Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 48 (1.12.1922)
- Date
- 1922-12-01
- Page
- Seite 598 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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598 Das Jüdische Echo Nr. 48 BERNHARD BAUCH Schäfilerstr. 3/5 Briennerstr. 8 Telephon 21540 Telephon 21641 ELEGANTE PELZE tionen in Amerika übernimmt. Die Obligationen werden mit 61U% verzinst. Die amerikanische Gesellschaft „A chu s a t h - Zion“ liquidiert jetzt ihre Farm „B a1f u r i a“ bei Merchawjah und verteilt den Boden unter 80 bis 100 Familien. Vorläufig sind 30 Familien, die sich in Palästina mit der Landwirtschaft befassen, ausgewählt worden. Jede Familie erhält 100 Dunam Boden und eine Anleihe von 400 Pfund für die Anschaffung des nötigen Inventars und die Herstellung von Gebäuden, Straßen und Wasserleitungen. Die Anleihe erfolgt für die Dauer von 25 Jahren gegen 5% Zinsen. Die Rückzahlung beginnt im dritten Jahre der Ansiedlung. Jede Familie muß ihrerseits 200—350 Pfund investieren. An 25 dieser Familien gewährt die Zionistische Organisation eine Anleihe von 100 Pfund, die übrigen 5 verfügen über eigene Mittel. Zirka 50 Familien dieser Gesellschaft kommen aus Amerika. Diese werden je 600-—700 Pfund investieren und von der Gesellschaft außerdem eine Anleihe von 400 Pfund erhalten. Anläßlich des fünften Jahrestages der Balfour- Deklaration wurden in der Kolonie „Balfouria“ durch den „American Zion Commonwealth“ in Gegenwart des High Commissioner die Grundsteine für 30 neue Häuser gelegt. (J. P. Z.) Erfolge der palästinensischen Seifenindustrie Der Bericht über den ägyptischen Außenhandel von Ende Juli verweist auf den bemerkenswerten Fortschritt der palästinensischen Seifenindustrie. Die meiste nach Ägypten importierte Seife stamme aus Palästina. Im Anschluß daran sei darauf verwiesen, daß auch nach Syrien und Mesopotamien bedeutende Seifenmengen aus Palästina exportiert werden. Gemäß dem Handelsbulletin der palästinensischen Regierung betrug die Gesamtausfuhr der Haushaltungsseife während der ersten sechs Monate 1 673 237 kg, davon 1 386 336 kg nach Ägypten. Außerdem wurde auch noch eine beträchtliche Menge von Toilettenseifen in Palästina hergestellt und ebenfalls nach den verschiedenen Ländern exportiert. Musikalische Erziehung in Palästina Der Versuch^ in Palästina eine musikalische Erziehung zu fördern, ist verhältnismäßig früh, vor etwa 15 Jahren, begonnen worden. Der Verfasser dieses Artikels war der erste, der in jüdischen Schulen systematische Gesangsstunden einführte. Als ich mich vor 15 Jahren dieser Arbeit widmete, gab es nur einige wenige hebräische Lieder. Ich hatte also überhaupt erst einmal die notwendige Musik ausfindig zu machen. Ein schwieriges Unternehmen! Jahrelang mußten alle traditionellen und populären Gesänge zusammengetragen und peinlichst auf ihre Eignung für Kindergärten und Schulen untersucht werden. Dabei erhob sich dann die Frage, ob das jüdische Volk wirklich eine eigene Musik besitze, und ob solche Musik dem neuzeitlichen Gesangspädagogen genügen könne. Eine klare Antwort hierauf konnte nur ein Vergleich der musikalischen Elemente in den populärsten Liedern aller jüdischen Gemeinden geben. Dieser Vergleich war aber nur möglich, wenn man eine vollständige Sammlung der Lieder zur Verfügung hatte. Da dies nicht der Fall war, beschloß ich, die Sammlung zu veranstalten. Anfangs hielt ich die Arbeit für einfach, aber die Erfahrung hat mir die Schwierigkeiten eröffnet. Heute, nach der Vollendung meiner Sammeltätigkeit, kann ich sagen, daß ich 15 Jahre lang unermüdlich alles zusammengetragen habe, um lediglich die Vorarbeit zu vollenden. Dabei muß ich mich glücklich schätzen, daß das erforderliche Material noch nicht vorhanden war daß ichis nur gestehe! — erst beim Sammeln ist mir die Existenz einer spezifisch jüdischen Musik aufgegangen. Ich will jetzt das Ergebnis dieser Tätigkeit — 4000 Lieder und Volksweisen — in übersichtlicher Weise veröffentlichen, um Musikern und Komponisten Quellenmaterial, Schülern und Lehrern eine Grundlage für den Unterricht zu geben. Wie steht es um die musikalische Erziehung in Palästina? In Jaffa besteht seit 11 Jahren eine Musikschule, die von der verstorbenen ersten Gattin Dr. Ruppins begründet wurde. Dieses Institut hat viel für die Verbreitung edler europäischer Musik getan. Eine zweite, gleichfalls von Frau Dr. Ruppin begründete Musikschule gab es in Jerusalem; sie mußte bei Kriegsausbruch leider ihre Pforten schließen. Im Jahre 1918 wurde jedoch in der Hauptstadt eine neue Musikschule eröffnet, die anfangs ihre Förderer in Ägypten, später beim Waad Hachinuch fand. Eine dritte Anstalt in Haifa wird von Fräulein Weitzmann 'geleitet. In allen diesen Konservatorien wird Klavier- und Geigenunterricht, Chorgesang. Theorie und Harmonielehre gepflegt; die Jerusalemer Schule lehrt auch Sologesang, während in Haifa eine Orchesterschule besteht. Obgleich die meisten Musikschüler hohe Stundengelder zahlen, waren die Leiter der Konservatorien doch gezwungen, vom Waad Hachinuch eine Subvention zu verlangen. Aber ich bin sicher, daß die Zunahme der Einwanderung auch auf die wirtschaftliche Lage der Musikschulen günstig wirken wird, sodaß sie späterhin ohne Unterstützung auskommeu werden. Inzwischen müssen jedoch für die Aufrechterhaltung dieser Lehrstätten Vorkehrungen getroffen werden, wie sie für andere Institutionen bereits getroffen sind. A. Z. Id e 1 s 0 h n. SchmaUa Levin und Ruppin in New York New York. Herr Dr. Schmarja Levin. Mitglied des Direktoriums des Keren Hajessod. und Dr. Arthur Ruppin, Mitgleid der palästinensischen Exekutive, sind hier eingetroffen. Dr. Levin beabsichtigt. an der Winterkampagne für den Keren Hajessod teilzunehmen. Die Reise von Dr. Ruppin steht im Zusammenhang mit der Aufbringung von Mitteln für eine Reihe von Gesellschaften in Palästina. Die beiden zionistischen Führer wurden bei ihrer Ankunft von Vertretern der Zionistischen Organisation, des Keren Hajessod und von Journalisten führender jüdischer Zeitungen empfangen. England Das englische Unterhaus London. (W. T. B.) Nunmehr liegen alle Wahlergebnisse vor. Das neue Unterhaus setzt sich zusammen aus 346 Konservativen, 142 Arbeiterparteilern, 58 Asquith-Liberalen, 57 Lloyd- George-Liberalen und 12 Unabhängigen. Die Wahl Macdonalds zum Führer der Arbeiterpartei erfolgte mit 61 gegen 56 Stimmen, nachdem zuvor in einer lebhaften und langen Debatte auch mehrere andere Kandidaten empfohlen worden waren. Der