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Das jüdische Echo · 1923-04-13 · 15 (13.4.1923) · p. Seite 177

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
15 (13.4.1923)
Date
1923-04-13
Page
Seite 177 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 15 Das Jüdische Echo 177 BERNHARD BAUCH Schäfflerstr. 3/5 Briennerstr. 8 Telephon 21540 Telephon 21541 ELEGANTE PELZE irdische“ Straßen überaus vorteilhaft ausgenutzt wird. Große Lichtöffnungen in der Betonplatte erhellen diese unterirdische Welt. Diese vorzügliche Raumausnutzung macht den ganzen Bau erst rentabel, denn der Boden kostet stellenweise bis zu 5 Pfund und mehr pro Quadratmeter. Wahrhaft großstädtische Preise und ein wahrhaft großstädtischer Bau. Der Plan liegt jetzt der Regierung zur Bestätigung vor. Auch Haifa rüstet sich zum Bau eines Handelsviertels. Es ist zwischen Meer, Eisenbahn und Hauptstraße gelegen und umfaßt etwa 10 000 qm. Der hierfür ausgeschriebene Wettbewerb läuft am 15. April ab. (ZK) Aktion für efln palästinensisches Arbeiterheim Die Organisation ,Hitachduth“ in Lodz beschloß, eine umfangreiche Sammelaktion einzuleiten, um mindestens eine Million französischer Franken für den Aufbau eines jüdischen Arbeiterheims in Palästina aufzubringen. (J. C. B.) Hebräische Opern in Palästina Die Vorbereitungen zur Aufführung der Oper „Faust“ von Gounod in hebräischer Sprache gehen in Jaffa ihrem Ende entgegen. Die musikalische Leitung liegt in den Händen Prof. H. Abidah. Zugleich wird auch unter Beteiligung von Prof. Har Helach (Salzberg) die hebräische Aufführung: der Oper „Pagliaci“ (Bajazzo) von Leoncavallo vorbereitet. (Ziko.) Eine1 dritte hebräische Tageszeitung in Palästina Der frühere Redakteur des „Haaretz“, S. Schwarz, hat in Jerusalem mit der Herausgabe eines neuen hebräischen Tagblattes „Erez Israel“ begonnen. Es ist dies neben dem „Doar Hajom“ und dem „Haaretz“ die dritte von Juden herausgegebene hebräische Tageszeitung in Palästina. (Ziko.) Die Gartenstadt Talpioth Diese neue Vorstadt von Jerusalem liegt 2,5 bis 3,5 km südlich des Jaffators an der Straße nach Bethlehem;, nahe der griechischen Kolonie und der Bahnstation. Die Fläche beträgt 1 Million Pic (560 000 m2). Besitzer sind die A. P. C., die P. L. D. C., Nathan Strauß und andere kleine Eigner. Der Plan wurde von Prof. Geddes entworfen und später von Architekt R. Kaufmann ausgeführt. Es sind 800 Häuser mit Gärten, öffentlichen Bauten, Plätze usw. vorgesehen. Die Einzelparzellen haben 1200 Pic (670 m2). Jeder Besitzer muß längs der Front seines Hauses Bäume pflanzen, und das Haus darf nur ein Drittel seiner Fläche einnehmen, Talpioth erhält Trinkwasser von der Jerusalemer Leitung, 1200 m makadamisierte Wege sind bereits gebaut, ein regelmäßiger Autobusverkehr mit Jerusalem ist eingerichtet. 31 Häuser sind schon gebaut, weitere 50 sollen im Frühjahr errichtet werden. Der gegenwärtige Preis des Grundes ist zirka 11 bis 12,5 Piaster per Pic, im Jahre 1913 war er 3 bis 4 Piaster per Pic. Die Baukosten eines Hauses betragen je nach dem Material 1000 bis 1300 ägypt. Pfund. Jeder Bauwerber erhält 60% der nötigen Summe von der Palestine Building Loan and Saving Association. Die A. P. C. hat 8 Häuser für ihre Beamten aus Mitteln des Pensionsfonds gebaut. Die hauptsächlichen Baufirmen sind: Haboneh, die Jüdische Arbeiterkooperative und die Fa. Komornik & Co. Die Geschäfte wurden früher von den leitenden Beamten der A. P. C. Jerusalem, Dr. Levy und S. Gordon, geführt. Vor kurzem haben die Hausbesitzer ein kleines Komitee zur Führung der Angelegenheiten der Vorstadt gewählt. Es wird jedoch daran gedacht, in einiger Zeit Talpioth als eine Korporative Gesellschaft oder dergleichen zu konstituieren. Deutschland Ein Lehrauftrag für jüdische Geschichte an der Berliner Universität Berlin. (J. C. B.) Der preußische Kultusminister hat dem Abteilungsdirektor an der Staatsbibliothek und ordentlichen Honorar-Professor an der Berliner Universität Prof. Dr. Gotthold Weil einen Lehrauftrag für nachbiblische jüdische Geschichte erteilt. — Jüdische Geschichte der nachbiblischen Zeit ist bisher an der Universität Berlin nicht vorgetragen worden. — Prof. Weil, der Zionist ist, war Jahre hindurch Mitglied des deutschen zionistischen Zentralkomitees und gehört der Organisation des „Binjan Haarez“ an. Sein Studium absolvierte Prof. Weil an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin, an der er auch zeitweise als Dozent tätig war. Antisemitische „Aufklärung“ über die RuhrbeSetzung Leipzig. (J. C. B.) Die Gruppe „Deutscher Volksrat“ (Dr. Tudor, Leipzig), die sich bekanntlich mit der Herausgabe antisemitischer Flugschriften befaßt, versendet in der letzten Zeit eine gedruckte Postkarte, in der es über die Ruhrbesetzung 11. a. heißt: Die Besetzung erfolgte im Aufträge der „Alliance israelite universelle“, deren politische und militärische Vollstreckungsorganisation die Entente ist. Weder das eigentliche England, noch Amerika, noch selbst Frankreich haben teil daran, sondern allein das internationale Judentum, die jüdische Hochfinanz und die Börse und die Welt-Synagoge — zum Zweck der jüdischen Weltherrschaft. Die Ereignisse wurden vorher festgelegt, ebenso die Börsen- und Valutageschäfte, die in die Billionen gehen, vor allem vom Hause Rothschild. Rettung? Die Vernichtung des Judentums. Wir brauchen die internationale antisemitische Organisation in allen Ländern. Paris. (J. C. B.) Der Austritt Einsteins aus der Völkerbundskommission für geistige Arbeit und sein diesbezügliches Schreiben an den Völkerbund hat in französischen wissenschaftlichen Kreisen, wo Einstein bekannt ist, viele Freunde und Bewunderer hat, starken Eindruck gemacht. Die Presse bringt die Nachricht ohne jedes Kommentar. Der Prozeß gegen Erhardt. B e r 1 i n. Der Prozeß gegen den Korvettenkapitän Erhardt, den Leiter der Geheimorganhsation „Consul“. wird wahrscheinlich noch im Laufe dieses Monats stattfinden. Die Anklage lautet auf Hochverrat wegen der Beteiligung am Kapp-Putsch, sowie auf Meineid und Verleitung hierzu. Der Prozeß wegen der unrichtigen Angaben Erhardts vor dem Untersuchungsrichter, sowie der Prozeß gegen die Organisation „Consul“ wird

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