Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- 15 (13.4.1923)
- Date
- 1923-04-13
- Page
- Seite 178 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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178 Das Jüdische Echo Nr. 15 sich dagegen etwas verzögern, da die umfangreiche Untersuchung in Berlin, München, Hamburg, Frankfurt" und anderen Städten noch nicht abgeschlossen werden konnte. (Wr. Mrgztg.) Ein neues Palästina-Unternehmen Unter der Firma „Pasyreg“ Orient-Export- Aktien-Gesellschaft ist mit dem Sitz in Berlin, Taubenstr. 47, ein Unternehmen gegründet worden, welches die Ausfuhr von Waren aus Deutschland nach Palästina, Syrien, Ägypten und anderen Ländern des nahen Orients, sowie die Einfuhr der Erzeugnisse dieser Gebiete bezweckt. Ferner soll sich die Gesellschaft mit der industriellen Erschließung Palästinas befassen. Das Zustandekommen des neuen Unternehmens ist dem Zusammenwirken von jüdischen Großfirmen in Berlin und Frankfurt mit Institutionen und Gruppen, die sich für Aufbau Palästinas ersetzen, zu verdanken. An den Vorbereitungen zur Gründung der Gesellschaft beteiligten sich in reger Weise mehrere zionistische Gruppen, welche den Aufbau Palästinas durch die Anregung der Privatinitiative befürworten: Der „Binj an Haarez“, die „W o 1 f s o h n^G e s e 11s c h a f t“ und das „V e reinigte Berliner Komitee für zionistische Reorganisation“. Gleichzeitig aber traten die neutralen Palästina-Vereinigungen, die „Allgemeine Jüdische Kolonisations-Organisation“, sowie das „Hilfskomitee für Palästina“ und besonders eifrig auch die Palästina-Zentrale der „Agudas J i s r o e 1“ für das Unternehmen ein. Dank dieser Kooperation wurde der „Pasyreg“ nicht nur die Unterstützung der neutralen, orthodoxen und zionistischen jüdischen Kreise Deutschlands, sondern auch die der zur Zeit in Deutschland wohnenden russisch-jüdischen Großkaufleute gesichert. Das Anfangskapital der Gesellschaft beträgt 30 Millionen Mark. Daneben verfügt jedoch die „Pasyreg“ über sehr ausgedehnte Warenkredite, die ihr von zahlreichen Industriellen und Handelsfirmen zugesichert wurden. Das Gesellschaftskapital soll demnächst erheblich vergrößert werden. Der Aufsichtsrat besteht aus den Herren: Kommerzienrat Gerson Simon. Heinrich Freirieh, Moritz Grieß, R.-A. Dr. M. Kollenscher, Salomon Schalit, Heimann Zirnak, sämtliche in Berlin: Siegfried Birnbaum, Herbert Kruskal-Frankfurt am Main, Jacques Schapiro-Jaffa. Als Direktoren wurden die Herren Dr. N. Honig und Ernst Löwenberg bestellt. Zum Generalsekretär wurde Dr. Alfred Nossig berufen. Die neue Gesellschaft besitzt bereits in Palästina und den Nachbarländern ausgedehnte, erfolgversprechende Beziehungen. Ihre kommerzielle Tätigkeit ist noch vor der formellen Gründung der Gesellschaft eingeleitet worden. Ebenso sind die Vorbereitungen für die Initiative der Gesellschaft auf industriellem Gebiete bereits im Gange. Inbezug auf die geschäftlichen Aussichten des neuen Unternehmeins ist folgendes zu sagen: In dem gegenwärtig aufblühenden palästinensischen Länderkreis macht sich ein stetig wachsendes Bedürfnis nach Waren jeder Art bemerkbar. Deutschland bildet infolge seiner industriellen Leistungsfähigkeit und seiner niedrigen Valuta die Hauptbezugsquelle für den dortigen Handel. Der Export ist jedoch bis jetzt so mangelhaft organisiert, daß es nach Ansicht der Sachverständigen im Interesse des wirtschaftlichen Aufbaues Palästinas liegt, gerade in Deutschland eine Orient- Handelsgesellschaft zu gründen. Nach den bisherigen Erfahrungen darf der Handel nach der Levante als ein rentables Unternehmen gelten. Polen Pogrom in Warschau Warschau. Die nationaldemokratisohe Partei veranstaltete nach Bekanntgabe der Urteilsvollstreckung an dem Prälaten Budkiewicz durch die Bolschewiken großeProtestversammlungen.in denen unter anderem eine Resolution gefaßt wurde, daß vom polnischen Sejm sämtliche kommunistischen Abgeordneten auszuschließen seien. Nach der Versammlung begaben sich über 150 000 Teilnehmer, die aus Studenten und Parteiangehörigen der Nationaldemokraten bestanden, zum Ministerratspräsidium, wo sie die Resolution übergaben. Von hier zogen die Teilnehmer unter den Rufen: „Ermordet die Juden!“ ins Judenviertel. Während ihres Marsches ins Judenviertel überfielen sie sämtliche Cafes und Gasthäuser und prügelten jüdische Gäste und Passanten. Sämtliche auf dem Wege ins Juden viertel gelegenen jüdischen Geschäftsläden wurden vollkommen ausgeplündert und devastiert. Im Judenviertel überfielen die nationaldemokratischen Studenten die von Juden bewohnten Häuser, drangen in die Wohnungen ein und mißhandelten auf die schändlichste Weise die jüdischen Bewohner. Aus den jüdischen Wohnungen wurden Möbelstücke hinausgeschleudert. In T?auThallmaier München ThßcUmev&r.lö.