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Das jüdische Echo · 1922-09-22 · 38 (22.9.1922) · p. Seite 477

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
38 (22.9.1922)
Date
1922-09-22
Page
Seite 477 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 38 Das Jüdische Echo 477 allen Verantwortungsbewußten für das Judentum ein größeres Glück bedeutet haben als heute. Wir feiern den Beginn des neuen Jahres, dem wir entgegengeben, in tiiefem Ernst. Mögen bei seinem Eingang zwei Dünge jeden bewußten Juden erfüllen: Jüdisches Land und jüdische Leidenschaft! M. Aus der jüdischen Welt Palästina Die feierliche Proklamierung der Verfassung Jerusalem. (J. C. B.) In Anwesenheit zahlreicher Gäste, unter denen auch Marschall Allenby und Emir Abdullah bemerkt wurden, fand hier am Montag die feierliche Proklamierung der palästinensischen Verfassung statt. Die Araber fanden sich nur in sehr geringer Zahl ein, da das Gros der arabischen: Bevölkerung dem Aufruf der palästinensisch-arabischen Exekutive, auch diese Zeremonie zu boykottieren, gefolgt ist. Die meisten arabischen Geschäfte waren zum Zeichen des Protestes geschlossen, ohne daß es jedoch zu irgendwelchen Unruhen oder Zwischenfällen gekommen wäre. Die Feierlichkeiten wurden durch eine siebzehnfache Salve eingeleitet, worauf die Neuordnung im Lande namens des Königs von Großbritannien verkündet wurde. Der Oberkommissar, Sir Herbert Samuel, leistete, die Hand auf der Bibel haltend, als erster Beamter im neuen Staate den Eid auf den König und auf die Verfassung. Nachher hielt der Oberkommissar eine Ansprache, in, welcher er den Marschall Allenby als den Befreier Palästinas und Emir Abdullah als den Verbündeten Englands begrüßte. Er drückte die Hoffnung aus, daß nach Verlauf von 25 Jahren, da die englische Mandatarmacht Palästina verlassen werde, sich hier im Lande eine in Wohlstand und Freundschaft lebende Bevölkerung befinden werde, und daß die arabische und jüdische Kultur nebeneinander blühen werden. Ein Bürgerschaftsdekret in Palästina Jerusalem. (J. C. B.) Der High Commiissioner für Palästina, Sir Herbert Samuel, erließ ein Dekret über das Bürgerschaftsrecht in Palästina, demzufolge jedem Einwohner Palästinas auf Grund seines Ansuchens innerhalb1 der nächsten zwei Monate die vollen Bürgerrechte verliehen werden. Dieses Dekret ist von besonders wichtiger Bedeutung, indem es dile Bürgerschaftsfrage der jüdischen Einwanderer endgültig fixiert und ihnen die Teilnahme an den bevorstehenden Wahlen in den Legislativen Rat ermöglicht. Jerusalem. (J. C. B.) Eine gemeinsame Sitzung der zionistischen Exekutive Palästina und des Waad Leumi beschloß die Erlassung einer Proklamation an die palästinensischen Juden, in welcher ihnen unter Hinweis auf das Bürgerschaftsdekret die Einreichnug um die palästinensische Bürgerschaft dringend empfohlen wird. Die jüdische Gemeindeverfassung in Palästina Jerusalem. (J. C. B.) In der endgültigen Erledigung der vom Oberkommissar bereits genehmigten Konstitution der jüdischen Gemeinden und des Waad Leumi in Palästina trat eine Verzögerung dadurch ein, daß das Oberrabbinat im letzten Momente in einer Eingabe an den Oberkommissär auch die Regelung der Rechte und Pflichten des Oberrabbinats in dieser Konstitution verlangt. Der Waad Leumi steht jedoch auf dem Standpunkte, daß diese Frage vorerst der jüdischen Delegiertenversammlung zu unterbreiten sei. Neue Zementziegel- und Kiesfabrik in Jerusalem Die Sandkies- und Zementziegelfabrik der Herren Weingurt und Jecheskielef in Jerusalem, hat ihre Produktion Ende Juli auf genommen. Der von den Eigentümern erstandene Boden liegt in der Nähe eines großen Steinbruches, nicht weit von Giwath Saul. Es ist dies die erste größere Gründung dieser Art in Jerusalem. Diese Neugründung dürfte die Bautätigkeit in Jerusalem bedeutend erleichtern. Palästinensischer Import aus Deutschland und Österreich Im Laufe des Monat Juni wurden aus Deutschland1 und Östereich Waren im Werte von 58 818 Pfund nach Palästina eingeführt, darunter Maschinen und Maschinenteile für 14 793 Pfund, Textilwaren 3660 Pfund, Holz 9575 Pfund, Schreibmaterialien 2952 Pfund, Wein und Likör 2192 Pfund, Warenmangel in Palästina Laut einem vom amerikanischen Handelsdepartement auf Grund der Berichte des amerikanischen Konsuls in Jerusalem herausgegebenen Verzeichnisse benötigt Palästina in erster Reihe Papier, verschiedene Putzmättel, Seife, Tabak, Zigaretten und Konserven. Die Entwicklung der Silikat-Fabrik in Tel Awiw Wie die Silikat-Werke in Tel Awiw berichten, entwickelt sich ihr Unternehmen auch weiter günstig. Es liegen beträchtliche Aufträge für Jaffa, Jerusalem, Haifa und die verschiedenen jüdischen Kolonien vor.

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