Bar Kochbaner. ey. J.J.W.B. Sonntag, den 1. Juli Gr. J. : 8 Ostfriedhof. M. J. : 8.15 Ostfriedhof. Kl. J : 8 Sendlingertorplatz Gr. M. : 7 Isartalbahnhof. Nürnberg. Am Donnerstag, den 21. Juni sprach Arnold Zweig in einer von der Zionistischen Ortsgruppe Nürnberg - Fürth veranstalteten geschlossenen jüdischen Versammlung im großen Saale des Hotels „Deutscher Hof“ über „D e r Antisemitismus und seine Wirkungen. Schon längst vor Beginn des Vortrages war der Saal in einer geradezu beängstigenden Weise überfüllt, so daß eine erhebliche Anzahl von später Gekommenen keinen Zutritt mehr erlangen konnten. Und das war wirklich schade. Ohne jede Übertreibung kann behauptet werden, daß noch niemand auch nur annähernd es hier verstanden hat, ein mit guten Rednern doch immerhin ziemlich verwöhntes Publikum derart für länger als zwei Stunden in atemloser Aufmerksamkeit zu halten, als der Politiker Arnold Zweig. Und nicht das allein wäre an und für sich das Merkwürdige gewesen, erstaunlich war vielmehr, daß ein Mann, der das Problem des Antisemitismus von einer ganz anderen, viel tiefer dringenden Perspektive her aufrollte, der mit seiner Meinung über den jüdischen Spießer, über den jüdischen Antisemiten nicht hinter dem Berge hielt, es nicht etwa fertig brachte, durch einzelne Bonmots und vor allen Dingen durch „Abrechnung“ mit den Antisemiten begeisterte Zustimmung zu wecken, sondern daß er für seine nur im Gefühle der Hochwertigkeit des jüdischen Gedankens wurzelnden Ausführungen Verständnis und mehr als das, Liebe, fand. Eine auch nur gedrängte Wiedergabe der Ausführungen Arnold Zweigs, die nebenbei gesagt, gleichzeitig ein Privatissimum über Sinn und Aufgabe der neuen soziologischen Wissenschaft bedeuteten, wäre schlechterdings unmöglich, weil ein vollkommen entstellendes Bild von dem wirklich Gemeinten gebend. Nur die Hauptthesen, in denen der Vortrag gipfelte, seien hier hauptsächlich für diejenigen, die dem Vortrage anwohnten, niedergelegt: