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Das jüdische Echo · 1922-08-25 · 34 (25.8.1922) · p. Seite 432

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
34 (25.8.1922)
Date
1922-08-25
Page
Seite 432 (sequence 8)
Language
German
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432 Das Jüdische Echo Nr. 34 Zionisten eriü Eure Maassemilidii! Erhöht Eure Zeichnungen ISr den Keren Hntessod oemüfl der Maasserordnung für Denlschland. Die Annäherung an die arabische Welt Jerusalem. (J. C. B.) Der Waad Leumi protestierte in einem Telegramm an den König von Hedzas gegen die von antizionistischen Agitatoren, namentlich unter den Pilgern in Mekka ausgestreuten Gerüchte, daß die Zionisten die Umwandlung der Omar Moschee in eine Synagoge beabsichtigen. Der Waad Leumi wiederholt feierlich, daß solche und ähnliche Gerüchte jeder Grundlage entbehren und daß die Juden Palästinas nichts sehnlicher wünschen, als mit den Araberin in Freundschaft zu leben, sowie mit ihnen für die Entwicklung des Landes zusammenzuarbeiten. Auch die zionistische Organisation in Ägypten ist in der arabischen Presse diesen Verleumdungen schärfstens entgegengetreten. Zur Elektrisierung Palästinas. (J. P. Z.) Der „Manchester Guardian“ bringt em Interview mit P. Ruthenberg, der unter anderem erklärte, er wünsche auch die Beteiligung der englischen Juden, denn sein Projekt ist die Zukunft Palästinas. Moderne Zivilisation, insbesondere wo es keine Kohlen gibt, hängt von den Wasserkräften ab. Auch der Friede mit den Arabern liege auf diesem Wege. Wenn man den Arabern ein praktisches Geschäft bietet, werden sie leicht einsehen, daß ihre Interessen in der Kooperation liegen. Es wird arabische Arbeiter, Aktionäre und Direktoren geben. Ruthenberg wird die jungen jüdischen Ingenieure Englands und Amerikas zur Mitarbeit als Vorarbeiter und Assistenten auffordern. Deutschland Die Bestattung Frischmanns Die Bestattung Frischmanns fand in Berlin unter ungewöhnlich zahlreicher Beteiligung künstlerischer und geistiger Kreise Berlins statt Von jüdischen Schriftstellern waren u. a. Bjalik, S. Schneor, Ben Zion imd Bergeisohn zugegen. Alle jüdischen politischen und Kulturorganisationen Berlins waren vertreten. Nach den üblichen Zeremonien hielt der Rabbiner der Berliner Gemeinde Dr. Levi dem großen Schriftsteller einen warmen Nachruf, in welchem er die Trauer der Judenheit ausdrückte. Hierauf zeichnete Ch. N. Bjalik unter starker Ergriffenheit der Zuhörer ein Bild von der menschlichen und dichterischen Persönlichkeit Frischmanns. Bjalik schilderte die Tragik des jüdischen Schrifttums, die in einer Zeit des Tief- und Stillstandes einen großen Repräsentanten verliert, und daß so eine Lücke entsteht, die nicht ausgefüllt werden kann. Nach Bjalik schilderte Dr. Viktor Jakobsohn die Rolle Frischmanns in der Renaissance des jüdischen Geistes. Dann sprachen Bergeisohn im Namen der jüdischen Literaten und Sch. Ben Zion-Guttmann im Namen der hebräischen Schriftsteller in Palästina. — Hierauf wurde der Sarg zu Grabe geleitet. Sch. Jsch. Hurwitz gestorben Am 9. August verstarb in Berlin in der Mitte der Sechzig der bekannte jüdische Philosoph und Pubizist Sch. Jsch. Hurwitz. Der Verstorbene war einer der markantesten Denker des neuhebräischen Schrifttums. Hurwitz schrieb Abhandlungen über die 'Philosophie des Judentums, den Chassidismus und die Kabbala. Zum erstenmale erregte er großes Aufsehen, als er vor etwa 15 Jahren in der Monatsschrift „Haschiiloach“ eine Artikelserie über das Wesen und die Exilstenzberechtigung des Judentums veröffentlichte. — In Berlin lebte Hurwitz seit einem halben Jahre. Er war diese ganze Zeit krank und wegen einer partiellen Lähmung an der Bewegung gehindert. (J. C. B.) Die „Völkischen“ gegen Lerchenfeld. Die Abmachungen der bayerischen Regierung mit der Reichsleitung wegen des Gesetzes zum Schutze der Republik passen den Völkischen nicht. Sie fürchten Gefahren für ihre Geheimorganisation. Überhaupt ist ihnen die ganze Richtung Lerchenfeld unsympatisch. Er hat zwar schon so viel für sie getan oder tun müssen, aber miit dem heiligen Kahr nimmt er es nicht auf. Sein Vergehen gegen diesen gewesenen und vielleicht kommenden Leiter des reaktionären Bayerns wird ihm nie vergessen werden. Der „Völkische Beobachter“, das Organ der nationalsozialistischen; Arbeiterpartei in München, schreibt, daß es nun im Kampfe gegen die bayerische Regierung alle persönlichen und familiären Rücksichten fallen lassen werde. Deutlicher wird der „Miesbacher Anzeiger“, der von Enthüllungen über Vorgänge im Hause des Ministerpräsidenten spricht, die den Grafen Lerchenfeld schließlich zum Rücktritt zwingen würden. Wir glauben zu wissen, worin das Vergehen des Ministerpräsidenten besteht. Der Kampf gegen ihn wird jedenfalls auf antisemitischer Begründung auf bauen. ELEGANTE PELZE PELZMODE-HAUS PAUL F. SCHWABE MÜNCHEN / KAU FINGERSTRASSE 23

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