Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 47 (24.11.1922)
- Date
- 1922-11-24
- Page
- Seite 585 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 47 Das Jüdische Echo 585 Eine jüdisch-arabische Zeitung in Jenisafem Die van Dr. Malul herausgegebene jüdisch-arabische Zeitung „El-Salam“ ist bereits von Haifa nach Jerusalem überführt worden, und erscheint hier zweimal wöchentlich. Zweck des Organs ist es, in arabischer Sprache für die zionistische Sache und die Herstellung des Friedens zwischen den Juden und den Arabern zu werben. Der Handel zwischen England und Palästina London. (J. C. B.) Während des vergangenen Jahres waren zwischen Großbritannien und Palästina verschiedene Handelsabschlüsse zustandegekommen, die eine Summe von 845 000 Pfund Sterling betrafen. In diesem Jahre sind unbeschadet der Kriegsereignisse im nahen Osten Handelsabschlüsse über eine Summe von 1 200 000 Pfund Sterling erfolgt. Deutschland Der Verband der Ostjuden in Berlin veranstaltete jüngst in den Musikersälen eine jüdische Volksversammlung, in der die Herren Tjomkin, Dr. Alfred Klee und Latzky-Bartililoldi über das Thema: „Der Zusammenbruch und der Wieddrderaufbau des Ostjudentums“ referierten. Die Redner, welche dem Direktorium der vereinigten jüdischen Emigrationskomitees angehören und in dieser Eigenschaft die aktueiilen Probleme der jüdischen Emigrationsbewegung bearbeiten, schilderten an Hand von statistischem Material die furchtbare wirtschaftliche und kulturelle Katastrophe. die über das osteuropäische Judentum durch den Weltkrieg und die anschließenden Pogrome hereingebrochen ist. Sie entrollten vor der zahlreichen Zuhörerschaft Bilder von erschütternder Tragik und wiesen auf die Pflicht der gesamten Judenheit hin, mit vereinten Kräften an dem Wiederaufbau der zusammengebrochenen Existenzen mitzuwirken. Die Referenten betonten insbesondere die dringende Notwendigkeit eines Zusammenschlusses der Ostjuden in Deutschland, um im Rahmen des Oesamtjudentums an der Lösung der brennenden Zeitaufgaben tatkräftig Anteil zu nehmen. Herr Dr. Klee beleuchtete hierbei die speziellen Verhältnisse in Deutschland und namentlich in Berlin im Zusammenhang mit der bevorstehenden Repräsentantenwahl der Berliner jüdischen Gemeinde. Er bezeichnete es als eine selbstverständliche Pflicht der jüdischen Gemeinden, den Ostjuden volle Gleichberechtigung und Gleichstellung in Bezug auf das Gemeindewahilrecht, sowie hinsichtlich ihrer besonderen sozialen und kulturellen Bedürfnisse zu gewähren. Die Ausführungen der Redner machten auf die Anwesenden einen tiefen Eindruck und wurden vielfach von lebhaften Beifallskundgebungen begleitet. — Zum Schluß forderte der Vorsitzende, Herr Max Lewit, die Versammlung auf, für den Ausbau und die Stärkung des hiesigen Ortsjudenverbandes, der einzigen allgemeinen Organisation der hier lebenden Ostjuden ohne Unterschied der Landsmannschaft und Parteisteilung, zu wirken. Die Hamburger Gemeinde für den Keren Hajessod Der Hamburger Qemeindevorstand hat dem Beschluß der Repräsentanten zugestimmt. 10 000 Mark für den Keren Hajessod zu bewilligen. Die Repräsentantenwahfen der Jüdischen Gemeinde Berlin Für die in Kürze bevorstehenden Wahlen zur Repräsentanten Versammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin ist in diesen Tagen nach wochenlangen Verhandlungne zwischen den an den Wahlen beteiligten Parteien, Liberalen. Konservativen und Zionisten, ein Kompromiß zustande gekommen. Danach wird für die Wahlen nur eine einzige Liste, in der die Parteien nach der Kompromiß-Vereinbarung vertreten sein werden, aufgestellt und der Wahlkampf vermieden werden. Polen Der große jüdische Wahlsieg in Polen 38 jüdische Deputierte. 8 jüdische Senator Die polnischen Wahlen Das Resultat der polnischen Wahlen ist noch immer nicht vollständig bekannt. Von den Senatswahlen liegen noch keine offiziellen Nachrichten vor, aber auch die Sejm wählen sind noch nicht endgültig festgestellt. Nach einer Zählung wird behauptet, daß 38 jüdischnationale Deputierte gewählt sind. Das bisher gemeldete Ergebnis der Wahlen zum Senat zeigt etwa folgendes Bild: Von den 111 Senatssitzen entfallen auf den nationalistischen Rechtsblock 53, auf die Linksparteien zusammen mit den nationalen Minderheiten 58, und zw’är haben die Minderheiten es auf 25 Sitze hiervon gebracht. Von den 33 Sitzen der polnischen Linksparteien entfallen 24 auf die Bauernparteien, 9 auf die Arbeiterparteien. Die Kommunisten sind im Senat nicht vertreten. Besonders interessant sind die Wahlen in Ostgalizien. wenn man sie mit den früheren österreichischen Wahlen desselben Gebietes vergleicht. Damals konnte eine Reihe von jüdischnationalen Kandidaten nur deshalb keine Mandate erlangen, weil einerseits hunderte jüdischer Wähler nicht zur Urne gelassen, andererseits beim Struktinum offenkundige Schwindeleien verübt wurden. Nur diesem Umstande verdankten es ja die sogenannten Polenklubjuden, daß sie gegen den Willen der jüdischen Bevölkerung jahrelang als Wortführer des galizischen Judentums im österreichischen Reichsrat auftreten konnten. Diese Assimilanten haben eine gründliche Niederlage erlitten und sind völlig von der Bildfläche verschwunden. Auch die ehemals ostgalizischen sozialistischen jüdischen Abgeordneten Dr. Liebermann und Dr. Diamand sind nicht wiedergewählt. Der Klub der polnischen Sozial- ELEGANTE PELZE PELZMODE-HAUS PAUL F. SCHWABE MÜNCHEN / KAUFINGERSTRASSE 23