Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- 14 (6.4.1923)
- Date
- 1923-04-06
- Page
- Seite 167 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr. 14 Das Jüdische Echo 167 iSch an zuwenden die vom Staate und der Regierung zur Verwaltung und Rechtspr e.c h u n g berufenen Organe verpflichtet sind. Dieses Satzende läßt der Beobachter natürlich weg. Dies entspricht seiner Art. Nicht seinetwegen, sondern für solche Leser, die etwa den Beobachter zu Gesicht bekommen und unseren zitierten Aufsatz nicht kannten, diese Klarstellung. Selbstverständlich fordern wir Gleichheit vor dem Gesetze für alle Juden und für alle Menschen, die ja in den Staatsgrundgesetzen auch in Bayern theoretisch — leider nur theoretisch — gewährleistet wird, Hakenkreuzj ustiz Vor einiger Zeit fand vor der Münchner Strafkammer die Verhandlung über eine Klage des Zentral Vereins Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens in Berlin gegen den Vorstand des Schutz- und Trutzbundes. Justizrat v. Zezsehwitz in München, statt. Der Beklagte hatte in einem öffentlichen Plakat gefordert, daß den Juden in Deutschland das Recht entzogen werde, zu wählen und gewählt zu werden, wie überhaupt politisch und geistig ,am deutschen Volksleben mitzuwirken. Das Plakat enthielt auch beleidigende Ausdrücke gegen den Zentralverein. Die Strafkammer sprach den Angeklagten frei, indem sie ihm Wahrung berechtigter Interessen zu gebilligt hat. Der vom Zentralverein erhobene Rekurs wurde vom bayerischen obersten Landesgericht abgewiesen. Das Revisionsurteil führte unter anderem aus: „Die Satzungen des deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes sehen im Judentum eine dem Wöhle Deutschlands und insbesondere dessen Wiederaufbau drohende Gefahr. Wenn der Beklagte des guten Glaubens an dem Bestehen dieser Gefahr war, so handelte er in Verfolgung des Vereinszweckes als Vorsitzender in Wahrung berechtigter Interesse n.“ (!) (J. C. B.) Unter dem Hakenkreuz Die hakenkreuzlerische Sudelpresse hat bekanntlich auch die französische Ruhrbesetzung zum Anlaß genommen, um ins antisemitische Horn zu stoßen. Die Methode ist sehr einfach, und man braucht sich nicht sehr anzustrengen, um den durch eine stete Hetzpropaganda entsprechend präparierten Hirnen die Ruhrbesetzung als jüdisches Manöver plausibel zu machen. Wie es getrieben wird, dafür bietet wieder ein Zitat aus dem Münchener Hitler-Blatt, dem „Völkischen Beobachter“, einen bezeichnenden Beleg: Es heißt dort: „Von seiten des politischen Frankreich ist der Ruhrfeldzug ein militärischer zur Eroberung politischer Macht, von seiten Alljudaans ist das politische Frankreich Werkzeug zum Kampf um die Einpressung der Kohlen- und Eisenindustrie des Ruhrgebietes in einen alljüdischen Kohlen- und Eisenweltkonzern unter möglichster Zurückdrängung des deutschen Anteils. Amerika zieht seine Truppen vom Rhein zurück, weil die alljüdischen Absichten nicht gestört werden sollen, und es wird ihm gar nicht einfallen — was ganz in seiner Macht stünde —, den französischen Franken eher zu werfen — das jetzige bißchen Sinken ist bedeutungslos —, als bis die Unterjochung der deutschen Wirtschaft gelungen ist und Frankreichs Machtpolitik der Nutzbarmachung derselben hinderlich wird. England darf zwar gegen den Feldzug an sich auch nichts unternehmen; aber die englische Judenschaft scheint einen größeren Anteil an der Beute —eine größere „Quote“ im Gesamtkonzern, was nicht ganz dasselbe ist, aber auf dasselbe hinausläuft — zu verlangen, als ihm die amerikanische Hauptregierung Alljudaans zuzugestehen bereit ist; es läßt daher seine Truppen vorläufig noch am Rhein und unterstützt Deutschland mit Kohlen und Eisen gegen hohe Bezahlung und weitere Verschuldung Deutschlands an das diesmal englische Judentum. Wie für Kohle und Eisen müssen infolge der ungeheuren Teuerung, die der französische Einfall zum Anlaß hat und durch Börsenmanöver und Devisentreibereien künstlich sehr verschärft wird, immer mehr Fabriken und Gewerbetreibende Kredit aufnehmen, um sich die für den Betrieb notwendigen Rohstoffe und Materialien beschaffen zu können, geraten also immer mehr Kreise in die Schuldknechtschaft Alljudaans.“ Und derartiges Geschwätz findet unter den Deutschen Leser, von denen man seinerzeit rühmend zu berichten wußte, daß jeder deutsche Soldat seinen Kant, Goethe und Nietzsche im Tornister trage! Gemeindenu.Vereins-Echo Bestimmende Gedanken in der Weltgeschichte. Herr Rabbiner Dr. Leo Baeck aus Berlin, welcher an Kaiserlings Darmstädter „Schule der Weisheit“ in seiner Darstellung jüdischer Weltanschauung eine großenteils fremde, vielleicht sogar vorurteilsvoll eingestellte Zuhörerschaft in seinen Bann zwang, hielt im Rahmen der von der jüdischen Kultusgemeinde München veranstalteten jüdischen Lehrkurse vier Vorträge über „Bestimmende Gedanken in der Weltgeschichte“. Der Redner wies im ersten Vortrag, zu dem auch Einladungen an nichtjüdische Persönlichkeiten des kulturellen München ergingen, zunächst darauf hin, wie der Entwicklungsgedanke lange Zeit die PORZELIiM-NIEDEBLAOK MÜNCHEN THEATINERSTRASSE »j gegenüber der FeldhermhaHe «BÖJSSTE AUSWAHL 1S fiCBKAVCBBrOIZlILLAH TÄTLICHES LAttGKEfiflÄlZIIHCI