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Das jüdische Echo · 1923-06-15 · 24 (15.6.1923) · p. Seite 286

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
24 (15.6.1923)
Date
1923-06-15
Page
Seite 286 (sequence 4)
Language
German
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286 Das Jüdische Echo Nr. 24 die Jungen ihrem Optimismus mit verdoppeltem Kräfteeinsatz zum Sieg zu verhelfen wußten und daß die Zweifler sich gerne bekehren ließen. Noch eine Eigenart der Ortsgruppe ist vielleicht erwähnenswert: ihr ausgesprochen „deutscher“ Charakter. Es leben in Bamberg eine Menge Ostjuden, deren Liebe zum Judentum außer Frage steht. Zum Teil sind sie orthodox und legen die dem Orthodoxen leider so oft innewohnende Abgeneigtheit gegen politische Fragen auch hier an den Tag. Zum anderen Teil haben sie die Bedeutung des Zionismus noch nicht erkannt; nur ein relativ geringer Teil ist organisiert und auch dieser tritt noch schwer aus seiner Passivität heraus. Es gibt da noch allerhand zu arbeiten. Und noch in einem anderen Punkt harrt unser eine dankbare Aufgabe: in der Gewinnung der Jugend. Es hat sich da schon manches zu unseren Gunsten geändert. Und je mehr die Erkenntnis um sich greifen wird, daß Antisemiten-Bekämpfung kein jüdisches Ideal bedeutet, desto leichter wird die Liebe zum jüdischen Volk Wurzel fassen können. Doch ich merke, daß ich fast ernst geworden bin. Und das wollte ich wahrlich nicht; ich möchte Ihnen die Laune nicht verdorben haben. Und darum erzähle ich Ihnen zum Schluß und zur Erheiterung noch eine Sentenz, die sich Herr Kellerbauer in seinem Vortrag leistete: „Daß die Juden 20 Banken in Palästina gegründet haben, daß sie die Araber für sich arbeiten lassen, während sie selbst mit Boden spekulieren, nennt man Zionismus.“ Indem ich Ihnen versichere, daß besagter Witz von keinem Spieltischpolitiker, sondern Ihrem Landsmann Kellerbauer stammt, bin ich mit Zionsgruß Ihr Dr. Weichselbaum. XIX. Belegiertentag der Z.V.f.ü. XIX. Delegiertentag der Z. V. f. D. in Dresden am 25., 26., 27. Juni 1923 im Vereinshaus, Zinzendorfer Straße 17. Die Tagesordnung ist in der vorigen Nummer veröffentlicht worden. Vorkonferenzen am Sonntag, den 24. Juni 1923 I. Vorkonferenz (Jugendkonferenz) Thema: Palästina, Galutharbeit und zion. Jugend. Beginn: 9 Uhr vormittags. Referent und Versammlungsort werden noch bekanntgegeben. II. Vorkonferenz Thema: Die Bekämpfung des Antisemitismus. Beginn: 4 Uhr nachmittags im Vereinshaus, kleiner Saal. Referent wird noch bekanntgegeben. Zur Jugendkonferenz haben außer den Delegierten Mitglieder der zionist. Jugendorganisationen Aeuhcrusers/r. 15, gegenüber der alten Mademie Zutritt, die sich als solche legitimieren können. — Zur Vorkonferenz über Antisemitismus haben nur Delegierte und besonders zu dieser Sitzung geladene Gäste Zutritt. Tagesordnung der Sitzungen vom 25., 26., 27. Juni 1923: 1. Eröffnungsansprache des Vorsitzenden. 2. Begrüßungen. 3. Wahl des Büros. 4. Jewish Agency, Weltkongreß und Zionistische Organisation. Referent: Dr. Kaznelson. Korreferent: Isaac Feuerring. 5. Zustand und Zukunft der Zionistischen Weltorganisation. Referent: Kurt Blumenfeld. 6. Debatte über die Referate zu 4 und 5. 7. Die Finanzierung des Palästinaaufbaus. Referenten: Adolf Böhm, Wien, Heinrich Margulies, Dr. Siegfried Moses. 8. Debatte. 9. Die nächsten Aufgaben der Palästinakolonisation. Referent: Dr. Arlosoroff. 10. Debatte. 11. Beschlußfassung über Anträge und Resolutionen. 12. Antrag des Landesvorstandes auf Abänderung des §9 der Statuten. (Termin des Delegiertentages in Zukunft: „mindestens einmal in jedem zweiten Jahre.“) 13. Neuwahl des Vorsitzenden. 14. Verschiedenes. Aus der jüdischen Welt Palästina Der jüdische Landbesitz Aus Jerusalem wird gemeldet: Der jüdische Nationalfonds hat soeben mit der Palestine Land Development Company Ltd. einen Kaufvertrag abgeschlossen, auf Grund dessen sich die Nationalfondsbesitzungen in Palästina erheblich vergrößern. Die Neuerwerbung betrifft ungefähr 20 000 Dunam, welche Ländereien zum größten Teil im Emek Israel liegen, wo im ganzen ungefähr 74 000 Dunam Boden dem Nationalfonds gehören. (Die Güter des Nationalfonds in „Emek“ liegen alle an der Haifa—Damaskus-Bahn. In ihrem jetzigen Umfange erstrecken sie sich von einem neun Kilometer von Haifa entfernten Punkt am Mittelmeer bis Beisan im Jordan-Tale. Außer den zwei großen Gütern Nahalal (zirka 18 000 Dunam) und Nuris (über 24 000 Dunam) hat der Nationalfonds nun in Tel das 10 000 Dunam, in Merhavia 6000 Dunam, ferner 2000 Dunam in Ruba el Nasra erworben, die zusammen mit Balfouria ein drittes großes Gut bilden, welches zwischen den beiden anderen Territorien liegt. Zwischen jdiesem Gut wiederum und Nahalal sind in Djindjar 4500 Dunam erworben worden.) Die ersten Vorlesungen am mikrobiologischen Institut Auf Grund der Zuwendungen der jüdischen Ärzte in Amerika wird in Jerusalem ein mikrobiologisches Institut eingerichtet. Nunmehr wurde dort mit den ersten Vorlesungen begonnen. Vorläufig liest Prof. F o d o r aus Halle, von dessen Eintreffen in Palästina wir seinerzeit berichtet haben, einmal wöchentlich, und zwar vorerst in deutscher Sprache, über Biochemie. Anschluß einer deutschen Kolonie an Tel Awiw Die deutsche Kolonie Wilhelma in der Nähe von Tel Awiw hat sich an die Gemeindeverwaltung von Tel Awiw mit dem Ersuchen gewandt, der Gemeinde Tel Awiw angeschlossen zu werden. Dem Ansuchen ist Folge gegeben worden.

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