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Das jüdische Echo · 1922-08-25 · 34 (25.8.1922) · p. Seite 430

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
34 (25.8.1922)
Date
1922-08-25
Page
Seite 430 (sequence 6)
Language
German
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430 Das Jüdische Echo Nr. 34 BERNHARD BAUCH Schäfflerstr. 3/5 Briennerstr. 8 Telephon 21540 Telephon 21541 ELEGANTE PELZE Gegen die Klagen über die laue Haltung des Judentums konnte ich keine Entschuldigung Vorbringen. Wieviel Opfermut, wieviel physische und geistige Aufbauarbeit sieht man in diesem Lande! Wieviel innere Kraft besitzen die Menschen, die ihr Leben dieser Aufgabe weihen! Und demgegenüber verlangt man vom Judentum nichts anderes, als daß es materielle Mittel gibt. Darüber, daß hier nicht mehr geschieht, habe ich auch manchmal von Engländern harte Worte hören müssen. Die Rückwirkung auf die Araberfrage und auf die Haltung der Mandatarmacht liegt für den Sehenden auf der Hand. Es kann nicht oft genug ausgesprochen werden, daß es kein größeres Unglück für das Judentum der Diaspora gäbe, als wenn es die einzigartige Gelegenheit zur Aufbauarbeit versäumte und über kurz oder lang die Feinde des Judentums die Genugtuung hätten, sagen zu können, daß diese Aufgabe den Juden nicht gelungen ist, weil die destruktiven Tendenzen und der materielle Egoismus bei ihm zu stark sind, um überhaupt eine aufbauende Gemeinschaft zu gestatten. Darum halte ich die Sache für so ungeheuer ernst und erachte es für so unbedingt notwendig, daß jeder Jude, auch wenn er nicht Zionist ist, und für sich persönlich keinen Gewinn an der Errichtung der jüdischen Heimstätte in Palästina erwartet, doch materiell und moralisch das Aufbauwerk unterstützt. Gewiß ist die Not in unserer deutschen Heimat, und nicht nur die jüdische, groß. Diese soll und darf durch unsere Interessen für Palästina in keiner Weise beeinträchtigt werden. Aber ich wünschte nur, daß jeder Jude, der noch irgend etwas für das Judentum empfindet, die Gelegenheit hätte, nach Palästina zu gehen, und das erwachende Leben zu sehen. Kein materielles Opfer würde ihm zu groß sein, um für sein Teil daran mitzuwirken, fruchtbares jüdisches Leben und Kultur im alten jüdischen Lande zu schaffen. Antisemiten in aller Welt Es ist ein vielbestrittenes Axiom der zionistischen Ideologie, daß die Judenfrage ein Weltproblem sei, das nur von dem Weltjudentum gelöst werden könne. Man hat gegen die Auffassung immer wieder auf die in den verschiedenen Ländern verschiedene Lage der einzelnen zwischen der moralischen, materiellen und kulturellen Situation etwa der englischen und der polnischen Juden irgendwelche Vergleichsmöglichkeiten beständen. Jetzt wird es jedoch auch den Niohtzionisten klar — und jeder Tag mit seinen Ereignissen macht es klarer —, daß die jüdische Schicksälsgemeinschaft sich über die Welt erstreckt, daß sich keine jüdische Gruppe von ihr ausschließen kann, und daß alle Verschiedenheiten lediglich gradueller, mehr äußerlicher als grundsätzlicher Natur sind. — Der Antisemitismus ist international, seine Ausdrucks¬ und Betätigungsformen wechseln freilich mit den Grenzen der Staaten und Volksgemeinschaften. Der Antisemitismus ist in Rußland; Polen, Deutschland, Frankreich, England und überall sonst — die Form seines Auftretens und seines Auswirkens richtet sich aber nach dem nationalen Temperament des betreffenden Volkes. Es ist interessant, daß sich solche früher rein zionistische Erkenntnis heute auch in nichtzionistischen Kreisen durchgesetzt hat. Das „Hamburger Israelitische Familienblatt“ z. B. bringt einen Aufsatz über „Die Sonderart des englischen Antisemitisms“, den wir im folgenden wiedergeben: „Antisemitismus in England? Jawohl, das gibts. Er hat seine wenn auch nicht auf diesen Parteinamen abgestempelten Vertreter im Unter- und namentlich im Oberhaus, er hat eine nicht gering zu schätzende Presse mit der „Morning Post“ an der Spitze, und er hat vor allen Dingen eiine stetig wachsende Tagesliteratur, in der geschickt gemachte Belletristik und gut auf Wirkung geschriebene politische und soziologische Essays eine Rolle spielen. Da werden vor allem Schlagworte aufgegegriffen, die von jüdischer Seite den Wortführern des Antisemitismus geboten werden. So die von zionistischer Seite geprägte Formel: „Wir wollen Palästina so jüdisch machen, wie England englisch ist“. An sich ganz selbstverständlich, denn die Zionisten haben immer offen erklärt, daß sie Palästina zu einem jüdischen Lande und zu einer Stätte jüdischer Kultur und Lebensgesittung machen wollen. Aber in welcher Form wird das nun der englischen Öffentlichkeit serviert? Die Juden wollen die Araber ausrotten, sie wollen die anderen Bekenntnisse an den hei- POBmLAN-NIEDEBIAfil MÜNCHEN THEATINERSTRASSE »3 gegenüber der Feldhermhalie «mttsSTE AUSWAHL IN 6KBBADCHSPSBZE&LAI TÄ6LICHE IiA-OER ERGÄNZ UN«

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