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Das jüdische Echo · 1923-04-27 · 17 (27.4.1923) · p. Seite 201

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
17 (27.4.1923)
Date
1923-04-27
Page
Seite 201 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 17 Das Jüdische Echo 201 BERNHARD BAUCH Schäfflerstr. 3/5 Briennerstr. 8 Telephon 21540 Telephon 21541 ELEGANTE PELZE ehern, die Sanddiinen zu bebauen, die von der Küste ins Land hin wachsen, und sie mit Bäumen und Getreide zu bepflanzen, die Felsen Judäas zu bearbeiten und wieder die Feigenbäume zu pflanzen, unter denen unsere Ahnen saßen, w#gx ist es, der es uns heute weigert, wer ist es, der unsere Handlungen zu kritisieren wagt? (Beifall.) Ich lasse mich durch das Geschwätz nicht bewegen und nicht erschrecken. (Beifall.) Das Volk, das seit zweitausend Jahren der Verfolgung, der Tortur und dem Tode getrotzt hat. das heute in ganz Europa gepeinigt und fast ums Leben gebracht wird, das läßt sich nicht von ein paar Zeitungsartikeln oder Zeitungsbesitzern erschrecken. (Lebhafter Beifall.) Wenn das jüdische Volk so leicht zu vernichten gewesen wäre, so hätte es schon längst aufgehört, zu existieren. Ich zweifle nicht daran, daß die jetzige Regierung so wie die frühere das Mandat ehrlich erfüllen wird, welches Großbritannien aus den Händen des Völkerbundes angenommen hat. Ich kann nicht verstehen, wie irgend jemand so töricht sein kann, sich vorzustellen, daß es jemals für eine britische Regierung möglich sein wird, Palästina zu verlassen und es den Türken oder den Arabern zu überliefern. England ist die Mandatarmacht, und wenn sie ihr Mandat aus den Händen zu geben wünscht, muß sie an die Quelle gehen, woher es gekommen ist. Es ist kein Geheimnis, daß andere Mächte sehr gern das Mandat genommen hätten zu einer Zeit, wo die Zionistische Organisation England aufforderte, es anzunehmen, wenn der Völkerbund zustimme, und ich zweifle nicht daran, daß auch jetzt noch andere Nationen bereit wären, die ehrenvolle Stellung des Mandatars dieses großen Landes anzunehmen. Ich fürchte nicht, daß die heutige Regierung ihre Zusage nicht erfüllen wird. Die britische Nation weigert sich ebensowenig, ihre Zusagen zu erfüllen, wie ein britischer Geschäftsmann seine Verträge. Dies ist ein Vertrag zwischen allen jüdisc h e n Gemeinschaften der Welt und der britischen Regierung, ein Vertrag, auf Grund dessen die britische Regierung inmitten einer großen Krisis Unterstützung und Hilfe von den Juden in Palästina und in der übrigen Welt für ihren großen Kampf erhalten hat. Die britischen Friedhöfe dort haben zwischen den Kreuzen Gräber, die den David- Schild zeigen, wo jüdische Soldaten begraben sind. Ich kann mir nicht vorstellen, daß irgend eine Regierung oder irgend ein Parlament so niedrig, so ehrlos handeln könnte, Zusagen zu verlangen, für die so viele Juden ihr Leben bei der Befreiung ihres Landes hingegeben haben. Ich komme nun dazu, was uns hier vereinigt hat, zum Palästina-Gründun gsfonds. Ich freue mich, rings um mich so viele Leute zu sehen, die recht wohlhabend aussehen. (Heiterkeit.) Man sagt, daß jeder Jude ein guter Schnorrer sei. Aber ich fühle mich besser, wenn ich gebe, als wenn ich verlange. Der Chief Rabbi hat mit Recht gesagt, die Hauptgefahr sei nicht Gegnerschaft von außen her, sondern Uneinigkeit von innen. Die Gefahr für das neue Judäa sei nicht die Schwierigkeit der Verleumdungen von außen her, sondern der Mangel an Energie und der Mangel an Opferwillen von seiten derjenigen, die es zur Wirklichkeit machen können. Der Keren Hajessod ist mit großen Ideen und mit der Forderung nach großen Summen ins Leben getreten. Er hat in zwei Jahren 750 000 Pfund aufgebracht. (Hört, hört!) Ich würde nicht Hört, hört! sagen, es wäre denn, daß noch eine Null, dastünde. Ich kenne die Schwierigkeiten. Die großen Gebiete von Ost- und Mitteleuropa sind außer Gefecht gesetzt. Aber die britischen Juden haben nur fünf Prozent der Beiträge geleistet. Ist das rühmlich für uns? Wir sind schwer besteuert, aber das Palästina-Budget, das die Juden der ganzen Welt angeht, besitzt keinen Steuerexekutor, der Steuern eintreiben kann. Unser Steuerexekutor ist das Gewissen der Juden in der ganzen Welt. Wird dieses Gewissen so stark sein wie die Vorschreibungen, die uns zwingen, unsere Steuern hier zu bezahlen? Ich hoffe, daß jeder ein Opfer für den Keren Hajessod bringen wird. M r. J o s e p h Cowen : Ich bin entlarvt. Ich bin einer der „Menschen von Zion“, einer von jenen, die an der geheimnisvollen Versammlung in Basel im Jahre 1897 teilnahmen, an dem ersten Zionistenkongreß, wo wir uns zur Zerstörung der Welt verschworen. (Heiterkeit.) Ich könnte Ihnen manches von der Versammlung erzählen, aber in den Zeitungen ist schon so viel von unseren schrecklichen Plänen erschienen, daß wir die übrigen unbesprochen lassen, biis sie erfüllt sind. Aber etwas gab es im Jahre 1897, was wir nicht wußten. Wir wußten nicht, daß wir 1923 dasitzen, und uns über das Mandat und die Errichtung des Jüdischen nationalen Heimes freuen würden. Als einer der ältesten Verschwörer möchte ich betonen, daß wir dieses nationale Heim nicht als ein zionistisches Privileg, sondern als eine alljüdische Angelegenheit betrachteten. Ich muß Sir Alfred Mond berichtigen: Der britische Beitrag beläuft sich nur auf zweieinhalb Prozent der bisher gesammelten Summe. 477 000 Pfund kamen aus den Vereinigten Staaten, 47 000 Pfund aus Kanada, 28 000 Pfund aus Südafrika, 25 000 Pfund aus Polen und nur 17 000 Pfund aus Großbritannien, worauf sogleich Deutschland, dieses arm gewordene Land, folgt. Ich hoffe, wir werden das in Ordnung bringen, bevor wir diesen Saal verlassen. Oberst J o s i a h Wedgwood: Hier, wo ich neben einem der „Ältesten von Zion“ sitze, ist es mir wirklich angenehm, daß meine Paten mir bei der Taufe den guten, alten, christlichen Namen Josua beigelegt haben. (Heiterkeit.) Anders als mein königlicher Namensvetter, habe ich aber nicht die Absicht, i'm Meggido zu fallen, wenn ich mich zwischen: zwei so hervorragende Gegner stürze, wie Sir Alfred Mond und Philipp Snowden. (Heiterkeit.) Zweifellos wird das Duell zwischen ihnen fortgesetzt werden, aber hoffentlich nicht über meiner Leiche. Man hat behauptet, mein Interesse an der zionistischen Bewegung komme allein daher, daß Moses eine richtige Ansicht von der Landfrage hatte. (Heiterkeit.) Das ist nicht so. Ich spreche für den Keren Hajessod, weil die Partei, der anzugehören ich die Ehre habe, die Forderung nach einer Vermögensabgabe erhebt. (Heiterkeit.) Wenn wir die Chaluzim in Palästina unterstützen, so fördern wir nicht nur die Chaluzim, sondern schaffen eine Möglichkeit für die Zukunft der Millionen eines verfolgten Stammes, der zufälligerweise Ihr Stamm ist, der aber jedem ehrlichen Christen ebenso teuer ist wie jedem Juden.

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