Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 35 (1.9.1922)
- Date
- 1922-09-01
- Page
- Seite 444 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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444 Das Jüdische Echo Nr. 35 BERNHARD BAUCH Schäfflerstr. 3/5 Briennerstr. 8 Telephon 21540 Telephon 21541 ELEGANTE PELZE die Bezeichnung Jüdisch“ in der Rubrik für Nationalität zuließ, sind die Juden als Volk bisher durch die polnische Regierung offiziell nicht anerkannt worden. In der letzten Sejmsitzung, lag ein diesbezüglich Dringlichkeitsantrag der jüdischen Abgeordneten vor, und es verlautet in jüdischen Kreisen, daß diesmal der Antrag auf keine großen Schwierigkeiten stoßen wird, da der Sejm die russischen, deutschen und österreichischen Ausnahm,sgesetze ablehnen wird. Die Verfolgung der jüdischen Religion in Rußland Der polnische Rabbinerverband und der Talmudüstenrat haben gemeinsam mit dem Wilnaer Rabbinat und dem weitbekannten rabbinischen Gelehrten Chufez-Chaim aus Anlaß der Verfolgungen der jüdischen Religion in Rußland den 23. August als Fast- und Bettag für das religiöse Judentum der Welt bestimmt. Die entsprechenden religiösen Verordnungen sind bereits nach allen Weltzentren des religiösen Judentums, auch nach Palästina und Amerika, versandt worden. Zu Rosch-Haschanah Es ist seit vielen Jahren ein schöner Brauch, das Geld, das man zu Rosch Haschanah sonst für Glückwunschkarten ausgab, dem Jüdischen Nationalfonds zuzuwenden. Diese Organisation, bezweckt den Erwerb von Boden in Palästina, der jüdischen Ansiedlern in Erbpacht übergeben wird. Der Nationalfonds dient also jenseits von allen parteimäßigen Richtungen dem Wohle des gesamten Judentums. Seine bisherigen Erfolge, der Erwerb von über 75 000 Dunam palästinensischen Bodens und die Aufforstung des Landes durch 750 000 Nutzhölzer haben seine Leistungsfähigkeit bewiesen. Die Erteilung des Mandates durch den Völkerbund stellt den Nationalfonds in der neuen Epoche des palästinensischen Aufbaus vor entscheidende neue Aufgaben. Es ist daher Ehrenpflicht aller jüdischen Kreise, des Nationalfonds zu Rosch-Haschanah durch eine Glückwunschablösungsspende zu gedenken. Die Spenden, über welche durch öffentlichen Ausweis quittiert wird, wolle man möglichst bald an den Jüdischen Nationalfonds E. V., Berlin W. 15, Sächsischestr. 8, Postscheck-Konto Berlin 28247, einsenden. literarisches Echo Eine neue Kunstzeitschrift. Der vor kurzem begründete Rimon-Verlag tritt an die Verwirklichung seines Programms heran. In nächster Zeit erscheint das erste Heft der von dem Verlag herausgegebenen hebräischen Zeitschrift für Kunst und Literatur „Rimon“. Die Zeitschrift ist ddr bildenden Kunst, Musik, Theater und Literatur der Gegenwart und Vergangenheit gewidmet. Besondere Aufmerksamkeit wird dem künstlerischen Schaffen der Juden geschenkt. Die Zeitschrift erscheint im Format der Kunstzeitschriften auf Kunstdruckpapier mit Umschlag in Farbendruck und mit 20—25 Abbildungen, darunter mehreren farbigen und zahlreichen Schwarz-weiß- Zeichnungen. Die erste Nummer enthält einen Aufsatz des bekannten Kunstschriftstellers J. Maier-Graefe über Cezanne mit mehreren farbigen Reproduktionen und einem Artikel „Moderne Kunst und wir“ von Rahel Wischnitzer-Bernstein, der die verschiedenen Etappen jüdischen Kunstschaffens von den mittelalterlichen Miniaturen an, bis zu den modernen Strömungen illustriert. Reiches Abbildungsmaterial, darunter Reprodukiionen von illuminierten Handschriften des British Museum und Werken des jungen Malers Rybak veranschaulichen den Gedankengang. Im literarischen Teil bringt die Nummer außer einer Erzählung von J. Steinberg und Gedichten von J. Fiehmann und I. Kazenelson eine eingehende Besprechung des „Untergangs des Abendlandes“ von Spengler, einen Versuch einer ästhetischen Analyse einer biblischen Erzählung von Professor Eugen Täubler, und Aufsätze über Pinsker, Georg Brandes und Korolenko. Gleichzeitig mit der Zeitschrift Rimon bringt der Verlag eine jiddische Zeitschrift für Kunst und Literatur „Milgroim“ heraus. Das erste Heft des „Milgroim“ enthält außer den auch im Rimon ab- TSiuThallmcuer München ThßatinevttrAÖ. Mi ■fy-tSs&jr