Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- 19 (11.5.1923)
- Date
- 1923-05-11
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9072829-9103029-9148006--05632-9078301- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
224 Das Jüdische Echo Nr. 19 Wenn wir von den Nürnberger Juden bis jetzt noch nichts erzählt haben, so liegt es gewiß nicht daran, daß uns auf unserem Spaziergang „um den Ring“ keine begegnet sind. Doch davon ein andermal. Das eine nur sei gesagt: Der aufgezwungene Kampf läßt manches bisher nur schüchterne jüdische Gefühl erstarken, und zwar nicht nur zur Abwehrtätigkeit. Immerhin leidet die „Einheitsidee“ noch rechte Not. Noch jüngst ist es mir widerfahren, daß man mich in einem Kreis braver jüdischer Männer bedrückt fragte: „Sind Sie denn nicht Zionist?“ und daß man erleichtert aufatmete, als ich dies verneinen mußte. Diese braven Leute sind leider immer noch typisch (übrigens gewiß nicht in Nürnberg allein). Sie werden aber seltener; wenigstens wollen wir es hoffen. Dr. Ludwig Frank-Nürnberg. Aus der Jüdischen Welt Palästina Eine arabische Erklärung gegen England Jerusalem. Fünfunddreißig arabische Notabeln veröffentlichen in der Zeitung „Alma Katern“ eine Erklärung, in der sie die Behauptung des Lord Beaverbrook dementieren, wonach die Araber das palästinensische Mandat, falls die Bestimmung über die Wiedererrichtung einer jüdischnationalen Heimstätte und die Balfour-Deklaration zurückgenommen werde, akzeptieren würden. Die arabischen Notabein erklären, daß die Balfour- Deklaration aufgehoben werden müsse, nach deren Aufhebung jedoch müsse erst ein Plebiszit in Palästina stattfinden, ob Palästina unter ein englisches Mandat zu stellen sei. Die jüdische Einwanderung im März Der Jerusalemer JCB-Vertreter erfährt, daß im Laufe des Monats März 1100 Immigranten in Palästina eingetroffen sind; Dreiviertel dieser Zahl betreffen Angehörige der bereits im Lande wohnenden Immigranten. Die Organisation der hebräischen Universität in Jerusalem Am 2. ds. ist der Professor der Universität Halle, Fodor, in Jerusalem eingetroffen, um einen Organisationsplan für die Errichtung des biochemischen Instituts zu entwerfen. Empfang des neuen Zivilsekretärs durch die palästinensischen Juden Der politische Berater der Zionistischen Exekutive in Palästina, Oberst Kisch, veranstaltete /Ve uh erus ers/r. 15, gegenüber der alten Jtkcdemie 'eine zu Ehren des neuen Zivilsekretärs der englischen Regierung in Palästina, Sir Clayton, einen Empfang, dem zahlreiche jüdische Persönlichkeiten beiwohnten. Eine neue jüdische Siedlung in Haifa In Haifa ist im Stadtviertel „Bath Galim“ der Grundstein zu einer neuen jüdischen Siedlung gelegt worden, die von der Gesellschaft „Hamanehil“ errichtet werden wird. Es wurde bereits mit dem Bau von 25 Häusern begonnen. Der jüdische Palästina-Pavillon aufder britischen Reichsausstellung Aus Jerusalem meldet JCB: Die Regierungskommission zur Organisierung der Palästina-Abteilung auf der bevorstehenden britischen Reichsausstellung hat beschlossen, daß alle Angelegenheiten, die mit der Errichtung des jüdischen Pavillons Zusammenhängen, in den Händen der Zionistischen Exekutive konzentriert werden sollen. Mitglieder der zu diesem Zweck gebildeten Kommission sind: Colonel Kisch unu Herr Tischbi als Vertreter der Zionistischen Exekutive und Herr Goldwater als Vertreter des Economic Board. Jüdische Tourist enfüh Ter in Palästina In Jerusalem ist ein Informationsbureau im Interesse der nach Palästina kommenden amerikanischen Juden eingerichtet worden, welches den jüdisch-amerikanischen Touristen an die Hand zu gehen und sie mit ausgebildeten jüdischen Führern zu versorgen hat. Das neue Unternehmen ist deshalb von Bedeutung, weil sich in der letzten Zeit öfter Touristen darüber beklagt haben, daß die bestehenden Touristenbureaus keine jüdischen Fremdenführer beschäftigen und1 daß sogar Touristen, die ausdrücklich jüdische Führer verlangen, solche nicht bekommen können. Rimon lebt Man berichtete vor kurzem, daß der bekannte hebräische Dichter Rimon Selbstmord verübt habe. Im „Haarez“ waren auch bereits längere Nekro^ löge erschienen. Wie sich nun herausstellt, ist der Dichter Rimon am Leben und befindet sich wohl in Tiberias. Die Selbstmordgerüchte hatten ihren Grund darin, daß durch eine gewisse Zeit der Aufenthaltsort Rimons nicht in Erfahrung gebracht werden konnte. DasRutenber g-E lektrizitätswerkbei Jaffa geht seiner Vollendung entgegen Die Arbeiten am Rutenbergwerk bei Jaffa werden mit größter Beschleunigung durohgeführt. Arbeiter stellen jetzt die Masten in Tel Awiw auf. Die Arbeit wird von jüdischen und arabischen Arbeitern gemeinsam ausgeführt. Eine Pfropfenfabrik in Jaffa Die Pfropfenfabrik „Hascharon“ errichtet jetzt in Jaffa einen neuen geräumigen Bau, in dem die neuen aus dem Auslande eingeführten Maschinen installiert werden sollen. Eine Spiritusfabrik in Chedera Die tschechoslowakische Kwuzah, an deren Spitze Herr Epstein steht, tritt an die Gründung einer Spiritusbrennerei in der Kolonie Chedera heran. Dr. Drechsler hat sich ins Ausland begeben, um die hierfür nötigen Maschinen einzukaufen. Die Bestimmung der Nordgrenzen Jerusalem. Wie bereits gemeldet, sind die Meinungsverschiedenheiten zwischen Frankreich und Großbritannien bezüglich der Nordgrenze Pa-