Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- 21 (25.5.1923)
- Date
- 1923-05-25
- Page
- Seite 251 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 21 Das Jüdische Echo 251 Amerika. Das Palästinaamt in New York schreibt u. a.:.„Zu unserem Bedauern konstatieren wir, daß bei der Verteilung: der Erlaubnisse Amerika gänzlich übergangen wurde. Wir ersuchen Sie, dafür zu sorgen, daß bei der nächsten Verteilung eine entsprechende Quote auch) Amerika zugeteilt wird.“ Argentinien. Die Zionistische Organisation in Argentinien schreibt u. a.: „Bis Ende des Monats März hätte man eine viel größere Zahl von Einreiseerlaubnissen nach Palästina verteilen können, als die uns zugesandten.“ Tschechoslowakei Wyneken und der Zionismus Gustav Wyneken hielt im Prager jüdischen Studentenverein „Bar Koehba“ auf dessen Einladung einen Vortrag, gelegentlich dessen er sich auch über Zionismus und Antisemitismus äußerte. Seine Worte seien hier nach der „Selbstwehr“ wiedergegeben: „Ich habe den Zionismus immer darum beneidet, daß er ein uns weit überlegenes Ideal hat. Wir Deutsche können ihm ja nichts an die Seite stellen. Es gibt Gegenstücke zu dieser enthusiastischen Bewegung in der deutschen Jugend: die nationale und die kommunistische Bewegung. Aber beide haben ja ihr Volk. Dem Enthusiasmus, der ein Volk wiedererneuern, der ein Volk schaffen will, kann kein Enthusiasmus an die Seite gestellt werden. Wyneken und der Antisemitismus Ich hatte Gelegenheit, Wyneken über den Antisemitismus der deutschen^ Jugend zu befragen. Er meinte etwa: Es gibt zwei Arten von Antisemitismus: der eine ist nichts anderes, wie das Aufflackern böser Instinkte und Ressentiments; der andere nichts anderes wie das Gefühl für die Verschiedenheit jüdischen und deutschen Wesens. Leider ist heute der größte Teil der deutschen Jugend dem ersten, dem bösen Antisemitismus verfallen. Amerika Echt amerikanisch! Der Zerfall des K u K 1 u x Klan. In der „Nationalzeitung“ lesen wir: Nachrichten, aus Amerika besagen, daß die Tage der unheimlichen Geheimverbindung, die alle Juden, Katholiken und Landesfremden ausrotten wollte, infolge innerer Zerwürfnisse zu Ende gehen. Unsere Leser dürften diese merkwürdigen modernen Ritter der heiligen Feme kennen, die das Land terrorisieren und sich in ihren heimlichen Versammlungen in lange Gewänder und spitze Hauben kleiden, die das ganze Gesicht verdecken. Eine weitere Eigentümlichkeit besteht darin, daß sie mit Vorliebe Wörter wählen, die mit Kl oder cl beginnen, oder andere Wörter entsprechend abändern. So nennen sie ihre Versammlungen nicht „Convokation“, sondern „clonvokation“ und ihr „Kaiser“ heißt nicht „Emperor“ sondern „Klemperor“, offenbar um das Gefühl des Unheimlichen zu verstärken. Wo würde das hinführen, wenn man bei uns für Katze Glatze, für Kappe Klappe und für Kasse Klasse sagte, statt Kette Klette, statt Cohn Klown, statt köpfen klopfen, schließlich käme es so weit, daß man statt Kaviar Klavier, statt Kassier Klystier und statt Korsett Klosett sagen würde! Zum Glück ist Ku Klux Klan weit weg, und zum Glück hat er den Höhepunkt seiner Macht überschritten. Seine zwei obersten Würdenträger, der Kaiser und der Zauberer, oder nennen wir sie Klaiser und Klauberer haben Händel gekriegt. Sie streiten um den Besitz des „unsichtbaren Kaiserreiches“. Das unsichtbare Kaiserreich ist eine sehr sichtbare Villa in der Stadt Atlanta. Sie wurde aus den Geldbeiträgen, die der ZenYralleitung aus allen Landesteilen reichlich zuflossen, erbaut, und da von den beiden Oberbonzen Simmons und Evans keiner dem andern weichen wollte, gingen sie vor den Richter, nicht vor die heilige Feme, sondern vor die Hüter der Gesetze, über die sich die Geheimbündler sonst immer hinweggesetzt hatten. Der Zauberer hat damit seinen Zauber, der Kaiser seine kaiserliche Würde eingebüßt und der Geheimbund seinen Schrecken. Rußland . Das Elend unter der Juden Schaft der Krim Laut Nachrichten der Jüdischen Welthilfskonferenz aus der Krim befindet sich die dortige jüdische Bevölkerung in einer furchtbaren Notlage. Die angestammte jüdische Einwohnerschaft der Krim stirbt buchstäblich Hungers. So sind zum Beispiel in Karasubazar, wo ungefähr 3500 Juden leben, mehr als 400 Kinder unter 15 Jahren an Hunger und Epidemien zugrunde gegangen. "RauThallmaier München ThßaünevttrAÖ. Glaser C/jbnzoüaim psirm