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Das jüdische Echo · 1923-01-12 · 2 (12.1.1923) · p. Seite 18

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
2 (12.1.1923)
Date
1923-01-12
Page
Seite 18 (sequence 6)
Language
German
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18 Das Jüdische Echo Nr. 2 BERNHARD BAUCH Schäfflerstr. 3/5 Briennerstr. 8 Telephon 21540 Telephon 21541 ELEGANTE PELZE tement gebaut worden sind, in Palästina im Gebrauch. Außerdem seien kürzlich einige tankähnliche Lokomotiven aus Leeds eingetroffen. Aus England stammen ferner die Personenwagen und die internationalen Schlafwagen, die Gewähr für die Bequemlichkeit der Reisenden bieten. Der rege Personen- und Postverkehr gibt Zeugnis von., dem intensiven Geschäftsleben. Rumänien Die Staatsbürgerrechte der Juden in Rumänien Bukarest. (J. C. B.) Die neue rumänische Konstitution unterscheidet drei Kategorien Juden mit Bezug auf die Erlangung der staatsbürgerlichen Rechte. Diejenigen Juden, die in Rumänien geboren und dort heimatberechtigt sind, erhalten unumschränktes Bürgerrecht; diejenigen Juden, die nicht in Rumänien geboren und in keiner rumänischen Gemeinde Heimatrecht besitzen, die aber während des Krieges in der rumänischen Armee gedient haben, werden erst auf Grund eines besonderen Gesetzes die staatsbürgerlichen Rechte erhalten; die Frage der* staatsbürgerlichen Rechte jener Juden, die den ersten zwei Kategorien nicht zuzuzählen sind, muß' in jedem einzelnen Falle speziell behandelt werden. Exzesse in Beßarabien Bukarest. (J. C. B.) Die antijüdischen Exzesse, die sich im Laufe der letzten Wochen in verschiedenen Städten Altrumäniens ereigneten, haben sich nun auch auf Beßarabien ausgedehnt. Der Herd der beßarabischen antisemitischen Bewegung ist das Lyzeum in Kischinew. Wiie es heißt, haben sich auch die in Kischinew stationierten Militärkräfte an den Exzessen beteiligt. Eine sehr intensive antijüdische Propaganda entfaltet der Erzbischof Gurij. Universitätsstreik in Czernowitz Bukarest. (J. C. B.) Nachdem der Senat der Czernowitzer Universität das Memorandum der rumänischen Studentenschaft gegen die jüdischen Studenten nicht beantwortet hat. haben die Studenten als Protest dagegen den Streik proklamiert. In Durchführung dieses Beschlusses erschienen sie am 29. Dezember morgens in geschlossenen Reihen vor der Universität, besetzten die Eingänge und hinderten die Studenten nichtrumänischer Nationalität am Betreten der Universität. Der Senat der Universität wird sich heute in einer außerordentlichen Sitzung mit dem Studentenstreik befassen. Neue Unruhen an der KlauSenburger Universität Bukarest. (J. C. B.) Die antisemitische Propaganda an der Universität Klausenburg wird ununterbrochen fortgesetzt. Die jüdischen Hörer werden mit Gewalt von den Vorlesungen ferngehalten. Infolge der hierdurch entstandenen turbulenten Szenen wurden an der juridischen und philosophischen Fakultät die Vorlesungen eingestellt; man erwartet die baldige Schließung auch der übrigen Fakultäten. Einer bei ihm erschienenen Abordnung jüdischer Studenten der Klausenburger Universität erklärte der rumänische Unterrichtsminister Anghelescu, er werde alle Mittel ergreifen, um in Klausenburg normale Verhältnisse zu schaffen. Er riet aber den jüdischen Studenten, sich derweil den Vorlesungen fernzuhalten. Die rumänische Gesandtschaft in Budapest veröffentlicht folgende Erklärung in der ungarischen Presse: „Die antisemitischen Ausschreitungen waren von lokaler Bedeutung. Die Regierung ließ sie ohne Zögern im Keime unterdrücken. Was den numerus clausus anbetrifft, so hat die rumänische Kammer über einen solchen oder über einen ähnlichen Entwurf niemals verhandelt.“ Tschechoslowakei Eine jüdische Beschwerde an den Völkerbund Prag. Die deutsche Völkerbundliga in der tschecho-slowakischen Republik teilt mit: Einige jüdische Korporationen Ungarns haben beim Völkerbund eine Beschwerde gegen ein Gesetz überreicht, welches den Besuch jüdischer Studenten an den Universitäten und anderen höheren Lehranstalten erschwert. Der Völkerbundrat hat die ungarische Regierung aufgefordert, ihm die notwendigen Informationen über das Gesetz und seine Durchführung in der Praxis zu liefern, um festzustellen, ob die Minderheitsrechte hierdurch verletzt erscheinen; die ungarische Regierung hat dies versprochen. Amerika Für die Kolonisation Palästinas Die American Zion Commonwealth will eine Million Dollar aufbringen Am 5. Dezember fand in New York die Jahreskonferenz der American Zion Commonwealth statt, die jetzt 4000 Mitglieder mit 10 000 Anteilscheinen zählt. Im abgelaufenen Jahre hat die Zion Commonwealth in Emek Jesreel 8000 Dunam Boden für 140 000 Dollar erstanden. Uber die Entwicklung der Kolonie Balfouria wurde ein ausführlicher Bericht erstattet. Von Wichtigkeit ist die Meldung, daß die Zion Commonwealth in den letzten Tagen von Dr. Ruppin als Vertreter der Palestine Land Development Company angrenzend an Balfouria für 90 000 Dollar weitere 5000 Dunam erworben hat und außerdem für 60 000 Dollar Boden in der Nähe von Haifa und Jaffa zwecks Errichtung von zwei Gartenstädten. Die bei Jaffa soll noch dieses Jahr erbaut werden, wobei! die Gesellschaft den Siedlern auch Baudarlehen gewähren wird. Man erwartet, daß 50 Siedler aus Amerika und 50 aus Palästina selbst kommen werden. Außerdem hat die Zion Commonwealth mit Dr. Ruppin auch die Vereinbarung getroffen, den Landbesitz der P. L. D. C. in Amerika zum Verkauf zu bringen und sich dabei verpflichtet, abgesehen von ihrem eigenen Kaufe, im Verlaufe dieses Jahres weitere Landstriche für mindestens 350 000 Dollar anzubringen. Österreich Der Antisemitismus in Wien Wien. (J. C. B.) In der letzten Sitzung des Wiener Gemeinderates hat der zionistische Deputierte Dr. Plaschkes scharf mit dem Antisemitismus von rechts und links abgerechnet. Er hat

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