Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 35 (1.9.1922)
- Date
- 1922-09-01
- Page
- Seite 443 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 35 Das Jüdische Echo 443 liehen und erprobten Ausbildung von ganz besonderem Interesse für den Aufbau des Landes wäre. So sollen diese drei Gruppen jetzt instand gesetzt werden, sich in Nuris-Ost anzusiedeln; sie kommen nach Tel Beth Ilfah, vier Kilometer entfernt von l ei Joseph, um von da aus das Gelände urbar zu machen. Der Plan für die Entsumpfung und Bewässerung ist von Ruthenberg ausgearbeitet worden. Man will direkt an dem Gebirge entlang einen Kanal bauen, der das Wasser des Nähr Dschalud und die Ruchaniquellen aufnimmt. Aus diesem Kanal wird die sich von Westen nach Osten senkende Fläche, etwa 500 Hektar, bewässert. So werden das Dschalud- und das Ruchanibett ausgetrocknet. Man will außerdem das Gefälle ausnutzen und an drei Stellen, bei Ain Charod1, Tel Joseph und Beth Ilfah, elektrische Kraftstationen anlegen. Schon vor einigen Wochen ist im Rahmen der Durchführung dieser Pläne mit der Entsumpfung und Trinkwasserversorgung in Nuris- West begonnen worden. Die weiteren Arbeiten werden nach bestimmtem Programm im Laufe einiger Jahre durohigeführt sein. Der Boden und das Betriebskapital wird von dem zionistischen Kolonisations-Departement zur Verfügung gestellt, vorausgesetzt, daß alles andere, Maschinen, Geräte, sonstiges totes und auch lebendes Inventar von anderer Seite aufgebracht wird. Da in die Aktion deutsche, deutschböhmische und galizische Chaluzim einbezogen sind, soll nicht das ganze Kapital dazu in Deutschland aufgebracht werden, aber ein wesentlicher Teil. Dieser bedeutende auf Deutschland entfallende Betrag wird von dem Keren Hajessod (Jüdisches Palästinawerk) E. V. geleistet, dessen Gelder statutengemäß nur für solche und ähnliche Zwecke verwendet werden dürfen. Folgende deutsche Chaluzim befinden sich in der Kwuzah Chefzibah: Max Bär, Rudi Flach, Georg Grunwald, Else Grunwald, Fränze Jarotschinsky, Abraham Katz, Julius Lehmann, Cilly Lehmann, Alfred Lehmann, Annii Lehmann, Aron Schefflan und Alice Stadthagem, sämtlich aus Berlin; Dr. Sulamith Epstein und Max Epstein aus Elberfeld, Leo Kaufmann aus Mülheim/Ruhr, Gertrud Kaufmann aus Leipzig, Grete Kronberg aus Breslau, Grete Tauber aus Opladen; in der Kwuzah Zwi: Dr. Max Hirsche Georg Brumm, Arthur Israelowitsch, Hendrik Keim, Werner Rosolio, Dora Rosolio und Karl Steinschneider, sämtlich aus Berlin; Ernst Davidsohn aus Nürnberg, Leo Cohn und Jossel Nußbaum aus München. Aus der großen Zahl der Geräte usw., die in Deutschland gekauft werden, seien genannt: Pflüge und Eggen, Sä- und Mähmaschinen, eine Anzahl Wagen, Tankwagen, Band- und Kreissägen, Einrichtungen für Kuh- und Pferdeställe, für eine Milchwirtschaft, Werkzeuge für Gartenbau, Brutapparate und sonstige Einrichtungen für Hühnerzucht, Bienenstöcke und Einrichtungen für eine Imkerei, Minimaxapparate und andere Löschgeräte, sowie Einrichtungen für eine Schmiederei, Schlosserei, Wagnerei, Sattlerei und Schusterei. Menschen, die — für ein hohes Ziel — täglich ihre Gesundheit und ihr Leben aufs Spiel setzen, und deren Verbundenheit mit dem Boden von Erez Israel genau so vorbildlich ist wie ihre Verbundenheit untereinander, — Menschen solcher Gesinnung mit allen Mitteln zu fördern, ist nicht mehr als Pflicht und Schuldigkeit aller Jüdisch-Empfindenden. Mus der jüdischen Weift Die preußische Regierung gegen die Einwanderung aus dem Osten Zur Verminderung der überhand nehmenden Einwanderung aus dem Osten werden von den Gerichten neuerdings gegen paßlose Einwanderer mehrmonatige Gefängnisstrafen und Abschiebungen verhängt, da es sich, wie eine offiziöse Verlautbarung besagt, gezeigt hat, daß die früher verfügten Geldstrafen bis zu 1000 Mark „keinen genügenden Schutz boten, ja, daß von manchen östlichen Einwanderern mit der Zahlung einer solchen Geldstrafe als mit einer Art „Geschäftsunkosten“ von vornherein gerechnet wurde“. Welchen Grund hat die preußische Regierung zu solcher Konzession an den nichtjüdischen oder jüdischen Antisemitismus? Denn darauf kommt es ja schließlich hinaus. Das palästinensische Judentum und die Jewish Agency Jerusalem. (J. K.-B.) Der Waad Leumi beschloß die Entsendung einer aus den Herren Achad Haam, Ben Gurion, Ch. Kalvarisk, Sch. Tschernowitz und David Jellin bestehende Delegation zur zionistischen Jahreskonferenz in Karlsbad, um über die Vertretung der palästinensischen Juden in der zu etablierenden Jewish Agency zu beraten. Starke Steigerung der Einwanderung im Juni London. (J. K.-B.) Einer amtlichen Verlautbarung des Kolonialamtes zufolge sind im Juni im ganzen 4741 Juden nach Palästina eingewandert. Während des ersten Halbjahres 1922 sind 4399 jüdische Einwanderer und zwar 2101 Männer, 1271 Frauen und 1027 Kinder ins Land gekommen. Das bedeutet eine Steigerung der Einwanderung um fast das Zehnfache. England Die englische Arbeiterpartei und das jüdische Palästina London. (J. C. B.) Der Führer der britischen Arbeiterpartei James Ramsay Macdonald richtete an das J. C. B. aus Anlaß der Ratifizierung des Palästina-Mandates nachstehende Botschaft: Die Bestätigung des Palästina-Mandates durch den Völkerbundsrat bedeutet in der Tat ein Ereignis von größter historischer Wichtigkeit für diie ganze jüdische Rasse. Die ganze Welt wird nun dem entgegensehen, wie die Juden auf praktischem Wege damit fertig werden, der auf ihre Schultern gelegten Verantwortlichkeiten durch Zusammenarbeit mit der Regierung alle Schwierigkeiten zu überwinden, eine friedliche Ansiedlung durchzuführen, ferner ein Konkordiat mit der arabischen Bevölkerung zu schließen, sowie die Ressourcen des alten jüdischen Heimlandes zu entwickeln, gerecht werden wollen. Polen- Die jüdische Nationalität Warschau. (Tel. d. „Wr. Morgenzeitung“.) Obwohl die Regierung während der Volkszählung i. A. HENCKELS ZWILLINGSWERK MÜNCHEN / THEATINERSTRASSE 8