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Das jüdische Echo · 1923-01-12 · 2 (12.1.1923) · p. Seite 17

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
10 (1923)
Issue
2 (12.1.1923)
Date
1923-01-12
Page
Seite 17 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 2 Das Jüdische Echo 17 ein ihm verwandtschaftlich sehr nahestehender Herr zu diesen Geldgebern gehöre, oder versucht er, eine Ableugnung damit zu begründen, daß vielleicht die Gelder nicht unmittelbar an die Hitler- Garde, sondern durch andere Organisationen geleitet werden? Bestreitet Dr. Kuhlo, mit Hitler persönlich verhandelt zu haben, als dem erkorenen Führer einer faszistischen Schutzgruppe gewisser Unternehmerkreise, denen die Angst vor dem Marxismus die ruhige Überlegung geraubt hat?“ Die „Süddeutsche demokratische Korrespondenz“ hat auf die Frage, die sie an Dr. Kuhlo wegen seiner finanziellen Beziehungen zu den Nationalsozialisten /richtete, keine Antwort erhalten und gibt jetzt eine ausführliche Darstellung'der Finanzoperation Kuhlos. Aus dieser geht hervor, daß Kuhlo tatsächlich sämtliche Summen zur Finanzierung der nationalsozialistischen Partei gegeben und in Kreisen des Industrieverbandes um Gelder für die nationalsozialistische Arbeiterpartei geworben hat mit dem Ziel, die Nationalsozialisten als Schutztruppe für gewisse Unternehmungskreise zu gewinnen. In diesem Zusammenhang sind von besonderem Interesse gewisse vertrauliche Rundschreiben an die Mitglieder des Industrieverbandes. Die Korrespondenz stellt weitere Enthüllungen in Aussicht. München. Am Mittwoch, den 27. Dezember 1922 wurden in der Briennerstraße nachts 11 Uhr zwei jüdische Studenten von einer Rotte Hakenkreuzler blutig geschlagen, so daß sich einer in ärztliche Behandlung begeben mußte. — Die jüdische Kultusgemeinde München hat gegen drei Nationalsozialisten, die nachträglich wegen Hausfriedensbruch in der jüdischen Speiseanstalt, Klenzestraße, verhaftet wurden, Klage eingereicht. Aus der jüdischen Welt Palästina Ein arabisches Bankett zu Ehren Weizmanns Der Präsident der muselmanisch-nationalen Vereinigung Schukri Hassan gab in Haifa zu Ehren des Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Ch. W e i z m a n n. ein Bankett, zu welchem eine Anzahl jüdischer und arabischer Persönlichkeiten erschienen war. Das Töchterchen des arabischen Führers überreichte Weizmann einen Blumenstrauß und hieß ihn in hebräischer Sprache herzlich willkommen. Schukri Hassan und Dr. Weizmann betonten in ihren Ansprachen die Notwendigkeit der jüdischarabischen Freundschaft und der Zusammenarbeit beider Völker am Aufbau Palästinas. Eine Reihe von Organisationen, die die arabische Bevölkerung vertreten, hatten zur Begrüßung Dr. Weizmanns Abordnungen entsandt. (Die muselmanisch-nationale Vereinigung tritt im Gegensatz zum christlich-muselmanisch-arabischen Komitee für eine arabisch-jüdische Freundschaftspolitik ein. Die Red.) Die Wahlen in die Legislative Jerusalem. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung“.) Sir Herbert Samuel erklärte, daß die Vorarbeiten zu den Wahlen in die palästinensische Legislative bereits beendigt sind. Die Wahlen werden am 1. Februar stattfinden. Die ersten Kraftstationen der Ruthenberg-Anlagen Jerusalem. (J. C. B.) Das großangelegte Projekts Pincus Ruthenbergs zur Ausbeutung der Wasserfälle zwecks Elektrisierung Palästinas geht allmählich der Realisierung entgegen. Als die erste Kraftstation der gewaltigen Anlagen soll schon im Mai 1923 das Kraftwerk eröffnet werden, welches die Nachbarstädte Jaffa und Tel- Aviv mit Licht und Kraft versorgen soll. Es wird mit ungeheurer Anstrengung Tag und Nacht an der Fertigstellung der Anlagen gearbeitet. Die Arbeiten wurden an die Genossenschaft jüdischer Arbeiter vergeben, die aber auch arabische Arbeiter herangezogen hat. An die neue Station werden zwei Dieselmotoren von je 500 Pferdekräften samt Reservemotor eingebaut. Für diese Station werden auch die Stationen Jerusalem und Haifa als Umschaltestationen dienen. Die Verhandlungen mit den Gemeindeverwaltungen von Jaffa und Tel-Aviv über die Bedingungen der Benützung des Kraftstroms haben bereits begonnen. Für die Jerusalemer jüdische NationalbibHothek Das Warschauer Komitee für die jüdische Nationalbibliothek und Universität in Jerusalem hat in den letzten Monaten eine Reihe wertvoller Büchersammlungen für die Nationalbibliothek aufgebracht und zum Teil auch schon nach Palästina abgeschickt. Das Komitee verhandelt mit mehreren Personen wegen Zuwendung ihrer Bibliotheken' und wissenschaftlicher Instrumente an die Universität und Bibliothek. (J. C. B.) Das palästinensische Eisenbahnwesen Das amerikanische Handelsorgan „Commerce Reports“ veröffentlichte einen interessanten Artikel über das palästinensische Eisenbahnwesen, worin unter anderem darauf hingewiesen wird, daß Palästina zweifelsohne heute die besten Eisenbahnen, wie auch den besten Telephon-, Telegraphen- und Postdienst im nahen Osten aufzuweisen hat. Was die Eisenbahn betrifft, so seien Lokomotiven und Fahrpark erstklassig. Unter anderem sind auch amerikanische Lokomotiven. die 1918 für das britische Kriegsdepar-

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