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Das jüdische Echo · 1922-10-27 · 43 (27.10.1922) · p. Seite 538

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
43 (27.10.1922)
Date
1922-10-27
Page
Seite 538 (sequence 6)
Language
German
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538 Das Jüdische Echo Nr. 43 den Keren Hajessod ihre moralische Teilnahme am Palästinawerk zum Ausdruck bringen. Und vor allem muß auf der jetzt stattfindenden Tagung, der durch Vorenthaltung des passiven Wahlrechts bestehenden Entrechtung der Ostjuden ein Ende gemacht werden. Diese Entrechtung verstößt in flagranter Weise gegen den Kelall-Jisroel-Gedanken. Ohne dieses Solidaritätsgefühl und ohne das entsprechende Bewußtsein der Völker, daß, wenn einem Teil des Judentums Unrecht geschieht, das Gesamtjudentum darauf mit aller Macht reagiert, sind wir vollkommen wehrlos. Und wir haben in Bayern keine Veranlassung, uns irgend welcher moralischer Waffen zu entäußern. Wenn die Tagung des Verbandes sich in dem Geiste vollzieht, wie wir ihn hier angedeutet haben, dann wird er sich aus einem Mechanismus zu einem Organismus entwickeln, der sich auch in schlimmer Zeit behauptet und aus der Gefahr neu gestärkt hervorgeht. N. Aus der jüdischen Weit Palästina Eröffnung der Jerusalemer hebräischen Universität Jerusalem. (J. C. B.) Wie wir aus autoritativer Quelle erfahren, wird die philologische Fakultät der hebräischen Universität in Jerusalem während dieses Winters eröffnet werden. Die hierfür in Betracht kommende Summe ist bereits sichergestellt. Mehrere hervorragende Autoritäten haben sich zur Abhaltung von Vorlesungen verpflichtet. Neue Siedlung in Emek Jesreel Jerusalem. (J. C. B.) Sofort nach Beendigung der Sukkoth-Feiertage soll in Emek Jesreel eine neue Siedlung in Angriff genommen werden. Das Besitztum wird von den Arbeitern der dritten Arbeitsgemeinschaft in Dagania übernommen, welche vor kurzem ihre Tätigkeit in dieser Kolonie beendigt haben. Die jüdischen Arbeiter Jerusalem. (Tel. d. „Wr. Morgenzeitung“.) Der „Allgemeine Verband der jüdischen Arbeiter“ hat eine Zählung der gesamten jüdischen Arbeiterschaft im Lande durchgeführt, welche die Zahl von 15 000 ergeben hat. Da gegenwärtig sämtliche Arbeiter beschäftigt sind und Mangel an Arbeitskräften herrscht, hat der Verband durch den Jüdischen Nationalrat (Waad Haleumi) eine Eingabe an die Regierung gerichtet, in welcher die Forderung erhoben wird, die baldige Einreise von dreitausend frischen Arbeitskräften zu ermöglichen. Für die hebräische Universität Der Präsident des Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat), Herr David Yellin, besuchte Paris und London, um für die in Jerusalem zu errichtende Fakultät für Philosophie und Humanistik Förderer zu gewinnen. Auf der in Paris unter Vorsitz des Grand Rabbin von Frankreich, Dr. Levy, stattgefundenen Beratung wurde die Gründung eines Komitees zur Förderung dieser Fakultät geschaffen. Das Komitee hat die Verpflichtung übernommen, für fünf Jahre alljährlich 3000 Pfund für diesen Zweck zu widmen. Zu dieser Summe trägt Baron Edmond de Rothschild allein 2000 Pfund jährlich bei. Der in Paris wohnende Palästinenser M. Nawen hat dem Waad Leumi ein Grundstück im Werte von 5000 Pfund geschenkt, auf dem einige Abteilungen der jüdischen Universität errichtet werden sollen, da der Platz auf dem Scopus-Berge keineswegs für alle von der Universität benötigten Bauwerke ausreicht. Baufortschritt in Tiberias Die Bautätigkeit in Tiberias und Umgebung entfaltet sich mit großer Schnelligkeit. Besonders die Errichtung des neuen Viertels „Aehusath Bajith“ auf dem Hügel nordwestlich von Tiberias hat große Fortschritte gemacht. Von den geplanten 250 Gebäuden gehen bereits jetzt 40 der Vollendung entgegen, sodaß angenommen wird, daß bis Ende dieses Jahres 50—60 Gebäude fertiggestellt sein dürften. Die Baugesellschaft hat einen 100 Kubikmeter Wasser fassenden Teich ergraben, sodaß auch die Wasserversorgung des Viertels sichergestellt erscheint. In Anbetracht der guten Lage dieses Viertels wird auch das Regierungsgebäude hier erbaut; ebenso werden andere öffentliche Gebäude, wie das neue große Hospital, ein Geschenk von Mrs. Peter Schweitzer aus Amerika, in allernächster Zeit in diesem Viertel errichtet werden. Der Palästinamarkt Corriere d’Italia“ schildert in einem Bericht seines Korrespondenten in Jerusalem die Rührigkeit der tschecho-slowakischen Republik, welche eine permanente Musterschau ihrer Erzeugnisse in Jaffa vorbereitet. Besonders die Glaswaren, Webstoffe und Maschinen tschecho-slowakischer Provenienz erfreuen sich allgemeiner Beachtung. Die Lieferanten stellen die Fakturen in tschechoslowakischer Valuta aus und gewähren sechs- bis zwölfmonatiges Ziel, wenn eine solide Bankgarantie beigebracht wird. In Seiden- und Tuchwaren war England am leistungsfähigsten. Wollwaren und Strümpfe wurden in Deutschland bestellt. Weißleinen wurden aus Italien beordert. Was Baumwollwaren anbetrifft, beherrscht England den Markt, dem es gelang, die japanische Ware zu verdrängen. Einige Transporte mit Vieh kamen in Palästina aus Madagaskar an. Die Danziger Gemeinde für den Keren Hajessod Die Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde in Danzig hat am 13. September mit 6 gegen 4 Stimmen beschlossen, dem Antrag des Gemeindevorstandes, aus dem Überschuß des Etatjahres 1921 die Summe von 10 000 Mark dem Keren Hajessod zu überweisen, zuzustimmen. Die Ernte in Palästina Laut Mitteilung des Landwirtschafts-Departements der palästinensischen Regierung war zu Beginn des August die Winterernte in ganz Palästina eingebracht, mit Ausnahme des Berseba- Distriktes, wo die Arbeit infolge Mangels an Arbeitern eine Verzögerung erlitten hat. Der alljährlich eintretende Rückgang der Getreidepreise beim Einbringen der neuen Ernte tritt diesmal noch mehr als sonst in Erscheinung infolge der Überschüsse aus der vorigen Ernteperiode und der großen Importe aus dem Hauran. So ist der J. A. HENCKELS ZWILLBNGSWERK MÜNCHEN / THEATINERSTRASSE 8

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