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Das jüdische Echo · 1922-09-15 · 37 (15.9.1922) · p. Seite 465

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
37 (15.9.1922)
Date
1922-09-15
Page
Seite 465 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 37 Das Jüdische Echo 465 ist aber beschränkt er sich etwa darauf? Ist es nicht neben dem Kampf gegen den Antisemitismus der Kampf gegen den Zionismus und gegen das jüdische Palästina, zu dem er seine Mitglieder systematisch erzieht? „Nun ist es Zeit, daß die Epoche der hohen Politik und Diplomatie endgültig abgeschlossen wird und die Palästinasache der Partei aus den Händen genommen wird,“ schreibt „Verax“. Dieselbe Ansicht kann er in den, Worten fast eines jeden Redners auf deT soeben beendeten Karlsbader Jahreskonferenz vertreten hören. Und was ist der Keren Hajessod anderes als die Zusammenfassung aller Juden gleich welcher Partei und Richtung, die sich nach freier Übereinkunft konstituiert hat und deren Leitung absolute Neutralität verbürgt? Aber wir haben den Eindruck, daß „Verax“ noch mehr will. Ihm scheint nur dann eine genügende Gewähr für Neutralität vorzuliegen, wenn diejenigen, die nicht nur dem Aufbau des Landes sympathisch gegenüberstehen, sondern die ihn in ihrer Person und unter Einsetzung ihrer Existenz durchführen wollen, vom Aufbau ausgeschlossen werden. Was dann allerdings eine Partei nach dem Rezepte von „Verax“ soll, wissen wir nicht, vielleicht weiß „Verax“ es. Wir glauben „Verax“ nicht die Ehre antun zu dürfen, seine witzelnden Ausführungen allzu ernst zu nehmen. Wir schließen mit den Schlußworten seines eigenen Artikels, die er sich wirklich selbst zu Herzen nehmen sollte. „Wenn man vom Olymp der hohen Politik, der Kinos und der Literatur in die harte, graue Wirklichkeit der positiven Arbeit herabsteigt, taucht eine ganze Reihe von praktischen Fragen auf, über die ein anderesmal gehandelt werden soll.“ Rudolf Liebstädter. Aus der jüdischen Welt Palästina Die palästinensische Verfassung London. (Reuter.) Gestern ist die neue Verfassung für Palästina veröffentlicht worden. Eine jüdische Gerberei in Jaffa Die Bialystoker Kaufleute Sch. und S. Spiro haben in Jaffa eine moderne Gerberei errichtet, die erste ihrer Art in Palästina, die große Zukunft verspricht. Die Fabrikanten konnten bereits Musterproben für teure Möbel-Lederbezüge nach Amerika senden. Die nötigen Chemikalien werden aus erster Quelle bezogen, während ein Teil des Rohmaterials in Palästina selbst und zum Teil in den Nachbarländern erstanden wird. Die Gerberei hat bereits Handelsverbindungen mit den größeren Handelszentren in Ägypten, im Sudan, in Anatolien und in anderen Ländern angeknüpft und hofft, in allernächster Zeit gegen hundert Arbeiter beschäftigen zu können. Palästinensischer Import und Export Im Jahre 1921 betrug die palästinensische Einfuhr 5 621 894 ägyptische Pfund und die Ausfuhr 803 912 ägyptische Pfund. Die hauptsächlichsten Ausfuhrgüter waren: Orangen (218 703 ägyptische Pfund), Seife (169 747), Melonen (57 784), Wein (32 757), Linsen (25 547), Aprikosenpasta (22 905). Die Hauptempfangsländer waren: Ägypten (556 850 ägypt. Pfund), Großbritannien (129 775), Frankreich (21 687), Vereinigte Staaten (10 334), Deutschland (3670), Italien (3241), Holland (2665), Indien (1225). Daraus erhellt, daß Ägypten etwa 70 Prozent und Großbritannien etwa 15 Prozent der Ausfuhr aufnahmen; auf Deutschland entfielen 2 Prozent, auf Österreich (459 ägyptische Pfund) nur etwas mehr als ein halbes Prozent. Salzindustrie in Palästina Wie die palästinensische Presse berichtet, ist vor kurzem eine Gesellschaft für Salzgewinnung mit einem Grundkapital von 40 000 Pfund in Palästina gegründet worden. Die Hauptteiilnehmer sind die Ica, eine Gruppe englischer Juden aus dem Economic council for Palestine, und eine Gruppe palästinensischer Juden. Die Anlage soll am Seeufer bei Atlith errichtet werden, zu welchem Zweck längs des Seeufers ein Boden von 4000 Dunam zur Verfügung gestellt werden soll. Das Unternehmen soll mehreren hundert Arbeitern Beschäftigung geben, und man rechnet mit der Möglichkeit, mehr als 20 000 Tonnen Salz jährlich exploitieren zu können. Die Preisentwicklung in Palästina Laut dem statistischen Bericht des Handelsbuiletins der palästinensischen Regierung zeigten die Engrospreise in Palästina in der ersten Hälfte 1922 fallende Tendenz, wenn auch der Rückgang sich in letzter Zeit nur sehr langsam vollzieht, ja augenblicklich die Preise sogar wieder anziehen; in Prozenten ausgedrückt, haben die Preise für Fleisch- und Milchprodukte in den letzten sechs Monaten um 30 Prozent abgenommen, während der Preis des Getreides in derselben Zeit um 2 Prozent stieg. Die Preise für andere Lebensmittel stiegen um 15 Prozent. Die Indexzahlen für das erste Halbjahr 1922 zeigen im Verhältnis zu derselben Zeitperiode des Jahres 1921 eine Abnahme von 50—70 Prozent. Jüdische Industrie in Tiberias In den letzten zwei Jahren konnten jüdischer Handel und Industrie in Tiberias eine schöne Entwicklung auf weisen. Eine beträchtliche Anzahl ’CfJHBLt Tfm-jypt/m u.^ir/jitey/AifKJc/meükxeA

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