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Das jüdische Echo · 1923-06-22 · 25 (22.6.1923) · p. Seite 300

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
25 (22.6.1923)
Date
1923-06-22
Page
Seite 300 (sequence 6)
Language
German
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300 Das Jüdische Echo Nr. 25 lungen zu erklären, daß es unter uns Republikaner und Monarchisten, Sozialisten und Bürgerliche gibt, daß wir Nationaljuden und deutsch betonte Juden sind — und daß wir es daher ablebmen müßten, als Juden zu innerdeutschen Streitfragen Stellung zu nehmen. Wir treten für nichts ein als für unsere bedrohte Existenz. Wir suchen als Juden und nur als Juden V erbündete in einem Kampf, in dem wir selbst unseren Mann zu stehen bereit seien, keine Judenschutztruppe.“ “ „Der Vorschlag ist mir zu neu, umdazu sofort Stellung zu nehmen. Aber ich glaube fast, daß man auf diese Weise weiterkommen könnte.“ „ „Und wie wird Deutschland auf die Dauer Gleichberechtigung für die deutschen Minoritäten in anderen Staaten verlangen können, wenn es die der deutschen Juden gefährden läßt? Ich glaube, wir haben für Argumentation und Politik unserer Abwehr noch viel zu lernen. — Daß wir Zionisten übrigens unbedingt bereit sind in der körperlichen Zurückweisung antisemitischer Angriffe mit den anderen Juden unter allen Umständen zusammen zu gehen, brauche ich wohl nicht besonders zu betonen. — Gedenken Sie, Herr Doktor, im Sinne unserer Unterhaltung in Ihren Kreisen zu wirken?“ “ „Es müßte doch manches geklärt, über vieles ein Einverständnis erst herbeigeführt wdrden.“ „ „Dennoch bleibt vieles übrig, was des Kampfes wert wäre.“ “ „Ich würde ein Prediger in der Wüste sein. All die Menschen der .anderen Art* werden über mich herfallen. Aber ich werde tun, was ich kann.“ „ „Sie sind nicht allein. Unter der Jugend, unter den jüngeren Anwälten, Ärzten, Kaufleuten sind viele, die denken wie Sie. Es sind die Menschen der Keren Hajessod-Partei, die es überall gibt, und der Mittelparteien, die sich hier und da bei Gemeindewahlen bildeten.“ “ „Ich werde tun, was ich kann.“ Damit endete unsere gemeinsame Aussprache. Inzwischen ist die Frage gemeinsamer Abwehr des Judenhasses aktueller geworden als in der Zeit dieser Unterhaltung vor einem Vierteljahr. Die Diskussion darüber beschäftigt die zionistische Presse. — Sie werden, sehr geehrter Herr Doktor, begreifen, weshalb ich Ihnen und mit Ihnen Ihren vielen Gesinnungsgenossen im Lande unsere Unterredung mit ihren Ergebnissen und Nichtergebnissen wiederum vor Augen führe. Ich bin mit ergebenem Gruß Ihr K a r 1 G 1 a s e r. Aus der Jüdischen Welt Palästina. Überfall auf Samuels Gefolge. Den „Voss. Ztg.“ wird aus London telegraphiert: „Ein Teil der Begleitung des englischen Oberkommissars für Palästina, Samuel, die den Oberkommissar auf einer Rundreise durch das Land begleitet, wurde von Beduinen überfallen. Drei Mann wurden getötet und zwei schwer verletzt. In amtlichen Kreisen herrscht große Besorgnis wegen der Sicherheit des Oberkommissars, der jetzt mit einer Eskorte von eingeborenen Palästina-Gendarmen im freien Lande lagert.“ W.T.B. berichtet: „Daily Mail“ meldet aus Jerusalem: Eine Abteilung britischer Gendärmen, die den Oberkommissar Sir Herbert Samuel begleitet hatte und sich auf der Heimreise befand, fiel bei Ain el Melebab in der Nähe der syrischen Grenze in einen Hinterhalt. Drei Gendarmen wurden getötet, zwei verwundet. Die Angreifer dürften beduinische Räuber aus Syrien oder Transjordanien sein. Dazu erfahren wir noch: Der Angriff, der von etwa 20 Räubern auf die Eskorte des Oberkommissars Samuel verübt wurde, hat bei Wadi Hindaj, anscheinend] auf palästinensischem Gebiet, stattgefunden. Aus Jerusalem wird ferner gemeldet: Sir Herbert Samuel befindet sich in Sicherheit und wird heute in Haifa erwartet. Einer der bei dem Überfall auf seine Eskorte verwundeten Gendarmen ist gestorben, wodurch sich die Zahl der Toten auf vier erhöht. Bevorstehende Ankunft Sir Herbert Samuels in England. Jerusalem. Wie der Jerusalemer J.C.B.- Vertreter erfährt, beabsichtigt der Oberkommissär von Palästina, Sir Herbert Samuel, sich gegen Ende dieses Monats nach England zu begeben. Die Englandreiise Sir Herbert Samjuels steht mit der projektierten Anleihe der Regierung von Palästina im Zusammenhang. Ferner wird er eine Reihe von Konferenzen mit den verantwortlichen Leitern des Koloniaiminiisteriums haben, wobei er u. a. eine günstige Lösung der Frage der Legalisierung der jüdischen Gemeinden Palästinas herbeizuführen hofft. Ein Aufruf des Jerusalemer Oberrabbiners für Bodenkauf in Palästina. J e r u s a 1 e m. (J.C.B.) Im Zusammenhang mit der Sonderaktion des jüdischen Nationalfonds für Landankauf in Palästina haben die Oberhäupter der aschkeuasischen und sephardischen Gemeinden Palästinas einen Aufruf erlassen. In dem vom Landesrabbiner A. J. Kuk und Oberrabbiner Rabbi Jakob Meir gezeichneten Aufruf heißt es unter anderem: „Wir wenden uns an unsere Brüder nah und fern mit der Bitte, die Aktion des jüdischen Nationalfonds zur Auslösung des Bodens zu unterstützen. Es kann nicht in Worten ausgedrückt werden, wie groß und heilig diese Aufgabe ist.“ Der 13. Zionistenkongreß In einem Rundschreiben macht das Kongreßbüro (Briefadresse: Büro des 13. Zionistenkongresses, Karlsbad, Schützenhaus; Telegrammadresse: Congrezion Karlsbad) neuerdings darauf aufmerksam, daß Bestellungen auf Zuhörerkarten nur bei den Landes- und Sonderverbänden einzureichen sind. Das Kongreßbüro muß unwiderruflich am 20. ds. im Besitz sämtlicher Bestellungen sein. Voranmeldungen für Logis sind mit genauer Angabe der Tage, auf die sich die Bestellung bezieht, direkt an das Kongreßbüro unter Angabe der gewünschten Bettenzahl und Preislage zu richten. Kongreßteilnehmer, die in demselben Zimmer zu wohnen wünschen, wie im Jahre 1921 oder 1922, ebenso solche, die bereits ohne Vermittlung des Kongreßbüros direkt Wohnung bestellt haben, wollen dies gleichfalls dem Kongreßbüro mitteilen, damit unliebsame Vorkommnisse, wie im Jahre 1921, vermieden werden. Alle Zuschriften in Wohnungsangelegenheiten müssen so schnell wie möglich, spätestens jedoch am 28. ds. beim Kongreßbüro eingereicht sein, da sonst geeignete Zimmerreservierung nicht garantiert werden kann. Das Kongreßbüro hat bei der Böhmischen Unionbank ein Konto eingerichtet, auf das alle Zahlungen unter genauer Angabe der Bestimmung, für die sie geleistet sind, überwiesen werden können. Die Bankverbindung des Kongreßbüros steht selbstverständlich auch allen Kongreßteilnehmern für die Einrichtung von Reiseakkreditiven, Auszahlung von Schecks, Einwechslung fremder Geldsorten usw. zur Verfügung. A t

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