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Das jüdische Echo · 1923-05-11 · 19 (11.5.1923) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
19 (11.5.1923)
Date
1923-05-11
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 19 Das Jüdische Echo 225 BERNHARD BAUCH Schäfflerstr. 3/5 Briennerstr. 8 Telephon 21540 Telephon 21541 ELEGANTE PELZE lästinas ausgeglichen worden. Die französischbritische Grenzkommission hat bereits beschlossen, daß das ganze Tal Alkhulah, welches 26 Dörfer nördlich von Methulah umfaßt, Palästina angegliedert werden soll. Die Übergabe dieses Gebietes wird in den nächsten Tagen erfolgen. Amerika GroßeErfolge Weizmanns in Amerika Die fünfte Woche von Dr. Weizmanns Besuch in Amerika fand die Keren Hajessod-Aktion in vollem Zuge durch ganz Groß-New York und alle Bezirke in fieberhafter Arbeit. Eine offizielle Mitteilung von Richter Bernard A. Rosenblatt, dem Leiter der Kampagne, gibt bekannt, daß bis nun 1 175 000 Dollar gezeichnet wurden, davon 750 000 als Ergebnis der verschiedenen Anlässe zu Ehren Dr. Weizmanns, der Rest als Ergebnis der Sammlungen in allen Synagogen während der Pessachfeiertage. Der Großteil der aufgebrachten Summe ist bar eingezahlt. Dr. Weizmann hat wahrlich alle Kräfte zusammenzunehmen, um den Anforderungen zu entsprechen, die an ihn gestellt werden. Mittwoch, den 28. März, hatte er eine lange Unterredung mit Lord Robert Cecil, über welche bereits berichtet wurde. Am selben Abend sprach er bei einem Bankett, das die Kampagne im Stadtviertel Borough-Park eröffnete und bei welchem ihm ein Scheck über 25 000 Dollar überreicht wurde. Am 29. März hatte er eine Konferenz mit dem Zentralkomitee der Hadassa über die sanitären Arbeiten in Palästina. Montag, den 2. April, nahm Weizmann als Ehrengast an einem Diner teil, das die Amerikanische Vereinigung für Außenpolitik zu Ehren Lord Robert Cecils gab, der dort über die Idee des Völkerbundes sprach. Unmittelbar von diesem Diner fuhr Weizmann zu einem gewaltigen Massenmeeting, das mehr als 2000 Juden des Stadtviertels West-Bronx vereinigte. Bei dieser Versammlung sprach auch Dr. Schmarja Levin. Als sich Dr. Weizmann, der, wie bei allen diesen Veranstaltungen, der letzte Redner war, und der noch niemals in diesem Teil von New York gesprochen hatte, zu seiner Ansprache erhob, wurde er mit ungeheurer Begeisterung begrüßt, das ganze Publikum erhob sich und sang die Hatikwah. In der Versammlung selbst wurden 20 000 Dollar aufgebracht. Mittwoch, den 4. April sprach Weizmann in einem Massenmeeting im Stadtviertel Washington Heights. Montag, den 9. April war Weizmann Gast bei einem Privatdiner, das Frau Isabelle Friedmann in ihrem Heime gab, wobei der bekannte Bankier Oskar Straus den Vorsitz führte und Dr. Weizmann und Louis Marshali Ansprachen hielten. Dieses Diner wird wahrscheinlich in der Geschichte des Palästinaaufbaus von historischer Bedeutung sein. Es brachte Weizmann in Berührung mit den größten amerikanischen Kapitalisten und gab ihm Gelegenheit, sie für seinen Plan der Errichtung einer „Gründungsbank“ mit gewaltigem Kapital zu interessieren. — Unmittelbar vom Diner begab sich Dr. Weizmann zu einem Keren- Hajessod-Bankett im Stadtteil Bensonhurst, wo 25 000 Dollar gesammelt wurden. Dienstag, den 10. April fand ein Keren-Hajessod-Bankett für das Stadtviertel Harlem statt, wozu Senator Royal S. Copeland und Gouverneur Smith Begrüßungstelegramme gesandt hatten. Dr. Weizmann wurde ein Scheck über 25 000 Dollar überreicht. Besonderen Eindruck machte es bei diesem Bankett, als Sol Bloom, der Vertreter des Bezirkes im amerikanischen Kongreß, sich erhob und erklärte, die eben beendete Rede von Frau Gottheil habe ihn so ergriffen, daß er außer seinem bisherigen Keren- Hajessod-Beitrag von 1000 Dollar noch weitere 500 Dollar im Namen seiner Mutter spende. — Zum erstenmal in der Geschichte des New Yorker Judentums hat sich der großen Aktion auch die West Side angeschlossen, wo zunächst ein allgemeines Komitee begründet wurde. Der amerikanisch-jüdische Kongreß Aus New York wird uns gemeldet: Die Wahlen in den zweiten amerikanisch-jüdischen Kongreß sollen in ganz Amerika am 27. Mai abgehalten werden. Die Eröffnung des ursprünglich für Mai geplanten Kongresses wurde verschoben, um für ordnungsgemäß durchgeführte Wahlen Zeit zu gewinnen. Der Kongreß dürfte daher erst im Juni zusammentreten. Ein bedeutender Raum in den Beratungen soll der Frage der allgemeinen jüdischen Lage in Europa und besonders dem Antisemitismus gewidmet werden. Lord Robert Cecil über das jüdischnationale Heim in Palästina „Niemals wird England sein Wort brechen!“ „Hört auf Weizmann und nicht auf Lord Beaverbrook!“ New York. Der seit einiger Zeit zur Propaganda für den Völkerbund in Amerika weilende Lord Robert Cecil hat die folgende öffentliche Erklärung über die Frage des jüdischen Nationalheims in Palästina abgegeben: „Die englische Regierung sowie alle verantwortlich denkenden Menschen in England sind für die Schaffung eines jüdischen Heims in Palästina. Niemals wird England von seinem gegebenen Versprechen zurücktreten. Meine persönliche Stellung in der jüdischen Frage ist bekannt. Ich halte den Völkerbund und die Gründung des jüdischen Heims in Palästina für die beiden wichtigsten Errungenschaften der Nachkriegszeit. Ich bin für die Balfour-Deklaration und kümmere mich sehr wenig darum, was Feinde des Zionismus und der Juden zu sagen haben. Würden die Juden mehr auf die Worte ihrer Freunde hören, sie würden dann die große historische Gelegenheit, die vor ihnen steht, besser begreifen und aufhören, sich Sorgen zu machen. Wichtiger ist es, daß die Juden darauf hören, was Dr. Weizmann, als was Lord Beaverbrook sagt. Die antizionistischen Attaken des Lord Beaverbrook und seiner Gesinnungsgenossen werden auf die englische Regierung keinen Einfluß ausüben. England ist den Juden freundlich gesinnt, einem Freunde aber braucht man keine Erklärungen zu geben und gegenüber einem Feinde helfen Erklärungen nicht. Die Juden müssen lernen, auch Feindschaft und Opposition zu ertragen. Haben denn nicht auch England und Amerika Feinde? Die seit mehr als 2000 Jahren in fremden Ländern lebenden Juden: mögen wohl ständig auf feindliche Überfälle gefaßt sein, sie dürfen aber mit Stolz erfahren, daß sie gute Freunde besitzen, die sie vor solchen Überfällen schützen. Ich weiß

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