Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 38 (22.9.1922)
- Date
- 1922-09-22
- Page
- Seite 478 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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478 Das Jüdische Echo Nr. 38 Das Komitee der amerikanischen Ärzte über Palästina Das amerikanisch-jüdische Ärztekomitee, welches in Palästina die Errichtung einer medizinischen Fakultät an der zu gründenden Universität vorbereiten sollte, hat beim Verlassen des Landes der zionistischen Exekutive nachfolgende Mitteilung gemacht: „Für alles, was wir gesehen haben, haben wir nur Worte des Lobes. Wir haben die Schwierigkeiten wahrgenommen, unter denen die jüdische Gesamtheit in Palästina gearbeitet hat und wir glauben, daß der Beweis dafür, daß Palästina zur Heimat der Juden wird, in den Fortschritten, welche bereits gemacht worden sind, zu finden ist. Wir sind gekommen, um an dieser Aufgabe mitzuarbeiten. Es ist uns gelungen, Land für die medizinische Fakultät der hebräischen Universität zu erwerben. Ein micr o-biologisches Institut zur Erforschung von Tropenkrankheiten und ein Lehrstuhl für Hygiene und Gesundheitswesen werden alsbald errichtet und sobald ein geeigneter Leiter gefunden ist, eröffnet werden. Das Institut wird, bis die eigentlichen Gebäude errichtet sind, in provisorischen Unterkunftsräumen untergebracht werden. Die medizinische Bibliothek wird mit Hilfe der palästinensischen ärztlichen Standesvertretung auf gestellt werden, sodaß die Bücher alsbald ausgeliehen werden können. Wir verlassen Palästina, dem wir eine große Zukunft Voraussagen mit dem einzigen bitteren Gefühle, durch die Begrenztheit der uns zur Verfügung stehenden Mittel, an einer Arbeit in noch größerem Maßstabe verhindert zu sein.“ Eine Messekonferenz des Keren Hajessod (Jüd. Palästinawerk) V. in Leipzig Anläßlich der Leipziger Herbstmesse hatte das Präsidium des deutschen Keren Hajessod Herrn Regierungsrat Bärnwald und Herrn Davis Trietseh gebeten, in einem engen Kreise von Kaufleuten und Industriellen einige Informationen über die nächsten Aussichten der Industrie in Palästina zu geben. Der Abend, der im Aufträge des Präsidiums des Keren Hajessod von Herrn Regierungsrat Goslar geleitet wurde, nahm einen glänzenden Verlauf. Einige der Anwesenden erklärten sich bereit, sich sofort an der Gründung von Unternehmungen in Palästina mit namhaften Beträgen zu beteiligen. Besonders erwähnt zu werden verdient die Beteiligung einer großen Anzahl ausländischer Interessenten,. Wie wir erfahren, beabsichtigt die Leitung des Keren Hajessod, eine gleiche Konferenz auch auf der Frankfurter Messe zu veranstalten. Achmed Zekl Pascha und die Bestätigung des Mandats Der frühere Generalsekretär im ägyptischen Ministerium, Achmed Zeki Pascha, der als eine der hervorragendsten Persönlichkeiten der arabischen Welt gilt, sandte an das Mitglied der palästinensisch-zionistischen Exekutive, Herrn Dr. Eder, einen Brief, von dem wir folgenden Auszug bringen: „Der Triumpf des Zionismus bedeutet für mich einen Hauptpunkt in der Verwirklichung eines Ideals, für dessen Erfüllung ich viele Jahre gekämpft habe und an dessen Erreichung ich den Rest meines Lebens setzen werde —■ das ist die Widergeburt des Ostens durch eine enge Verbindung der verschiedenen Völker, welche trotz der Unterschiede von Rasse oder Glauben zweifellos eine große Familie bedeuten. In Zukunft müssen Intriguen und Mißverständnisse aufhören um Platz zu schaffen für eine intensive und freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen Arabern und Juden zum Ziele der Wiederbelebung dens Ostens, damit diesen Völkern die Möglichkeit gegeben wird, eine ehrenvolle Stellung unter den zivilisierten Nationen einzunehmen und die ruhmreiche Tradition ihrer Vorfahren fortzusetzen — eine Tradition, welche langeZeit hindurch zum Schaden der Menschheit durch die Ungunst der Zeit und den Mangel an Einigkeit unterbrochen war. Ich hoffe, daß der Zionismus durch seine Bestrebungen den Weg weisen wird, der den Osten zu großen und friedlichen Idealen führen wird.“ Dieser Brief ist ein deutlicher Beweis dafür, daß im arabischen Volke sich allmählich die Anschauung durchzuringen beginnt, daß die Juden nicht als Feinde, sondern als Mithelfer, als Bundesgenossen für eine gemeinsame große Sache betrachtet werden müssen. Es ist umso erfreulicher, eine solche Stellungnahme von einem der arabischen „Großen“ zu hören, als die Bestätigung des Mandats bekanntlich im allgemeinen bei den Arabern auf großen Widerstand gestoßen ist und sogar zu Unruhen und Streiks geführt hat. Die Thermen von Tiberias Im Handelsblatt des Haaretz wird die finanzielle Ausnützung der Thermen in Tiberias angeregt, dessen Quellen bis 63 Grad Celsius aufweisen und viele europäische übertreffen, so z. B. Pistyan, das nur 60 Grad erreicht Mit einem Kapital von 55 000 Pfund könnte man einen modernen Badebetrieb einrichten, der schon im ersten Jahre einen Gewinn von zirka 9800 Pfund abwerfen würde. Neue Bahnverbindung zwischen Aman und Bagdad Eine neue Bahnverbindung soll zwischen Ostjordanien (Aman) und Bagdad hergestellt werden. Die vorbereitenden Arbeiten für die ersten 30 Kilometer wurden bereits in Aman begonnen. Neue Ausgrabungen in Palästina Die Ausgrabungen in Palästina, die in letzter Zeit hervorragende Ergebnisse gezeitigt haben, werden weiter fortgesetzt. Wie Sir Herbert Samuel bei der Jahresversammlung der englischen Palästina-Ausgrabungsgesellschaft mitteilte, ist kürzlich ein sehr früher siebenarmiger Leuchter ausgegraben worden. Bei den Grabungen auf der Stätte des alten Askalon hat man bis zu einer Tiefe von 30 Fuß eine Kulturschicht nach der andern freigelegt, so daß hier eine ununterbrochene Entwicklung über 30 Jahrhunderte aufgezeigt werden kann. Ein Hospiz für Chaluzoth in Tel-Aviv Die Weltorganisation zionistischer Frauen hat am 7. August den Grundstein für ein Frauenhospiz in Tel-Aviv gelegt. Außerdem wurden 8 Dunams Ackerboden in der Umgebung des Hauses erworben, um landwirtschaftliche Arbeiten J. A. HENCKELS ZWILUNGSWERK MÜNCHEN / THEATINERSTRASSE 8