Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- 22 (1.6.1923)
- Date
- 1923-06-01
- Page
- Seite 261 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 22 Das Jüdische Echo 261 bewilligt worden wäre. Aber der Aufschub wurde nicht bewilligt, das Mandat wurde bestätigt. Das ist ein einzelner Zwischenfall, der die ungewöhnliche Kompliziertheit des jüdischen geschichtlichen Geschehens illustriert. Es ist auch überaus schwer für uns, derartige Zwischenfälle in die rechten Perspektiven zu rücken. Was uns nebensächlich und zufällig erschien, enthüllte sich nach langer Zeit als ein Teil unseres tiefsten Geschickes. Ich bin nach Amerika direkt von Palästina gekommen und meine Reiseroute hat mich über Italien, Frankreich, Holland, England geführt. Ich habe so die ganze jüdische Front von New York bis Jerusalem gesehen. Es ist eine lange Front und die Streitkräfte, die sie halten, sind dünn auf ihr verteilt, während unsere Feinde gegen uns in dichten Massen stehen, stark an Zahl und Hilfskräften. Ihr Haß ist derselbe wie vor hunderten von Jahren Ich will Ihnen von einem Zwischenfall erzählen, der Ihnen die Art und die Richtung dieses Hasses erläutern kann. Ich hatte Gelegenheit, mit einem der führenden Männer der katholischen Kirche zu sprechen. Wir sprachen über Palästina und das Wiederaufleben des jüdischen Volkes. „Ce n’est pas vos Colonies, que je crains, c’est votre Universite“. Ich verstand ihn gut und antwortete ihm vielleicht etwas unvorsichtig: „Vous avez parfaitement raison.“ Sie fürchten unseren Geist, nicht unseren Körper. Aus der iüdischen Welt Palästina Eine Schießerei in Jaffa London. (Tel. der Wr. Mgztg.) Nach Meldungen aus Jerusalem hat eine Araberbande ohne äußeren Anlaß plötzlich die jüdische Bevölkerung der neuen Jaffarer Vorstadt Tel-Nordau attackiert und in den Straßen starkes Gewehrfeuer eröffnet. Die jüdischen Schomrim stellten sich sofort den Arabern entgegen und es entstand ein heftiger Kampf. Die Araber flüchteten. Zum Glück sind auf jüdischer Seite keine Opfer an Menschenleben zu beklagen. England Ein Aufruf des englischen Oberrabbiners für den Palästina-Aufbaufonds. Zur Eröffnung der Keren Hajessod-Kampagne in England erließ Chief Rabbi Dr. J. H. Hertz eine Botschaft an die Judenschaft des Vereinigten Königreichs Großbritannien. In dem Appell wendet sich Großrabbiner Hertz ausdrücklich sowohl an die Zionisten als auch an die Nichtzionisten, denen jetzt Gelegenheit geboten sei, ihre Pflicht Palästina und dem Judentum gegenüber zu erfüllen. Amerika Die amerikanischen B’nei B’rith-Logen für Förderung der palästinensischen Bautätigkeit. Der amerikanische Orden B’nei B’rith hat auf seiner Konvention in Memphis vom 23. April beschlossen, den Häuserbau in Palästina vermittels der Jerusalemer Geschäftsstelle der Loge materiell zu fördern, und vorerst eine Unterstützung von 25 000 Dollar zu gewähren. In einer Resolution wurde beschlossen, an die verschiedenen Gruppen zu appellieren, Gelder zur Förderung der Bautätigkeit in Palästina zu zeichnen. Diese Aktion wird von einer großen Anzahl von Mitgliedern der B’nei B’rith-Logen und von prominenten B’nei B’rith-Führern unterstützt. In der angenommenen Resolution heißt es des weiteren, daß diese Aktion mit dem bisherigen Standpunkte der B’nei B’rith, jüdische Siedlungen zu fördern, konform gehe, ohne daß dabei der Orden als solcher sich an irgendwelches zionistisches Prinzip binden würde. Felix Warburg für die hebräische Universität in Jerusalem J.C.B. meldet aus New York: Der bekannte Bankier Felix Warburg hat zu Händen Professor Weizmanns den Betrag von 10 000 Dollar für die hebräische Universität in Jerusalem erlegt. Deutschland Wahlen zum XIII. Zionisten-Kongreß Die Exekutive der Zionistischen Organisation gibt bekannt: Der XIII. Zionistenkongreß wird am Abend des 6. August im Schützenhause in Karlsbad mit einer feierlichen Sitzung eröffnet werden. Die Exekutive hat soeben die Vorschriften betreffend die Wahl von Delegierten zum Kongreß veröffentlicht. Die zionistischen Verbände wurden aufgefordert, die Schekelsammlungen rechtzeitig abzuschließen, damit sämtliche Schekelgelder nicht später als am 6. Juni bei der Exekutive eintreffen. Auf Grund der bis zu diesem Datum bei der Exekutive eingelaufenen Schekolim wird die Zahl der Delegierten für jeden zionistischen Verband bestimmt werden. Grundsätzlich entfällt nach dem Statut auf 2000 Schekelzahler je ein Delegierter. Für kleinere Verbände sind im Statut Ausnahmen vorgesehen. Verbände, die, obwohl sie sich auf das Gebiet eines ganzen Staates erstrecken, insgesamt nur 1000 Schekelzahler umfassen, sind zur Wahl eines Delegierten berechtigt. Noch kleinere Verbände haben sich miteinander zur Wahl eines vren-Jtoden m