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Das jüdische Echo · 1922-11-24 · 47 (24.11.1922) · p. Seite 586

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
47 (24.11.1922)
Date
1922-11-24
Page
Seite 586 (sequence 6)
Language
German
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586 Das Jüdische Echo Nr. 47 demokraten (PPS.) zählt überhaupt kein jüdisches Mitglied mehr. Aus Ostgalizien werden 15 bis 16 iüdischnationale Abgeordnete in den Sejm einziehen. Der Präsident der Zionistischen Organisation für Ostgalizien, Dr. Leon Reich, wurde in sämtlichen sieben Wahlkreisen als Listenführer gewählt und wird vorbehaltlich der Bestätigung durch den Parterrat das Lernberger Mandat annehmen. An seine Stelle dürften nachstehende von den gewählten Kandidaten treten: Wahlkreis Stanislau: Dr. Rosmarin; Tamopol: Prof. Dr. Hausner (Misrachi); Sambor: Rabbiner Aron Lewin: Zloczow: Heinrich Reizes; Lemberg: Bezirk: Dr. Schreiber, eventuell Dr. Federbusch (Misrachi); Stryj- Drohobycz: Dr. Ringel1, eventuell Redakteur Frostig; Przemysl: Redakteur Frostig, eventuell Seelenfreund. Unter den Gewählten, bezüglich deren die Wahlkreise noch nicht festgestellt sind, befinden sich u. a, Frau Rosa Melzer (Frauenorganisation). Karl Eisenstein (Kaufmannschaft), Dr. Siiberschein und Heller (Hitachduth) und Dr. Sommerstein. Die Linke der jüdischen Delegation im Sejm werden die Abgeordneten der Hitachduth bilden. Wie bekannt, hatte sich von den links gerichteten Gruppen in Polen nur die zionistische Arbeitsfraktion Hitachduth dem Block der nationalen Minderheiten angeschlossen. Von dieser Gruppe sind drei Deputierte auf die Liste des Minderheitsblocks gewählt worden: Lewinsohn (Lodz) wurde im Wolhynier Wahlkreis, Dr. Silberstein und Z. Heller wurden in Ostgalizien gewählt. In den Kreisen der Hitachduth rechnet man auch mit der Wahl eines Vertreters dieser Partei in den Senat. — Die Poale-Zion und Soz. Zei’re-Zion haben kein Mandat erlangt. Ihre vereinigte Liste erhielt z. B. in Warschau nur 79 Stimmen. Ein jüdischer Senator in Warschau gewählt. Warschau, 14. November (J.C.B.) Bei den Senatswahlen in Warschau wurde der jüdische Stadtverordnete Ingenieur Körner (Zionist) zum Senator geivählt. 8 jüdische Senatoren W arschau. (J.C.B.) Außer dem bereits in Warschau gewählten jüdischen Kandidaten, Ing. Körner, wurden in Lublin Herr Schereschewski und in Bialystok Rabbiner Rubinstein zu Senatoren gewählt. Einem neuen Telegramm zufolge erscheinen ferner gewählt: In Lodz Dr. Brande (Zionist), in Wloclawek Rabbiner Kowalski (Misrachi), in Galizien Dr. Bienenstock (Hitachduth), Dr. Leon Reich (Zionist) und Heinrich Reizes (Unparteiischer Nationaljude). Das endgültige Gesamtresultat steht noch* aus. Amerika N e w Y o r k. (J. C. B.) Colonel Wedgewood, der Führer der englischen Arbeiterpartei, der eben eine von großem Erfolg begleitete Propagandareise für den jüdischen Palästina-Aufbaufonds absolviert hat, erklärte vor seiner Abreise einem Berichterstatter des J. C. B.: „Am fünften Jahrestag der Balfour-Deklaration möchte ich im Namen der englischen Arbeiterpartei die Bereitschaft betonen, nicht nur die Verwirklichung des Mandats im buchstäblichen Sinne, sondern auch nach dem Geiste des Beschlusses der englischen Regierung vor fünf Jahren, nämlich Palästina in eine Heimat der verfolgten Juden umzuwandeln, durchzusetzen. Die Juden dürfen überzeugt sein, daß die Einwanderungsbeschränkungen in Palästina für die unbemittelten Juden ab geschafft werden, die Tore von Palästina werden für alle Arbeitende weit offen stehen. Die Juden dürfen ferner überzeugt sein, daß Palästina sehr bald in ein autonomes und freies Land mit Home Rule (Selbstverwaltung) nach dem Muster der englischen Dominions umgewandelt wird, statt weiter unter dem englischen Mandat zu stehen. Das wird geschehen, sobald die Zahl der Juden in Palästina stark genug sein wird, um Palästina vor allerlei Angriffen zu beschützen. Dank diesem Umstande werden die Juden einen Platz in der Familie der freien Völker einnehmen und dem allgemeinen Fortschritt großen Nutzen bringen.“ Türkei Die Kemalisten und der Zionismus Der Vertreter der zionistischen Weltorganisation in Konstantinopel Dr. Cabel hatte mit dem Kommissar der Angora-Regierung in Konstantinopel eine Unterredung, während welcher der türkische Kommissar die Erklärung abgab, die Jcemalistische Macht werde die zionistische Bewegung in keiner Weise stören, da Palästina nichit zu jenen Gebieten gehört, an welchen die neue Türkei interessiert ist. Personalia Der Nobel-Preis für Albert Einstein Die schwedische Akademie der Wissenschaften hat beschlossen, Professor Albert Einstein den Nobel-Preis für 1921 für Physik wegen seiner Arbeiten auf dem Gebiete der theoretischen Physik, namentlich seiner Entdeckung des Gesetzes der photo-elektrischen Wirkung, zu verleihen. Die Auszeichnung Einsteins ist eine scharfe Stellungnahme der vorurteilsfreien Wissenschaft gegen die im Zeichen des Hakenkreuzes einhergehenden Beschimpfungen des Forschers in Deutschland. Es ist auch von Seiten der Gelehrten in Deutschland eine niederträchtige Hetze betrieben worden, die weniger von einer sachlichen Beurteilung seiner Relativitätstheorie als vielmehr von seiner nationalen Zugehörigkeit ausging. Einstein bekennt sich als Zionist und hat es wiederholt als sehnlichen Wunsch ausgesprochen, an der jüdischen Hochschule in Jerusalem lehren zu können. Iin Vorjahre weilte er gemeinsam mit Weizmann, KREU-UCKO DAS HAU S TOTHEATINERSTR. 16 TELEFON 27831—32 BIETET BESONDERE PREISVORTEILE IN: KLEIDERSTOFFEN - SAMT UND SEIDE DAMEN- UND JUNG MÄDCHEN-KONFEKTION TEPPICHEN-GARDINEN-DECKEN

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