Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- 33 (18.8.1922)
- Date
- 1922-08-18
- Page
- Seite 418 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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418 Das Jüdische Echo Nr. 33 Der Waad Leumi an die Araber Jerusalem (J.C.B.). Der Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat) hat eine Proklamation an diie arabische Bevölkerung Palästinas veröffentlicht, in der er die Bevölkerung des Landes auffordert, gemeinsam mit den Juden für die Wohlfahrt des Landes zu arbeiten. Einberufung eines arabischen Kongresses Jerusalem, 30. Juli (J.C.B.). Die Exekutive des arabischen Kongresses hat eine Proklamation an die arabische Bevölkerung Palästinas erlassen, in der die Exekutive erklärt, sie habe der Ratifikation des Palästina-Mandates unaufhörlich widerstrebt, denn das Mandat in seiner gegenwärtigen Form bedeute die Versklavung der Araber des Landes. In der Bekanntmachung wird weiterhin erklärt, die palästinensisch-arabische Delegation in London werde sich in der nächsten Woche nach Palästina zurückbegeben. Sofort danach werde ein palästinensisch-arabischer Kongreß einberufen werden, der über die Abwehrmittel der Araber gegen die zionistische Gefahr beschließen soll. Von der arabischen Delegation London (J.C.B.). Die in London weilende palästinensisch-arabische Delegation veranstaltete ein Frühstück zu Ehren der Mitglieder der syrischen Abordnung. Den Vorsitz führte der Präsident der palästinensisch-arabischen Delegation Mussah Kasim Pascha. Anwesend war der Leiter der syrischen Delegation Emir Lotfallah und die Mitglieder des englischen Oberhauses LordSydenham und Lord Lamington. Mussah Kasim Pascha erklärte in seiner Ansprache, die Delegation sei durch den Beschluß des Völkerbundsrates bezüglich des palästinensischen und des syrischen Mandates enttäuscht, werde aber auf ihren Forderungen bezüglich der Rechte der Araber bestehen. In seiner längeren Rede erklärte das Mitglied der syrischen Delegation Emir Shekeeb Arflan: Die Syrier legen der Ratifikation der Mandate keine Bedeutung bei. Sie werden trotz dieses Beschlusses weiter für ihre Unabhängigkeit kämpfen und sich gegen den Zionismus wehren. Die Araber gegen die palästinensische Anleihe Jerusalem (J.C.B.). Die arabischen Mitglieder des palästinensischen Advisory Council haben ihre Zustimmung zu der projektierten Anleihe der palästinensischen Regierung verweigert mit der Begründung, daß die Araber des Landes keine Kontrolle über die Verwendung der Anleihe durch die Verwaltung haben würden. Arabische Agitatoren sind nach den zahlreichen arabischen Dörfern in Palästina gesandt worden, um gegen die Zionisten zu agitieren und die Araber aufzufordern, eine Petition zu unterzeichnen, die sich gegen das Mandat wendet. Die Scheiks in den den jüdischen Kolonien naheliegenden Städten und Dörfern zeigen sich bereit, große Strecken des Landes dien Juden zu verkaufen, fordern aber Wucherpreilse, da sie glauben, die jüdische Kolonisationstätigkeit im Lande werde jetzt nach der Ratifikation des Mandates einen großen Aufschwung nehmen. Arabischer Angriff auf eine jüdische Kolonie Jerusalem (J.C.B.). Am Sonnabend wurde die jüdische Kolonie Jessod Hamaala in Galilä von Arabern angegriffen. Der Kolonist Friledimann wurde getötet. Mehrere Stück Vieh wurden weggeschleppt. Bestätigung der Verfassung des Waad Leumi J erusalem (J.C.B.). Oberkommissar Sir Herbert Samuel hat dem Waad Leumi' (Jüdischer Nationalrat Palästinas) mitgeteilt, er habe die Verfassung des Waad Leutmii, sowie die Statuten der jüdischen Gemeinden im Lande, die dlie jüdische Delegierten-Versammlung (Assifathi Haniweharim) ausgearbeitet hat, genehmigt. Die Verfassung, sowie die Statuten treten automatisch gleich nach ihrer Bestätigung seitens des Colonial Office in Kraft. Deutschland Die bayerische Regierung gegen den Antisemitismus Folgender Erlaß der bayerischen Regierung wird bekannt gegeben: „Die antisemitische Propaganda hat in letzter Zeit in verschiedenen Teilen des Landes, auch auf dem Lande, Formen angenommen, die einer friedlichen Entwicklung nicht zuträglich sind, vielmehr unter Umständen zu Bedenken für die Aufrechterlhaltung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit Anlaß geben können. Man scheut bei dieser Propaganda selbst davor nicht zurück, in mehr oder weniger verblümter Weise zu Gewalttätigkeiten gegen die Juden aufzufordern. Namentlich in kleinen Orten und auf dem Lande kann diese Aufhetzung gefährlich werden. Wenn auch die Staatsregierung zu dem Antisemitismus als solchem keine "RauThallmder München ThßattnßcCtr.tö. tj&vzollane. mm MS