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Das jüdische Echo · 1922-08-25 · 34 (25.8.1922) · p. Seite 431

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
34 (25.8.1922)
Date
1922-08-25
Page
Seite 431 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 34 Das Jüdische Echo 431 ligen Stätten hindern, sie wollen die armen, fleißigen, frommen Araber ausbeuten (und sie gleichzeitig ausrotten!) und so weiter ohne Grazie. Der Nichtzionist kommt auch nicht besser weg, denn ihm wird, in einem: anderen Artikel der „Morming Post“ gesagt, zu den Juden, die ihr Judentum verstecken, könne man erst recht kein Vertrauen haben, denn wer sich selber nicht treu sei, könne anderen auch nicht treu sein. Die Literatur dieser Richtung ilst erheblich geschickter zurechtgemacht als etwa gleichartige deutsche Erzeugnisse, wie z. B. Dinters „Sünde wider das Blut“. Da ist in den letzten Tagen ein Buch; dieser Richtung erschienen, das den Titel führt: „Der feine alte jüdische Herr“ (The fine old Hebrew Gentleman). Ich kenne es nur aus den Anzeigen in den englischen Tageszeitungen und den dabei gegebenen kurzen Auszügen. Aber schon danach kann man sagen, daß der Unterschied ungefähr so ist, daß der Engländer Schwefelsäure aus einem; in künstlerischen Linien konstruierten Apparat zielsicher verspritzt, wo der deutsche Di'nter in irrsinniger Wut den Inhalt einer Anzahl Müllkästen durcheinanderschüttelt und dann über die Welt hin str eu t. In ihren Gedankengängen und ihren Zielen stehen dabei die englischen Antisemiten auf keiner höheren Stufe als ihre deutschen Gesinnungsgenossen, nur daß sie deren Beschuldigungen und Argumente nach der anderen Seite hin umdrehen, daß nämlich die Juden der ganzen Welt und insbesondere die deutschen die Vorkämpfer des Deutschtums und des Bolschewismus seien und es auf die Zertrümmerung des englischen Weltreichs abgesehen hätten, usw. usw. W. S. Die vorbildliche Versorgung der Gemeindeheamten in Bayern In den „Blättern für Erziehung und Unterricht“ bringt unter dieser Überschrift Herr Lehrer Steinhardt folgende Ausführungen, die zeigen, daß die Arbeit des Verbandes bayerischer israelitischer Gemeinden auch außerhalb Bayerns mit Interesse verfolgt und anerkannt wird. Was die Gesamtorganisation des deutschen Judentums als unmöglich hingestellt, was der Schöpfer ihrer Verfassung als Utopie bezeichnet hat, w,as auch jetzt wieder bei der Tagung der preußischen Gemeinden schroff mit dem Worte „unannehmbar“ zurückgewiesn worden ist. hat die Organisation der bayerischen Gemeinden in mustergültiger Weise gelöst. Sie hat die Besoldung sämtlicher Gemeindebeamten der Reichsbesoldung an gepaßt. Eingereiht werden: 1. Rabbiner in die Gruppe 10 mit Vorrückung nach Gruppe 11 oder in die Gruppe 11. Zuschüsse des Verbandes werden nur im Rahmen der für die Gruppe 10 geltenden Sätze gewährt 2. Kantoren mit seminaristischer und künstlerischer Vorbildung in die Gruppe 8, mit Vorrückung nach den Gruppen 9 und 10. 3. Lehrer: a) Religionslehrer mit seminaristischer Vorbildung und Anstellungsprüfung in die Gruppe 7 mit Vorrückung in die Gruppen 8 und 9; b) Religionslehrer mit seminaristischer Vorbildung ohne Anstellungsprüfung in die Gruppe 6 mit Vorrückung in die Gruppen 7 und 8; c) Religionslehrer ohne seminaristische Vorbildung in die Guppe 5 mit Vorrückung nach Gruppe 6. Für die Berechnung des Diensteinkommens der Lehrer finden im übrigen die Bestimmungen des Bayerischen Volksschullehrer-Gesetzes entsprechende Anwendung. Die außerhalb Bayerns verbrachte Dienstzeit wird, abgesehen von den in den abgetretenen Gebieten verbrachten Dienstjahren, bei der Gewährung der Gehaltsvorrückung und bei der Feststellung der Dienstzeit für die Berechnung des Ruhegehaltes regelmäßig nur zur Hälfte an gerechnet. 4. Sonstige Kultusbeamte: a) Sohächtbeamte in die Gruppe 4 mit Vorrückung nach Gruppe 5; b) Kultusbeamte und ähnliche Angestellte in die Gruppe 3 mit Vorrückung nach Gruppe 4. Der Verband behält sich, soweit seine Mittel in Anspruch genommen werden, die Genehmigung der Anstellung, Einreihung und der Vorrückung der Beamten in eine höhere Gruppe vor. Auf die Rabbiner findet diese Bestimmung keine Anwendung. Und der Erfolg dieser Gemeindepolitik? Friede und Eintracht, allseitiiges, mit einander wetteiferndes, sich gegenseitig ergänzendes Streben zum Wöhle der Gesamtheit! Und der Erfolg der Engherzigkeit, der sozialen Rückständigkeit so vieler Gemeindevorsteher in Norddeutschland? Gegenseitige Verbitterung zwischen Vorstehern und Beamten. Zwietracht und Haß, Stagnation im Gemeindeleben! Sollte das bayerische Vorbild mit seinen segensreichen Auswirkungen unseren norddeutschen Parnossim nicht vielleicht Anlaß zum Nachdenken geben? M. Steinhardt. Aus der indischen Weit Palästina Neue Landkäufe in Palästina Jerusalem. (J. C. B.) Das Palästina-Büro des Jüdischen Nationalfonds führt jetzt wichtige Unterhandlungen mit arabischen' Großgrundbesitzern wegen Ankauf neuer Ländereien für die jüdische Kolonisation. Jerusalem. (J. C. B.) Die Generalversammlung der P. L. C. (Palästina-Bodenentwicklungsgesellschaft) beschloß die Ausschüttung einer Dividende von 6 Prozent, sowie die Auszahlung einer zehnprozentigen Dividende an den Jüdischen Nationalfond. Zusammenstöße zwischen Arabern und Juden in Haifa Jerusalem. (J. C. B.) Im Hafen von Haifa kam es zu Zusammenstößen zwischen Arabern und Juden, die sich zu einem ernsten Gefecht entwickelten. Fünf Juden wurden verwundet. Eine Anzahl von Arabern ist verhaftet worden. J. A. HENCKELS ZWILLINGSWERK MÜNCHEN / THEATINERSTRASSE 8

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