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Das jüdische Echo · 1922-08-18 · 33 (18.8.1922) · p. Seite 420

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
9 (1922)
Issue
33 (18.8.1922)
Date
1922-08-18
Page
Seite 420 (sequence 8)
Language
German
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420 Das Jüdische Echo Nr. 33 § 76: Die im § 75 erwähnten nationalen Minderheiten haben das Recht, ihre Mitglieder zu besteuern zugunsten der national-kulturellen Bedürfnisse gemäß bestimmten Gesetzen, sowie einen Anteil an jenen Summen zu erhalten, welche von der Regierung und von Selbstverwaltungskörperschaften für Bildungs- und Wohltätigkeits-Angelegenheiten bestimmt werden, soweit diese Interessen nicht durch die allgemeinen staatlichem und kommunalen Institutionen befriedigt werden. Polen Verbot jüdischer Schulen in Warschau Warschau. (J. C. B.) Auf Grund einer polizeilichen Verordnung sind mehrere jüdische Schulen, in denen die Unterrichtssprache jüdisch ist. geschlossen worden mit der Begründung, daß ihnen die besondere Erlaubnis der Regierung zur Ausübung ihrer Tätigkeit fehle. Bekanntlich bedürfen alle Schulen, in denen die Unterrichtssprache nicht p.olnisch ist, einer speziellen Genehmigung des Kultusministeriums. Ungarn Der „Verband nationalgesinnter Soldaten“ an Hejjas Budapest. (J. C. B.) Die Presse der „Erwachenden Magyaren“ triumphiert darüber, daß der r eichsdeutsche Verband nationalgesinnter Soldaten durch eine eigene Abordnung dem wegen seiner Pogromzüge bekannten ehemaligen Oberleutnant Hejjas die Verbandsmedaille auf schwarzweißrotem Bande mit den Schwertern überreichen ließ. Die liberale Presse tadelt heftig dlie Einmischung ausländischer Antisemiten in ungarische Verhältnisse. Die deutschen Blätter in Ungarn erinnern daran, daß der von den deutschen Nationalisten ausgezeichnete Hejjas nicht nur gegen die Juden hetzt, sondern auch den Aufstand der ungarischen Banden im Burgenland gegen die deutsch-österreichische Verwaltung organisiert hat. Der Mord an dem jüdischen Weinhändler Landau Ans Kreuz geschlagen Budapest. (Tel. der „Wr. Morgenzeitung“.) In dem Prozeß wegen der Mißhandlungen des Weinhändlers Landau wurden am Mittwoch dessen Neffen verhört. Der eine Neffe erzählte, daß während der Vorgänge in der Kaserne ein Herr bei ihm erschienen sei, der ihm das Versprechen abnahim, ihn nicht zu verraten; dieser sagte, er sei empört über die Ungerechtigkeit, die Landau widerfahre, und deshalb wolle er ihm bei der Befreiung Landaus behilflich sein. Es war ein Offizier, der keine Belohnung wollte, da ihm lediglich darum zu tun sei, diesen Schandfleck von der nationalen Ehre abzuwaschen. Er wurde jedoch am nächsten Tag von Budapest abkommandiert. Der Zeuge sagte, er habe Beweise dafür, daß sein Onkel keinen Selbstmord begangen; sondern ermordet wurde. Er erklärte, daß der Offizier ihm mitgeteilt habe, er wäre bei; der Ermordung seines Onkels zugegen gewesen. Er nannte auch die Namen der Teilnehmer an der Ermordung. Er erinnere sich an den Namen Sipos, der dem alten Landau die Stiche versetzt habe. Der alte Landau sei dann gekreuzigt worden. Sipos lächelt während dieser Aussage. Der Präsident ruft ihm zu: „Sipos, lächeln Sie nicht, dies ist eine sehr ernste Sache.“ Syrien Italiens Forderungen in Syrien und Palästina (J.P.Z.) Die Pariser Presse ist mit der Haltung Italiens dem syrischen Mandat gegenüber unzufrieden. In Palästina habe Italien nur verlangt, daß bei Prozeßführung gegen einen Italiener die Majorität der Richter Engländer seien, aber in Syrien verlangt Italien, daß alle Richter Franzosen seien; ferner unbeschränkte Freiheit für seine Schulen und für seine Immigration. Ägypten Forderungen der Juden Ägyptens Kairo. (Tel. der „Wiener Morgenzeitung“.) Die Vertreter der jüdischen Gemeinden Ägyptens unterbreiteten namens der Judenschaft des Landes der Regierung eine in einer Versammlung gefaßte Resolution, in der für die Parlaments wählen die Errichtung einer jüdischen Kurie gefordert wird, damit die Juden ihre eigene Vertretung im Parlament haben können. Die Forderung stützt sich auf die Bestimmungen der Verfassung des freien Ägyptens, die den nationalen und religiösen Minderheiten in allen ihren gemeinsamen Angelegenheiten die weitestgehende Autonomie zusiehert. Die Schwierigkeit, die sich hierbei ergibt, ist bloß der Umstand, daß im Sinne derselben Verfassung für je 75 000 Einwohner ein Mandat vorgesehen Ist, während die Zahl der Juden in Ägypten 50 000 nicht übersteigt. Es ist daher kaum anzunehmen, daß die Juden in die Lage kommen werden, ihre eigene nationale Vertretung ins Parlament zu entsenden. Andererseits gilt es als sicher, daß mehrere in den Wahlkampf einfretende Parteien jüdische Kandidaten auf ihre Liste stellen werden. Vereinigte Staaten Präsident Harding über das Mandat New York. (J. C. B.) Die Zionistische Organisation veröffentlicht den Text eines Briefes des Präsidenten Harding an die Organisation, der in seiner Hauptstelle lautet: „Ich habe bei früheren Gelegenheiten der zionistischen! Bewegung meine Sympathie zum Ausdruck gebracht und: ich schließe mich Ihnen auch jetzt an in dem Jubelgefühl des jüdischen Volkes anläßlich der internationalen Anerkennung der jahrelangen Bestrebungen, eine jüdische Heimstätte wieder in Palästina aufzurichten. Möge Euer historisches Unternehmen den Erfolg haben, den es so sehr verdient.“ Habe meine Praxis nach Adalbertstr. 43 (Ecke Barerstr.) verlegt. H.ULLMANN, Dentist München / Telefon 25904 Spezialität: Laboratorium für feine Zahntechnik Zlmdsien «Hl Eure MaassenDIdii! Erhöht Eure Zeichnungen lür den Keren Hojessod gemas der Maasserordnung lür Deutschland.

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