Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 37 (15.9.1922)
- Date
- 1922-09-15
- Page
- Seite 466 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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466 Das Jüdische Echo Nr. 37 BERNHARD BAUCH Schäfflerstr. 3/5 Briennerstr. 8 Telephon 21540 Telephon 21541 ELEGANTE PELZE von neuen Unternehmungen wurde ins Leben gerufen und die Tätigkeit der schon gegründeten dehnte sich gewaltig aus. Unter den neuen Unternehmungen ist eine Anzahl Bauwerkstätten und Kooperativen zu nennen. Mr. A. Godmans Zimmermannswerkstätte, die den ganzen Distrikt Tiberias versorgt, beschäftigt etwa 25 Arbeiter. Vor einigen Monaten wurde eine Zimmermanns- Kooperative gegründet, die für den Bau der Achusath Bajit-Gesellschaft verpflichtet wurde. Auch eine Buchdruckerei Hagalil ist in Tiberias neu gegründet worden. Tschecho-siowakische Musterausstellung in Palästina Im nächsten Monat soll in Jaffa eine Musterausstellung tschecho-slowakischer Waren eröffnet werden. Übersiedlung des Keren Kajemeth nach Palästina Im Laufe des Monats September übersiedelt das Hauptbüro des Keren Kajemeth Lejisrael aus dem Haag nach Jerusalem. In Jerusalem sind alle Vorkehrungen getroffen, damit die reguläre Aufnahme der Tätigkeit des Büros Anfang Oktober erfolgen kann. Alle für das Hauptbüro bestimmten Zuschriften sind an Keren Kajemeth, Jerusalem, Palestine (Telegr.- Adresse: „Keren-Jerusalem“) zu richten. Neue Währung in Palästina Jerusalem. Als Folge der Bestätigung des Mandates durch den Völkerbund soll nun daran gegangen werden, in Palästina eine neue Währung einzuführen. um es ökonomisch vom englischen Geldmarkt unabhängig zu machen. Mit Rücksicht auf den hohen Kursstand wie auf die für Palästina viel zu hohe Einheit hat das ägyptische Pfund sich als Währung in Palästina nicht bewährt. Deutschland Bauhandwerker gesucht Die Immigrationsabteilung unserer Exekutive in Jerusalem erreichte bei der Regierung die Einreiseerlaubnis für 425 Bauhandwerker. Von diesen entfallen 35 auf Deutschland, und zwar folgende Kategorien: Zementarbeiter.5 Zimmerleute, Bau- und Möbeltischler ... 10 Steinmetzen und Maurer (für Ziegel- und Steinbau).10 Schlosser, Schmiede, Maschinisten .... 5 Rohrleger.. . . . . 5 Zusammen 35 Es kommen nur gut ausgebildete, fachlich erfahrene Handwerker in Frage, die durch Zeugnisse ihre vollendete Ausbildung nachweisen können. Die Voraussetzungen für die Einreise sind: 1. Ein Paß, 2. ein polizeiliches Führungszeugnis, 3. ein ärztliches Attest, 4. Reisegeld (10—12 £). Sofortige Meldungen sind zu richten an das Palästina-Amt, Berlin W15, Sächsische Straße 8. Die Visa müssen bis zum 30. September erteilt sein. Der Bezalel in Jerusalem sucht einen Arbeiter, der in Vitragen, Glasmalerei und Zusammensetzung farbiger Gläser erfahren ist. Entsprechend Qualifizierte Personen werden gebeten, sich an das Palästina-Amt zu wenden. Ein hebräisches Kulturkomitee in Berlin Berlin. (J. C. B.) Die unter der Ägide der vereinigten Organisationen Hapoel Hazair und Zeire Zion (Hitachduth) vor einigen Tagen hier stattgefundene hebräische Kulturkonferenz beschloß ein Komitee einzusetzen, das in Berlin eine ausgedehnte Tätigkeit im Dienste der hebräischen Literatur entfalten, hebräische literarische Abende und, soweit möglich, Hochschulkurse und Seminarübungen für hebräische Pädagogik arrangieren soll. Die Konferenz gab der Meinung Ausdruck, daß das hebräische Schulsystem in Palästina auf den Boden der Arbeit gestellt werden müsse, es sei daher eine Umgestaltung in diesem Sinne anzustreben. Dem von der Konferenz eingesetzten hebräischen Kulturkomitee für Berlin gehören an: Chaim N. Bialik, Chaim Grinberg, Jaakob Fichmann, Lippmann Levensohn und Siegfried Bernfeld. Antisemitisches aus Bayern. „Nieder mit den Juden!“ München. Die letzten Wochen waren hier dadurch bemerkenswert, daß die von den „vaterländischen“ Verbänden gegen die Reichsregierung aufgeputschte Straße das große Wort führte. Nach dem Verbot einer Protestversammlung auf dem Königsplatz, das verhältnismäßig spät erst bekannt wurde, suchten eines Abends verschiedene Verbände dennoch ins Stadtinnere und zum Königsplatz vorzudringen, wurden aber von der Landespolizei abgelenkt. Die Protestler sammelten sich dann in Münchens größtem Saale, dem KIndlkeller, und hingen ihre schwarz-weiß-roten Hakenkreuzfahnen zum Fenster heraus. Im Saale kam es zu einem großen Radau. Zum erstenmal hallten nachts die Straßen Münchens wider vom wilden Geschrei: „Nieder mit den Juden! Nieder mit Lerchenfeld!“ Das Heulen und Toben der auf den Königsplatz gelangten Massen war so stark, daß es in dem ziemlich weit abgelegenen Ministerpräsidium am Promenadeplatz zu hören war. Der antisemitische Kardinal. München. Der Deutsche Katholikentag, der sich sonst durch eine gewisse äußere Würde auszuzeichnen pflegte, hat diesmal eine eigenartige Färbung angenommen, düe wohl nicht mit Unrecht auf den Tagungsort München zurückzuführen ist. Eine besondere Leistung vollbrachte der Münchener Kardinal D. v. Faulhaber, der die Revolution des Meineides und Hochverrats beschuldigte und in schärfsten Ausdrücken gegen die Weimarer Verfassung polemisierte. Besondere Ausfälle richtete der Kirchenfürst gegen die sogenannte „jüdische Presse“. Er sagte u. a.: „An die Presse sei das achte Gebot zu richten: Du Die Rösch •Haschanah*Ablösungen für den Jüdischen Nationalfonds dienen unmittelbar dem Bodenkauf in Erez Israel.