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Das jüdische Echo · 1923-03-30 · 13 (30.3.1923) · p. Seite 154

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
13 (30.3.1923)
Date
1923-03-30
Page
Seite 154 (sequence 6)
Language
German
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154 Das Jüdische Echo Nr. 13 zionistische Bewegung. Nach Beendigung seiner Ansprache überreichte er Dr. Weizmann die Feder, mit welcher Präsident Harding die pro-zionistische Resolution des amerikanischen Kongresses unterzeichnet hat. Den Vorsitz führte der Präsident der Keren Hajessod-Kampagne in der Stadt New York, Richter Bernhard Rosenblatt. Als Vertreter des Zentralkomitees der amerikanischen zionistischen Organisation sprach Maurico Rothenberg. Dr. Weizmann wies in seiner Rede auf den kritischen Moment hin, den die zionistische Bewegung durchmacht und forderte die amerikanischen Juden auf, die Mittel zu verschaffen, um den Kampf weiterführen zu können. Louis Marshall forderte die amerikanischen Juden zur Einheit auf und führte aus: Da nun die Hilfstätigkeit der amerikanischen Juden für Osteuropa vor ihrer Liquidation steht, müssen die amerikanischen Juden alle Meinungsverschiedenheiten vergessen und gemeinsam an dem Palästina-Aufbau arbeiten. Niemand darf untätig zur Seite stehen. Amerika für den Keren HajesSod Während der Monate September, Oktober und November wurden vom amerikanischen Keren Hajessod 259 490.54 Dollar nach Palästina übersandt. Trotzdem diese Summe im Vergleich zu derjenigen der korrespondierenden Monate sehr günstig ist, so muß doch festgestellt werden, daß der amerikanische Keren Hajessod während des Novembers nur einen Teil des pro Monat bestimmten Minimums nach Palästina zu überweisen in der Lage war, weil zahlreiche Zeichner mit der Abführung ihrer Beträge gezögert haben. Nur mit Mühe gelang es, der drohenden Krise in Palästina zu steuern, ganz besonders bezüglich der Schulen, deren Schließung drohte, was nur dadurch verhindert wure, daß der Keren Hajessod einen für diesen Zweck besonders bestimmten Betrag nach Palästina überwies. Die organisatorischen Ausgaben in Palästina wurden bedeutend eingeschränkt, so wurden von Juli bis November von der Zionistischen Exekutive 20 Beamte entlassen, wodurch eine monatliche Ersparnis von 400 Pfund erzielt wurde. Die administrativen Ausgaben in Palästina machen nun nur mehr 5,5 des Budgets aus. Das Hauptbureau des Keren Hajessod für Amerika berichtet, daß im Verlaufe der mit dem 30. November zu Ende gegangenen Woche 44 807 Dollar für den Keren Hajessod eingegangen sind, somit zusammen mit den früheren Summen 2 451 673.6 Dollar, ©ie neue große Kampagne wird nicht vor Februar 1923 mit voller Kraft einsetzen. Dr. A. Ruppin hat in der New Yorker „Times“ eine Reihe von Artikeln über Palästina veröffentlicht und bereitet noch eine Reihe von illustrierten Artikeln vor. Dr. Ruppin, der sich bereits an zahlreiche Vereinigungen einflußreicher jüdischer Gruppen gewendet und auch mit führenden jüdischen Geschäftsleuten verhandelt hat, wird in Boston erwartet, von wo aus er nach Kanada gehen wird. Die Anwesenheit Dr. Lev ins in Chicago in einer Reihe von Versammlungen und Besprechungen mit verschiedenen jüdischen Körperschaften ist günstig ausgenützt worden. Deutschland Die Aliiah aus Deutschland Im Anfang des Monats März gingen zwei größere Transporte von Palästinafahrern von Berlin ab. Am Dienstag, den 13. März, fuhren insgesamt 63 Leute, zum größeren Teil Chaluzim, darunter 6 Landwirte der Weinberg-Jacobus- Gruppe unter Führung von Herrn Dr. Jacobus, einige Mitglieder des Blau-Weiß, 6 Mädchen, die teils als Hausgehilfinnen in palästinensischen Familien zu arbeiten gedenken, teils in die Kwuzah Zwi nach Nuris gehen, 15 Touristen und der übrige Teil, der sich aus Rück- und Durchwanderern zusammensetzte. Am darauffolgenden Tage, den 14. März, fuhr ein großer Touristentransport von insgesamt '80 Palästinafahrern ab. Der größte Teil dieses Transportes setzte sich aus litauischen Reisenden zusammen, die eine Osterreise nach Palästina machen wollen und ihren Weg über Berlin nahmen. Außerdem fuhren mit diesem Transport noch zwölf Ohailuzim, die vom Palästina-Amt Berlin abgefertigt waren. Der Kongreßschekel Der Schekelpreis für Deutschland ist von der Zionistischen Exekutive auf 1000 Mark erhöht worden. Dieser Preis gilt sowohl für den allgemeinen Schekel als auch für den Misrachi-, Hapoel Hazair-, Zeire Zion- und Poale Zion-Schekel. Die Schekel Vertrauensleute werdet hierdurch dazu aufgefordert, die zu dem bisherigen niedrigen Preise eingezogenen Schekel unverzüglich an uns abzuführen und von letzt ab Schekel nur zu dem neuen Preise von 1000 M. abzusetzenw Die Schekel- Sammlung muß jetzt insbesondere mit Rücksicht auf den im Sommer stattfindenden Kongreß mit größter Beschleunigung durchgeführt werden. Schekelbloks stehen den Ortsgruppen und Vertrauensleuten in jeder gewünschten Anzahl zur Verfügung. Zionistische Vereinigung für Deutschland Berlin W 15. Sächsische Straße 8. Bankkonto: Darmstädter und Nationalbank, Depos.-Kasse DE. Kurfürstendamm 52. Postscheckkonto: Berlin 8091. Aufhebung des sächsischen Erlasses Leipzig. (J.C.B.) Nach längeren Unterhandlungen zwischen der Reichsregierung und der sächsischen Staatsregierung hat sich die sächsische Regierung entschlossen, den Erlaß Fleißner über den Schulzwang an hohen religiösen Feiertagen zurückzuziehen. Den jüdischen Schülern wird nunmehr gestattet werden, an den jüdischen Neujahrstagen, sowie am Versöhnungstage der Schule ganz fernzubleiben. An den anderen jüdischen Feiertagen sollen sie von jetzt ab zu schriftlichen Arbeiten in der Schule nicht mehr angehalten werden dürfen. England Die ReiSe Lord AUenbys nach Palästina und Transjordanien London. (J.C.B.) Der englische Oberkommissar von Ägypten, Lord Allenby, begibt sich heute, den 10. März, nach Palästina. Von dort wird Lord Allenby nach Transjordanien reisen, wo er Gast des Emir Abdullah sein wird. Österreich Eine gemeinsame Aktion der Wiener Judenhelt Gründung eines Vollzugsausschusses aller jüdischen Parteien. Wien. (J.C.B.) Die jüdischen Parteien und Korporationen in Österreich haben einen gemeinsamen Vollzugsausschuß gebildet, dessen oberste Obliegenheit es sein soll, den Anschlägen der Antisemiten gegen die Judenheit Österreichs überall entgegenzutreten. In diesem Ausschuß sind vertreten: die Wiener Kultusgemeinde, die österreichische zionistische Partei, die Bnei Brith-

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