Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- 7 (16.2.1923)
- Date
- 1923-02-16
- Page
- Seite 81 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Jüdische Echo 81 Nr. BERNHARD BAUCH Schäfflerstr. 3/5 Briennerstr. 8 Telephon 21540 Telephon 21541 ELEGANTE PELZE sehe Wissenschaft im Orient auszugestalten beabsichtigt. Bis jetzt sind zwei Lehrkurse im Gang: 1. für Lehrer und Lehrerinnen, welche die hebräische Sprache schon beherrschen und für andere junge Menschen, die schon die nötigen Vorkenntnisse im Hebräischen haben. Der Unterricht erstreckt sich über Mischnah und Tenaeh. Gleichzeitig doziert Dr. Zemach über mittelalterliche Dichter und der Inspektor für das hebräische Schulwesen für ganz Bulgarien, Zimehon, über Pädagogik. In diesem Kurs ist hebräisch die Unterrichtssprache. 2. Für Lehrer, die noch kein Hebräisch verstehen, beschränkt sich vorerst der Unterricht auf Hebräisch, Geschichte und Geographie Palästinas. Die Beteiligung ist in beiden Kursen eine sehr lebhafte. — Hier, wie überhaupt in einem großen Teil des Orients, ist die Leichenbestattung ohne Sarg üblich. Dr. Freier hat in bestattung ohne Sarg üblich. Dr. Freier hat einen wohlbegründeten Antrag dem Vorstandskollegium vorgelegt, wonach die Bestattung im Sarge zur allgemeinen Einführung empfohlen wurde. Der Antrag setzte sich zur allgemeinen Durchführung durch. Deutschland Dem Hamburger Israelitischen Familienblatt entnehmen wir folgenden recht interessanten Bericht: Jüdisches Geld für Antisemiten. Im Leitartikel von Nr. 3 („Zeitglossen“) wurde davon gesprochen, wie häufig jüdisches Geld dazu verwandt wird, um Antisemiten zu züchten. Als weiteren Beitrag zu diesem Kapital bringen wir nachstehend einige Meldungen, zu denen sich der Leser unschwer selbst den Kommentar liefern kann: In Newyork ist unter Führung des Bankhauses Lazar, Speyer-Ellison, und der Herren Kuhn, Loeb u. Co. eine Gesellschaft gegründet worden, die in allen größeren Städten der Vereinigten Staaten Tochtergesellschaften gebildet hat oder bilden wird, um im großen Maße Geldmittel für laufende Unterstützungen an bedürftige Studenten in gfcnz Deutschland ohne Unterschied der Konfession flüssig zu maehn. Die in München weilenden Herren Edgar Speyer und Selig Rosenbaum aus Newyork haben der Stadt München 4 750 000 Mark zu Wohltätigkeitszwecken überwiesen. Das in Newyork domizilierende große amerikanisch-jüdische Hilfskomitee des „Joint“ erhielt vom Präsidenten der österreichischen Republik ein Schreiben, in welchem Präsident Harnisch für den letzten 50 000 Dollarbeitrag des Joint zur Hilfe an die österreichische Intelligenz und Mittelklasse seinen Dank ausspricht. Wir zweifeln nicht daran, daß Präsident Hämisch seinen Dank ehrlich meint. Dennoch erscheint es zweifelhaft, ob es die Aufgabe des Joint ist, der jüdische Gelder für jüdische Zwecke erhält, ausgerechnet das wildgewordene österreichische Spießbürgertum zu unterstützen. Das stärkste Stück zuletzt: Eine Vertretung der „deutscharischen Hochschuljugend“ in der Tschechoslowakei erläßt einen Aufruf an die Auslanddeutschen: „Ein Ruf aus der ärgsten Not, wachrüttelnd die Gewissen und warnend allen bewußt germanischen Menschen.“ Dieser Schnorr auf ruf, mit dem man sich, schamlos genug, ans Ausland wendet, während, wie das Schriftstück sagt, „an vier Millionen stammestreuer deutscher Menschen“ in die Grenzen eines stets abgelehnten Staates eingezwängt wurden, die jedenfalls nicht die Stammestreue aufbringen, um ihre notleidenden Studenten zu unterstützen, bezeichnet die Tschechen als „mit Haßeifer dienende Werkzeuge unter den rassefremden eigentlichen Lenkern der Welt“. Der Antisemitismus soll den Deutschen im Auslande das Schnorren schmackhafter machen. Was aber die selbstlose Hilfe des Judentums für die notleidenden Hochschulen und Studenten anlangt, so heißt es: „Ja, die Beteiligung an der wirtschaftlichen Hilfe durch jene fremdvölkischen Leute, deren Söhne in Massen oft mit erschwindelten Reifezeugnissen sich zu den deutschen Hochschulen drängen und den deutsch-arischen Studenten, den Kindern der uransässigen Deutschen die Plätze wegnehmen, hatte für die einzigen Gewinner des Weltkrieges, in deren weitgeöffneten Weltbankentaschen der Großteil aller Kriegsanleihen aller Völker und die ungeheuren Nachkriegszahlungen geflossen sind und fließen, nur den einen Zweck, auf die Gesinnungsfreudigkeit der deutsch-arischen Studenten und Professoren einen Druck zugunsten der Aufnahme der Juden in die deutsche Studentenschaft auszuüben. In Ausnützung der durch sie hauptsächlich verursachten Not wollten und wollen die Verderber der Menschheit der Ehr- und Wahrheitsliebe der deutsch-arischen Studenten und Professoren das Rückgrat brechen mit einem Bruchteil jenes Geldes, das sie kurz vorher durch Kriegsnot und Wucher erpreßt haben.“ Hierauf gibt es nur eine Antwort: Pack! Ohne Unterschied der Konfession Jüdischer Antisemitismus Vor kurzem wurde der Palästinafilm des Jüdischen Nationalfonds, welcher gegenwärtig die Runde durch alle Länder macht, auch in B r e s - 1 a u aufgeführt. Diesen Anlaß benützte ein Fabrikbesitzer Freund, um im Aufträge der sattsam bekannten jüdischen Hakenkreuzlerorganisation, der von Naumann geführten „nationaldeutschen Juden“ an die Tagespresse ein Schreiben zu versenden, in welchem er bat, die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, daß man in einer Zeit, da viele Kinder in Deutschland in Elend verkommen. Filme für Palästina zugunsten — russischer (!) Juden aufführe. Zur Ehre der rechtsstehenden Breslauer Presse muß festgestellt werden, daß sie mehr Charakter bewies als der „jüdische“ Einsender, der durch sein schmähliches Gebaren für sein Deutschtum demonstrieren wollte, und seine Zuschrift in den Papierkorb warf. Sie sind in der Tat saubere Gesellen, die nationaldeutschen Juden! Wirkung des deutschen Antisemitismus im Ausland In einem Augenblick wie diesem, wo die Vorgänge der Ruhrbesetzung das Schicksal Deutschlands wieder in den Mittelpunkt der europäischen Politik geschoben haben, ist es nur selbstverständlich, daß auch die innerpolitischen Vorgänge in Deutschland die Aufmerksamkeit der Welt auf