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Das jüdische Echo · 1923-03-16 · 11 (16.3.1923) · p. Seite 130

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
11 (16.3.1923)
Date
1923-03-16
Page
Seite 130 (sequence 6)
Language
German
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130 Das Jüdische Echo Nr. 11 Vor kurzem ist in Berlin eine „Gesellschaft der Freunde der Jerusalems-Bibliothek in Deutschland“ gegründet worden, deren Vorsitzende Sanitätsrat Dr. G. B r a d t und Prof. Dr. Albert Einstein sind, Schriftführer ist Prof. Dr. Heinrich L o e w e. Es ist die Pflicht jedes zielbewußten Zionisten, der Gesellschaft beizutreten und sie in jeder Weise zu fördern. Vor allem kann man für diese Sache, die ganz unparteiisch ist, die Nichtzionisten heranziehen, von' denen sich bereits hervorragende Persönlichkeiten an der Gründung der Gesellschaft beteiligt haben. Die Araber haben die Wichtigkeit der Bibliothek auch in politischer und wirtschaftlicher Beziehung erkannt. Um den Juden entgegenzuwirken, haben sie am fünften Jahrestage der Balfour- Deklaration (2. November 1922) den formellen Beschluß gefaßt, auf dem Tempelplatze eine „Arabische National-Bibliothek“ zu gründen, die sie aus den reichen Mitteln des Wakf (Kirchenvermögens) und des Supreme Moslem Council dotieren werden. Wir Juden dürfen nicht Zurückbleiben, wenn wir nicht den falschen Eindruck hervorrufen wollen, daß in Palästina die geistige Kultur durch die Araber und nicht durch die Juden vertreten wird. Die Hauptsammelstelle in Berlin wird geleitet durch Prof. Loewe. Sie hat ein Bankkonto bei der Diskonto-Gesellschaft (bei der Filiale ehemals Meyer Cohn, Unter den Lindenil) unter der Bezeichnung „Prof. D r. Heinrich Loewe, Separatkonto: Jerusalembibliothek“ und ein Postscheckkonto unter dem Namen „Prof. Dr. Heinrich Loewe, Berlin NW 52, Flemingstr. 12, Jerusalem-Bibliothek“ unter der Nummer Berlin 35 002. Palästina und die englische Handelsausstellung Jerusalem. (J. C. B.) Der Rat der palästinensischen Regierung hat beschlossen, an der englischen Handelsausstellung teilzunehmen. Es soll ein besonderer Pavillon für die Ausstellung der Produkte und Fabrikate Palästinas errichtet werden. Vom hebräischen Gymnasium in Tel-Awiw In den letzten Jahren haben sich die Lehrer des Gymnasiums in Tel-Awiw bemüht, in den Lehrplan Unterricht in praktischer handwerklicher Arbeit einzuführen. Unterricht in Gartenbau wird seit längerer Zeit erteilt. Die Erziehungsabteilung der Exekutive hat außerdem bestimmte Stunden für -handwerkliche Arbeiten festgelegt. Eine Tischlerei und eine Buchbinderei sind eröffnet worden, in der Knaben und Mädchen unterrichtet werden. Der Versuch ist gut gelungen, eine Gruppe von Schülern arbeitet regelmäßig nach dem, Unterricht und fertigt in der Tischlerei die notwendigen Gebrauchsgegenstände für die Schule an, eine andere macht Buchbinderarbeiten. Es wird beabsichtigt, auch eine Werkstätte für Schmiedearbeiten einzurichten. Für die Einrichtung derselben ist ein Betrag von 100 Pfund erforderlich, Das Budget des Gymnasiums beträgt im gegenwärtigen Schuljahr 11 000 Pfund. Das Education- Departement gibt 3000 Pfund, 7000 Pfund werden von den Eltern und Freunden der Schule erwartet, sodaß ein Defizit von 1000 Pfund bleibt. Neuerdings ist die interessante Tatsache zu konstatieren, daß Schüler aus Amerika kommen, die dort die höheren Schulen besucht haben und nun das Gymnasium besuchen, um eingehende Kenntnisse des Hebräischen zu erlangen. Die Zahl der Schüler beträgt 578, davon 327 Knaben und 251 Mädchen. 147 Schüler befinden sich in den Vorbereitungsklassen, der Rest in den höheren Klassen. Die Hafenfrage Jerusalem. Der englische Ingenieur F. Palmer, der vom Londoner Kolonialministerium den Auftrag erhalten hat, die Frage der Errichtung eines Hafens in Palästina zu prüfen, ist bereits in Jerusalem eingetroffen. Es wurde eine amtliche Kommission eingesetzt, die Herrn Palmer in der Erfüllung seiner Aufgaben an die Hand gehen soll. Dieser Kommission gehören an: Der Direktor der öffentlichen Arbeiten, der Direktor der Handels- und Industrieabteilung, der Direktor der Steuerabteilung, der Leiter des palästinensischen Eisenbahnwesens und die Gouverneure von Haifa und Jaffa. 520 Einwanderer an einem Tage Jerusale m. Die Palästina - Einwanderung nimmt in den letzten Monaten ständig zu. So sind im Januar 1022 Juden eingewandert gegen 614 im Dezember v. Js. Im, Februar sind sogar an einem einzigen Tage 520 Immigranten eingetroffen, und zwar auf der „Constanza“, die aus Galatz kam und am 11. Februar in Haifa anlegte, wo 250 Immigranten ausgebootet wurden, während die übrigen nach Jaffa weiterfuhren1. Es ist dies die höchste bisher an einem Tage erreichte Zahl. •<\t z "RauThallmaier München TheaürusrÜrAä. <5ias©r tfbn&llaim

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