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Das jüdische Echo · 1923-03-02 · 9 (2.3.1923) · p. Seite 105

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
9 (2.3.1923)
Date
1923-03-02
Page
Seite 105 (sequence 5)
Language
German
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Nt. 9 Das Jüdische Echo 105 Aufbau von Erez Israel verstanden werden kann. Der Name Lizzie Ellern wird im Andenken vieler unserer Menschen eine dauernde Stätte haben. Mögen die. die sie liebten, einen bescheidenen Trost hierin finden. Li-r. Bad Kissingen. Die Witwe des im Jahre 1899 verstorbenen Distrikts-Rabbiners Moses Löb Bamberger, Frau Ester feamberger, ist am U2V m 21V nach kurzer Krankheit im 77. Lebensjahre verschieden, tiefbetrauert von einem großen Verwandten- und Freundeskreis. Hus der Jüdischen Weif Einstein in Palästina Die erste Vorlesung in der Universität Jerusalem. (J. C. B.) Am 7. Februar hat Prof. Albert Einstein im Gebäude, in dem die hebräische Universität untergebracht werden soll, eine Vorlesung über die Relativitätstheorie gehalten. Der Vorlesung wohnten Sir Herbert Samuel und mehrere Regierungsbeamten bei, eine Reihe führender Persönlichkeiten der Jerusalemer Gesellschaft, die Repräsentanten der jüdischen Gemeinde, sowie christlicher bürgerlicher Gruppen. Die ebenfalls geladenen arabischen Notabein waren nicht erschienen. Nachdem Ussischkin Professor Einstein in hebräischer Sprache begrüßt hat, begann der Gelehrte seine Vorlesung in französischer Sprache. Am Schluß derselben wurde Professor Einstein von allen Anwesenden eine Ovation bereitet. Sir Herbert Samuel schloß die wissenschaftliche Versammlung, indem er Professor Einstein für seine Leistungen 1m, Interesse der ganzen Menschheit feierte. Er sagte, es sei ein gutes Zeichen für die hebräische Universität, daß die erste Vorlesung vom größten Physiker der Welt gehalten wurde. Einstein Ehrenbürger von Tel-Awiw Jerusalem. (J. C. B.) Am 8. Februar besuchte Professor Albert Einstein die Stadt Tel- Awiw. Zu Ehren des Gastes veranstaltete der Stadtrat von Tel-Awiw einen festlichen Empfang. Der Bürgermeister Herr Diesengoff begrüßte Prof. Einstein im Namen der Bevölkerung von Tel-Awiw lind überreichte ihm das Ehrenbürger-Diplom. Das RuthenfaergSche Elektrizitätswerk Das erste Ruthenberg-Werk ist fertiggestellt und beliefert die Konsumenten bereits mit elektrischer Kraft. Die ersten von diesem Werk gespeisten Lampen leuchten schon in den Straßen Tel-Awiws. Das erste unterirdische Zuführungskabel wurde in der Allenbystraße in Tel-Awiw gelegt. Die Brandeis-Gruppe und das Ruthenberg-Werk Auf einem von dem Palestine Development Council zu Ehren von Dr. Rosenbloom veranstalteten Bankett wurden 80 000 Dollar für das Ruthenberg-Werk gezeichnet, darunter von Dr. Rosenbloom 50 000 und von Justice Brandeis 25 000 Dollar. Das Handelszentrum in Jerusalem Dank den Bemühungen Dr. Ruppins in Amerika hat eine amerikanische Bank durch ihren palästinensischen Vertreter den Bevollmächtigten des Handelszentrums in Jerusalem eine Offerte unterbreitet, worin sich die Bank bereit erklärt eine Anleihe zu gewähren für die Errichtung von 50 zweistöckigen Geschäftslokalen, deren jedes auf ungefähr 1400 Pfund zu stehen kommen wird. Die Bank sei bereit. 50 Prozent der Kosten als Anleihe für die Dauer von zehn Jahren vorzustrecken. Eine neue Vorstadt von Jerusalem Wie der (von der Brandeis-Gruppe gegründete) amerikanische Palestine Development Council berichtet, hat er 250000 Dollar an Baudarlehen für eine neue Vorstadt von Jerusalem gewährt. Mit Hilfe der Fonds der Palestine Building Loan und der Savings Association hat die Boneh Bajith-Gesellschaft eine Anzahl von Häusern erbaut. Mr. Sol Rosen bl oom, der Schatzmeister des Palestine Development Council, hat bei seinem Besuch in Palästina im letzten Sommer der Building Loan Association Kredite bis zu 60% der voraussichtlichen Kosten der Bauten bewilligt, während die übrigen 40% von den Eigentümern aufzubringen sind. Als Ergebnis hat sich diese Vorstadt, die noch vor wenigen Monaten wüstes, verödetes Land war. mit Hilfe moderner Organisation und beträchtlicher Geldmittel in einen regen Geschäftsplatz mit zahlreichen Magazinen verwandelt. Zwischen Tiberias, Haifa, Nahalal, Nazareth und zurück nach Tiberias wurde ein regelmäßiger Autobus-Rundverkehr eingerichtet, der insbesondere die neuen jüdischen Siedlungen im Emek Jesreel berührt. Die1 jüdische Einwanderung in Palästina 1922 Jerusalem. (J. C. B.) Wie dem Londoner J. C. B. seitens des englischen Kolonialministeriums mitgeteilt1 wird, sind im Laufe des Monats Dezember 1922 614 jüdische Immigranten in Palästina eingetroffen. Die allgemeine Zahl der jüdischen Immigranten im Laufe des Jahres 1922 beträgt 7844 Personen, nämlich 3285 Männer, 2446 Frauen und 2113 Kinder. , Die neuesten Einwanderer Jerusalem. (J.C.B.) Mit dem letzten Schiffe kam ein großer Teil der jüdischen Arbeiter ins Land, welchem die Regierung besondere Einreiseerlaubnis auf Grund der lokalen Arbeitsbedürfnisse gewährt hat. Im ganzen sind 1100 solcher Einreiseerlaubnisse ausgegeben worden: hundert für qualifizierte und tausend für nichtqualifizierte Arbeiter. Polen Nahum Sokolow in Warschau Warschau. Am 6. Februar traf der Präsident der zionistischen Exekutive Nahum Sokolow aus Danzig in Warschau ein. Am Bahnhof wurde er von den Mitgliedern des Zentralkomitees der zionistischen Organisation in Polen, sowie von jüdischen Parlamentariern und Vertretern der Presse empfangen. Obwohl die Stunde des Eintreffens Sokolows geheim gehalten wurde, hatte sich auch eine größere Anzahl Privatpersonen zur Begrüßung des Gastes am Bahnhof eingefunden. Die gesamte jüdische Presse brachte Begrüßungsartikel. Das Zentralkomitee der zionistischen Organisation in Polen hat gemeinsam mit dem Zentralkomitee des „Misrachi“ und der Leitung der zionistischen Arbeiterpartei „Hitachduth“ aus Anlaß der Ankunft Sokolows ein öffentliches Communique herausgegeben, in welchem Sokolow als der Vorsitzende der zionistischen Weltexekutive und des Komitees der jüdischen Delegationen und besonders als polnischer Jude warm begrüßt upd die Erwartung ausgesprochen wird, daß die polnische Judenheit in diesen Gruß voll einstimmen werde. Am Abend veranstaltete ein Zentralkomitee sämtlicher zionistischer Körperschaften einen

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