Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- 15 (13.4.1923)
- Date
- 1923-04-13
- Page
- Seite 176 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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176 Das Jüdische Echo Nr. 15 Verkehrs über die Weltmeere als äußerst günstig zu bezeichnen. Palästina ist somit geographisch nicht nur nicht ungünstig, sondern sogar ganz besonders günstig hinsichtlich seiner industriellen Entwicklungsmöglichkeiten gelegen. Wir müssen nun allerdings nicht nur in Rechnung ziehen, daß Palästina noch vollständig unentwickelt ist, sondern daß neben den oben genannten natürlichen Schwierigkeiten noch gewisse politische und industrielle Imponderabilien zu überwinden sind, die sich aus der gegenwärtigen Lage Palästinas ergeben. Aus all diesen Gründen bedarf die industrielle Entwicklung Palästinas mehr Kapital, als es jedes andere Land unter ähnlichen wirtschaftlichen Bedingungen benötigen würde. Wenn aber für die ersten Einrichtungen und Ausgaben ein angemessenes Kapital zur Verfügung gestellt wird, dann dürfte wohl fast jede Industrie in Palästina nach Ablauf einiger Jahre Gewinn abwerfen. Der Erfolg der Kerzenfabrikation, für die fast das gesamte Rohmaterial eingeführt werden muß, kann dafür als Beweis dienen. Tatsächlich haben industrielle Unternehmungen in Palästina großen Spielraum, in welchem sie gedeihen können und gedeihen werden, wenn man sie auf geschäftsmäßiger Grundlage aufbaut. Aus der Jüdischen Welt Ein erfolgreicher Monat des Keren HaiesSod London. Das Direktorium des Keren Hajessod teilt mit: „Die Einnahmen des Hauptbüros des Keren Hajessod betrugen im März über 54 000 Pfund. Von dieser Summe stammen 32 000 Pfund aus den Vereinigten Staaten von Amerika, der Rest aus 29 anderen Ländern. Dieser Rekord ist das Resultat der verstärkten Anstrengungen, die überall durch die zionistischen Führer und die Delegationen gemacht worden sind. Eine spezifizierte Statistik folgt.“ Der XIII. Zionistenkongreß voraussichtlich in Karlsbad — 1. August Wie verlautet, dürfte der XIII. Zionistenkongreß am 1. August beginnen. Als Ort dürfte, nachdem in letzter Zeit die Wahl zwischen Basel und Karlsbad geschwankt hat, aller Wahrscheinlichkeit nach Karlsbad in Betracht kommen. Das Aktions- Komitee tritt in den letzten Tagen des April oder Anfang Mai in Berlin zu einer seiner üblichen Tagungen zusammen. (Ziko.) /Ve uh ci us ers/r. 15, gegenüber der alten Mademie Palästina Verschiebung der Hauptwahlen in den gesetzgebenden Rat Jerusalem. (J. C. B.) Die Regierung von Palästina hat beschlossen, die Hauptwahlen in den Gesetzgebenden Rat für unbestimmte Zeit zu verschieben. Bekanntlich war auch der Zeitpunkt der Urwahlen, die ursprünglich am 28. Februar hätten beendet sein sollen, um eine Woche verlängert worden. Das Ergebnis der nun beendeten Urwahlen ist folgendes: Es wurden als Wahlmänner gewählt: 126 Mohammedaner, 90 Juden. 27 Christen und 8 Drusen. In diesem Zusammenhänge sei darauf hingewiesen, daß der Unterstaatssekretär der Kolonien Ormsby Gore am 15. März dem englischen Unterhause mitgeteilt hat, der Staatssekretär der Kolonien habe die Verlängerung der Wahlperiode um zwei oder drei Monate bestätigt. Hebräisch als Muttersprache in der Palästina- Volkszählung Jerusalem. (J. C. B.) Wie bekannt haben 96% der palästinensischen Juden bei der Volkszählung hebräisch als ihre Muttersprache angegeben. Wie nachträglich bekannt wird, haben im ganzen nur 1946 Juden als ihre Muttersprache „Jiddisch“ bezeichnet, unter ihnen 1401 in den Distrikten Jerusalem und Jaffa. Die neuen Handelsviertel in Jaffa. Jerusalem und Haifa Der Bau des neuen Handelsviertels in Tel-Awiw an der Sarona-Nablus-Chaussee ist zu einem großen Teile erfolgreich durchgeführt. Das Terrain enthält 1300 m neue Straßen, die, vom Misrad Laawodoth Ziburioth Binjan der Histadruth Haklalith ausgeführt, vorzüglich chaussiert sind. Unter ihnen die 16 m breite Verlängerung der Herzl-Straße mit 160 m Längen welche jetzt noch weitergeführt wird. Die Geschäftshausbauten an dieser Straße sind, zum größten Teil nach Entwürfen des Architekten Alexander Levy. mit dem wundervollen Material des Jerusalemer Kalksteins ausgeführt und die ersten dieser Art in Tel-Awiw. Zahlreiche andere Bauten sind in Eisenbeton ausgeführt nach Entwürfen des Architekten Joseph Tischler. Über ein Viertel der insgesamt 150 Parzellen ist bereits bebaut. Ein noch größerer Teil folgt höchstwahrscheinlich in der kommenden Bausaison. Interessant ist, daß der erste Laden, der eröffnet wurde, nicht einem Warenhandel, sondern einer Filiale der Verlagsbuchhandlung „Tarbuth“ dient. Vor kurzem fand auch der Wettbewerb zur Erlangung von Entwürfen für das ebenfalls 150 Parzellen umfassende neue Handelsviertel in Jerusalem seinen Abschluß, dessen Bau nun unmittelbar in Angriff genommen werden soll. Von den eingegangenen Wettbewerbsentwürfen gelangte nur einer zur Prämiierung, und dieser soll auch der Ausführung zu Grunde gelegt werden. Der Entwurf ist eine gemeinsame Arbeit Alexander Levys und des Ingenieurs der PLDC, Nahum Paper. Der Entwurf ist technisch außerordentlich interessant. Das 15 500 qm große, äußerst wertvolle Grundstück ist der Teil eines alten Wadis und liegt bis zu 10 m tiefer als die umgebenden Straßenzüge. Die Verfasser des preisgekrönten Entwurfs haben nun die ganze Senkung in Höhe der umliegenden Straßen mit einer großen Eisenbetonplatte, gleichsam wie mit einem Deckel, bedeckt und so ein vollkommen ebenes Bauterrain geschaffen, während der Hohlraum unterhalb dieser Abdeckung für große Kellereien und Magazine und „unter-