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Das jüdische Echo · 1923-06-22 · 25 (22.6.1923) · p. Seite 301

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
25 (22.6.1923)
Date
1923-06-22
Page
Seite 301 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 25 Das Jüdische Echo 301 Spork-Echo Der Makkabi-Weltverband Der Mehrzahl der jüdischen Sportsleute dürfte der Name „Makkabi-Weltverband“ bekannt sein, nur fürchte ich, daß es auch unter diesen nicht wenige gibt, denen wohl der Name, nicht aber Organisation und Ziele dieses allweltlichen jüdischen Verbandes bekannt sind. Leider muß ich meine Ausführungen dem beschränkten Raum anpassen, der mir zur Verfügung steht und daher manches weglassen, das ich gerne erwähnt hätte. Der Makkabi-Weltverband in seiher heutigen Gestalt besteht seit 1921, seine Entstehung verdankt er der Karlsbader Tagung der Jüdischen Turnerschaft. Die Jüdische Turnerschaft bestand seit 1900 und schloß vor Beginn des Weltkrieges etwa 50 Vereine mit einigen Tausend Mitgliedern in den Ländern Mitteleuropas zusammen. Der Weltkrieg unterbrach plötzlich eine starke jungjüdische Bewegung, welche seit der Gründung des ersten jüdischen Turnvereins (Bar Koehba, Berlin, 1898) in kurzer Zeit den Beweis ihrer Existenzberechtigung lieferte und den jüdischinteressierten Kreisen die Möglichkeit gab, in einer ihnen zusagenden Umgebung sich der körperlichen Ertüchtigung zu widmen. Wir wollen festhalten, daß der unmittelbare Anstoß zur Bildung jüdischer Turnvereine auf dem II. Zionistenkongreß gegeben wurde, daß aber in der Folge Vereine entstanden, denen eine systematische Erziehung zul Judentum und Zionismus ferne lag. Die Karlsbader Tagung, die erste Zusammenkunft der Vertreter jüdischer Turnvereine aus allen Ländern;, bezeugte, Idaß während der siebenjährigen Unterbrechung eine Wandlung geschehen war, welche hier klar zutage trat. Diese Wandlung beweist uns der § 3 der Statuten des Weltverbandes, welcher lajutet: „Der Verband erstrebt die körperliche und ethische Ertüchtigung der Juden zwecks Aufbau und Erhaltung von jüdischem Land und Volk.“ Denn diese gewundene Definition der Tendenz verhüllt nur dem Uneingeweihten Namen und Symbol: Erez Israel. Aus dem Bericht der Karlsbader Tagung ist auch zu ersehen, daß man nur ungern den Vertretern der polnischen Opposition nachgab und etwas verschleierte, das man gerne klar und deutlich ausgesprochen hätte. Der zweite Absatz des nächsten Paragraphen bemüht sich jedoch schon, auch den Uneingeweihten auf den richtigen Weg zu lenken und besagt: Zur Erreichung dieses Zieles (nach § 3) fördert er die Kenntnisse der hebräischen Sprache, der jüdischen Kultur und Geschichte. Also nicht allein körperliche Ertüchtigung der jüdischen Jugend erstrebt der Verband, Hauptsache ist ihm die Erziehung dieser Jugend zu positivem Judentum, Ertüchtigung von Körper und Geist solcher Juden, welchen die hohe Aufgabe zufällt, das jüdische Land aufzubauen. Der Verband ist also ein Erziehungsfaktor und kein reiner Zweckverband, der nur die Aufgabe zu erfüllen hat, jüdische Sportvereine organisatorisch zusammenzufassen. Am besten wird diese Tendenz in einigen Sätzen charakterisiert, welche Heinrich Kuhn in Karlsbad sprach: „Ohne ein jüdisches Volk gibt es keine jüdische Turner Schaft, und wenn das jüdische Volk keine Zukunft hätte, so hätte auch die jüdische Turnerschaft keine Zukunft. Welches aber ist die Zukunft des jüdischen Volkes? Die Zukunft des jüdischen Volkes ist Erez Israel. Wenn also das Streben des jüdischen Volkes nach Erez Israel geht, dann muß auch die jüdische Turnerschaft nach Erez Israel streben.“ Das ist selbstverständlich und klar und zu dieser Erkenntnis muß jeder jüdische Sportsmann gekommen sein, sonst ist seine Zugehörigkeit zum jüdischen Verein eine verfehlte, denn um Leibesübungen allein zu betreiben, benötigt er nicht jüdische Institutionen, die allgemeinen Vereine seines Landes bieten ihm dazu wohl Besseres. Und noch etwas! Das Bewußtsein des hohen Zieles der jüdischen Turnerschaft schließt von selbst Sonderinteressen aus. Abteilung, Verein, Kreis sind keine Trennungsstriche, sie bedeuten nur organisatorische Differenzierungen eines großen Ganzen. Auch diejenigen, welchen ihre Abteilung, ihr Verein, kurz als das organisatorisch Getrennte, als solches allein Ideal bedeutet, gehören nicht zu uns, denn die jüdische Turnerschaft umschließt die Leibesübungen betreibende jüdische Jugend aller Länder, die Juden bewohnen. Es ist daher eine notwendige (Voraussetzung, daß der jüdische Sportsmann stets unterrichtet ist über den Stand der Makkabibewegung, ihr Werden kennt und in enger Fühlung steht mit all den Tausendem die gleiches Wollen erfüllt. Das verbindende Instrument sollte ein regelmäßig erscheinendes Makkabiblatt sein und es ist nur den finanziellen Kalamitäten, mit welchen unsere junge Bewegung stets kämpfen mußte, zuzusehreibem, daß dieses Blatt noch nicht besteht, jedoch erscheint schon heute das Makkabiblatt von Zeit zu Zeit und es wird wohl T?auThallmcuer München Thßaänevür.td.

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